Zentrale Veranstaltung zu den „Wochen der Demenz“ MYK
Reise von Normalien nach Anderland
Demenzerkrankungen verändern auch das Leben der Wegbegleiter
Kreis Mayen-Koblenz. Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland von Demenz betroffen. Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft prognostiziert eine Verdoppelung dieser Zahl bis zum Jahr 2050.
Eine dramatische Entwicklung – nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Angehörigen leiden darunter, wenn ein Mensch den Weg ins ewige Vergessen antritt. Wenn ein Demenzkranker mit Alltagssituationen nicht mehr klarkommt, die räumliche Orientierung verliert und plötzlich Dinge tut, die das soziale Umfeld befremden, ist das schmerzhaft für alle Beteiligten.
Das Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz will mit den Themewochen unter dem Titel „Demenz bewegt uns alle“ (31. August bis 1. Oktober) auf die Lage der Betroffenen und deren Familien aufmerksam machen. Annähernd 50 Dienste und Einrichtungen beteiligten sich an der Aktion.
Die Zentrale Veranstaltung, zu der das Netzwerk Demenz am 19. September ins Forum Polch einlud, war ein wichtiger Bestandteil dieser Themenwochen. Zu Beginn der gut besuchten Veranstaltung spielte das Salonorchester Rondo Confluentia auf, es folgten Ansprachen von Olaf Spohr, Sprecher des Netzwerk Demenz, Dr. Alexander Saftig, Landrat des Landkreises Mayen-Koblenz und Schirmherr der Veranstaltung, Maximilian Mumm, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld und Patrick Landua von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
Im Anschluss an die Ansprachen gab Referent Erich Schützendorf in seinem Vortrag „Ein- und Auftauchen im Meer der Ver-rücktheit“ Einblicke in das Thema Demenz. Der bekannte Diplom-Pädagoge, der jahrzehntelang als Leiter der Volkshochschule Viersen tätig war und sich als Autor und Vordenker einen Namen gemacht hat, zeigte, wie die Reise von „Normalien“ ins „Anderland“ sowohl die „Reisenden“ als auch die „Reisebegleiter“ prägt – und eröffnete mit seinen Ausführungen ganz neue Blickwinkel. Nach dem 75-minütigen Referat hatten die Besucher viele neue Erkenntnisse gewonnen – und sehen die Welt von Demenz betroffener Menschen nun sicher mit anderen Augen.
Erich Schützndorf sprach über die „Verrücktheit“. Fotos: BES
