Fotografieprojekt der Koblenzer Gastronomie und der Universität Koblenz
Resonanzräume ist ein Zeitdokument mit künstlerischen Wert
Koblenz. „Resonanzräume“ ist ein Fotografieprojekt der Koblenzer Gastronomie und der Universität Koblenz, das während des coronabedingten Lockdowns entstand und umgesetzt wurde. Der fast 200 Seiten starke Katalog, herausgegeben von Wolf-Andreas Liebert und Martin Lilkendey, mit Fotografien von Studierenden ist mit einer streng limitierten Auflage von 100 nummerierten Exemplaren (nicht käuflich zu erwerben) ein außergewöhnliches Zeitdokument. Die aktuelle Ausstellung in der Kaffeewirtschaft zeigt bis Mitte Dezember eine Auswahl der Bilder. Inhaber David Maria Richard hatte die Idee zu dem gemeinsamen Projekt. Der Bilder werden im Katalog um Textbeiträge der Gastronomiebetreibenden ergänzt. Es handelt sich um Texte, die deutlich machen, wie persönlich und emotional die Beziehung zum eigenen Lokal ist. Das Projekt wurde von der Stadt Koblenz und beteiligten Gastronomiebetrieben finanziert. Im Kulturhaus Koblenz+ sind die eindrucksvollen Bilder und Texte ebenfalls zu sehen.
Wenn sich Dr. Martin Lilkendey, Dozent für Kunstpraxis und Kunstwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau, Clara Jung, Studierende der Kulturwissenschaft, David Maria Richard, Inhaber der Kaffeewirtschaft und PD Dr. Margit Theis-Scholz, Dezernentin für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz zum Austausch treffen, ist das auch nach zwei überstandenen Lockdowns alleine keine Schlagzeile. Das Besondere findet sich im Grund für das Treffen: Das Vergessen um die Einschränkungen der vergangenen Monate hat mit dem zunehmend um sich greifenden Alltag bereits begonnen. Die Veröffentlichung der Koblenzer Hochschulschriften Teil 6 unter dem Titel „Resonanzräume“ dokumentiert jedoch in eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Aufnahmen die Zeit des Stillstands der Koblenzer Gastronomie. „Es ging bei diesem Projekt nicht darum zu zeigen, wer das schillerndste Lokal besitzt. Es ging darum auf künstlerische Weise das Gefühl einzufangen, das einem beim Betreten der verwaisten Lokale überkam“, erklärt Richard, der von den Fotografien der Studierenden begeistert ist. Auch Theis-Scholz zeigt sich vom künstlerischen Wert dieses Zeitdokuments überzeugt und ergänzt: „Die Fotos haben einen gesellschaftlichen Zustand eingefangen, der mit emotionalen Gefühlslagen von Tristesse, Leere und Einsamkeit in den Clubs als sonst umtriebigen Kulturorten einherging. Solche Bilder tragen dazu bei, mit zeitlichem Abstand die Auswirkungen der Pandemie auf unseren Alltag zu reflektieren.“ Denn auch wenn die Unsicherheiten noch groß seien, die Folgen der Pandemie noch ungewiss, bestehe doch Hoffnung, in ein paar Jahren aus der Retrospektive ein gewisses Befremden beim Anblick der Bilder zu verspüren – einer Hoffnung, der sich alle am Tisch anschließen konnten.
Pressemitteilung der
Stadt Koblenz
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