Regionalität ist Trumpf
Beim zweiten Ausbildungstag Ahrweiler trafen 50 Unternehmen auf rund 500 Schüler aus dem Kreis Ahrweiler
Früher konnten Unternehmen aus einem ganzen Stapel Bewerbungen wählen, heute ist es umgekehrt. Darum gibt es den Ausbildungstag Ahrweiler, der jetzt nach einer erfolgreichen Premiere 2017 zum zweiten Mal stattfand. 50 Unternehmern stellten sich am 3. September 500 jungen Besuchern vor, um mögliche Auszubildende zu gewinnen.
Viele Ausbildungsbetriebe aus verschiedenen Branchen präsentierten sich im Kongresszentrum des Dorint Park Hotel Bad Neuenahr als attraktive Arbeitgeber.
Dem gegenüber standen die rund 500 Schülerinnen und Schülern der weiterführenden Schulen aus dem Kreis Ahrweiler als zukünftige Azubi-Generation.
Das Besondere an dem Format: Die Schülerinnen und Schüler werden im Vorfeld der eigentlichen Rekrutierungsveranstaltung in qualifizierten Schulworkshops an die Berufswahlorientierung herangeführt. Sie lernen, eigene Stärken und Fähigkeit zu erkennen und diese im Dialog mit möglichen Ausbildungsbetrieben authentisch in den Vordergrund zu stellen. Ein individueller Interessen-Check bildet dann die Grundlage für die individuellen Gesprächstermine zwischen Schülern und Ausbildungsbetrieben am Ausbildungstag. Somit kann auf der einen Seite jedes Unternehmen bis zu 50 Gespräche mit potenziellen Auszubildenden führen. Auf der anderen Seite lernt jeder Schüler drei bis vier Betriebe aus der Region kennen, die vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten anbieten.
Dass dieses Konzept aufgeht, machte unter anderem Yvonne Siegl, Pflegedienstleitung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. deutlich: „Bei mir stellte sich eine Schülerin vor, die bereits ein mehrwöchiges Praktikum in der stationären Pflege absolviert hat und nun die ambulante Altenpflege kennenlernen möchte. Bereits in der kommenden Woche wird das Praktikum beginnen.“
Die 17-jährige Schülerin der Don Bosco Schule ergänzt: „Ich bin meinem beruflichen Ziel näher gekommen und bin gespannt, was die erfahrenen Altenpflegerinnen und Altenpfleger mir in ihren Einsätzen zeigen. Vielleicht habe ich danach schon einen Ausbildungsplatz für 2019 in der Tasche!“
Auch bei den betreuenden Lehrerinnen und Lehrern kann das Konzept des Ausbildungstages punkten. Andreas Schmitt, Lehrer der Don Bosco Schule, führte aus, dass der Ausbildungstag Ahrweiler für seine Schülerinnen und Schüler eine gute Möglichkeit darstelle, sich ohne großen Aufwand über vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten im Kreis Ahrweiler zu informieren und sie mit einer soliden Vorbereitung direkten Kontakt zu potenziellen Ausbildungsbetrieben knüpfen könnten.
Denn die Situation am Ausbildungsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert: Konnten früher noch die Betriebe aus einer Vielzahl an Bewerbungen auswählen, müssen sich mittlerweile viele Firmen bei den potenziellen Auszubildenden vorstellen, um auf sich aufmerksam zu machen und qualifizierte und motivierte Auszubildende zu gewinnen. Darum richtet die Kölner Einstieg GmbH den Ausbildungstag Ahrweiler in Kooperation mit dem Büro für Zukunft und der Kreiswirtschaftsförderung aus.
„Mit dem Ausbildungstag Ahrweiler leisten wir einen Beitrag zur regionalen Fachkräftesicherung“, betonte Landrat Dr. Pföhler, der gleichzeitig die Schirmherrschaft für den Ausbildungstag Ahrweiler übernommen hat, bei der Eröffnung. Christian Langkafel, Geschäftsführer der Einstieg GmbH ergänzte: „Die nächste Azubi-Generation, oftmals als „Generation Z“ bezeichnet, tickt nicht nur anders als die aktuell Ausbilder-Generation. Die Jugendlichen stehen vor der Herausforderung, aus etwa 19.000 Studiengängen und 326 Ausbildungsberufen genau den richtigen Ausbildungsgang zu finden, in dem sie 40 Jahre und mehr motiviert arbeiten sollen. Bei der Bewältigung dieser komplexen Aufgabe möchten wir mit dem Ausbildungstag Ahrweiler behilflich sein“.
