Allgemeine Berichte | 20.04.2016

Alteichen konnten sich erholen, während das Nadelholz einem Windwurf zum Opfer fiel

Rheinbacher Stadtrat verabschiedet Forstwirtschaftsplan

Rheinbach. Einstimmig verabschiedete der Rheinbacher Stadtrat den Forstwirtschaftsplan für das Jahr, in dem den geplanten Aufwendungen von knapp 300.000 Euro ein Erlös aus dem geplanten Holzverkauf in Höhe von 275.000 Euro gegenübersteht. Somit entsteht ein Defizit von etwa 25.000 Euro. Laut Stadtförster Sebastian Tölle war die Witterung gut für den Rheinbacher Wald. „Für die Bäume war immer ausreichend Grundwasser verfügbar, und im Sommer gab es auch keine längerfristige Hitzewelle“, schreibt er in seinem Bericht. So hätten sich die Alteichen gesundheitlich erholen können. Im Gegenzug dazu habe es jedoch eine erhöhte Windwurfproblematik beim Nadelholz gegeben. In den im Frühjahr komplett durchnässten Nadelholzbeständen sei es in Folge mehrerer Stürme zu vermehrten Windwürfen gekommen, insbesondere der Sturm „Niklas“ habe im Bereich der „Weiler Kante“ einen größeren zusammenhängenden Fichtenbestand von etwa drei Hektar komplett umgeworfen.

Erfreuliche Saatguternte von Kirschen und Eicheln

Erfreulich sei dagegen die Saatguternte gewesen, man habe sowohl Kirschensaatgut als auch Eicheln geerntet. Die Eichelernte sei mit über 12 Tonnen überdurchschnittliches gut gewesen, freute sich Tölle. Wirtschaftlich sei das Jahr 2015 ebenfalls positiv verlaufen, die gesamten Erlöse beliefen sich auf über 410.000 Euro und hätten damit ein hohes Niveau erreicht. Der Einschlag von Holz habe 3700 Festmeter betragen und damit immer noch weit unter dem Zuwachs von über 6000 Festmetern gelegen. Das gesamte Holz sei für mehr als 323.000 Euro verkauft worden, dazu seien noch Saatguterlöse von 56.000 Euro sowie sonstige Einnahmen von 9000 Euro gekommen. Zusätzliche wurden etwa 20.000 Euro durch die Jagdpacht eingenommen. Insbesondere nach den Sturmschäden und den damit verbundenen nötigen Neuanpflanzungen sowie deren Schutzmaßnahmen sei jedoch zu erwarten, dass dieser Betrag durch die entstehenden Kosten aufgezehrt werde. Für das Rechnungsjahr 2016 sei ein ähnlicher Einschlag geplant wie im Vorjahr, also etwa 3500 Festmeter. Dabei werde ein Gesamterlös von 250.000 Euro angestrebt, so Tölle weiter. Der Brennholzpreis bei den gewerblichen Großabnehmern sei gesunken, die milden Winter und der immer weiter fallende Ölpreis machten sich aktuell vermehrt bei diesem Produkt bemerkbar. Außerdem seien die Industrieholzpreise tendenziell fallend. Das Nadelstammholz und das Eichenstammholz würden wie in den Vorjahren stark nachgefragt und sollten sich zu guten Preisen verkaufen lassen, hofft der Stadtförster.

Unterhaltungsmaßnahmen am Wegenetz vorgesehen

Wegen der intensiven Nutzung des Rheinbacher Stadtwaldes als Naherholungsgebiet seien zudem kontinuierliche Unterhaltungsmaßnahmen am Wegenetz vorgesehen. Wie in der Vergangenheit werde weiterhin versucht, die Wanderwegunterhaltung auf einem hohen Niveau zu gewährleisten. Die hierfür benötigten Haushaltsmittel seien im Haushaltsplanentwurf veranschlagt und müssten auch in vollem Umfang in Anspruch genommen werden. Das gleiche gelte für das Reitwegenetz. Neben Ausbesserungsarbeiten wolle man insbesondere die Wegeränder beschneiden und das Reitwegenetz durch Markierungen dauerhaft kenntlich machen. Aktuell werde zusammen mit dem Kreis eine neue Reitwegekarte erstellt, die in kleinen Bereichen zudem eine Verlegung nötigt mache. Die Mittel hierfür würden vom Land gegenfinanziert, sodass hier keine Kosten für die Stadt anfielen.

JOST

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