Allgemeine Berichte | 19.05.2016, 14:08 Uhr

IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz

Robuste Konjunktur, unsicherer Ausblick

Region. Die rheinland-pfälzische Wirtschaft zeigt sich trotz geopolitischer und weltwirtschaftlicher Unsicherheiten robust - das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz hervor. Vor allem der anhaltend starke Konsum trägt gegenwärtig zur guten Geschäftslage der Unternehmen bei. Der Bericht stützt sich auf die Antworten von mehr als 1000 Betrieben, die in Bezug auf Branche, Größe und Standort einen repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft des Landes abbilden.

Wie schon bei der Umfrage zum Jahreswechsel liegt der sogenannte IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lagebeurteilung und Erwartungshaltung der Unternehmen zusammenfasst, bei einem überdurchschnittlich hohen Wert von 121 Punkten. Jedes vierte Unternehmen rechnet auch mit einer Belebung der eigenen Geschäfte. Zudem plant die rheinland-pfälzische Wirtschaft erneut einen leichten Personalzuwachs.

Nennenswertes wirtschaftliches Wachstum ist dennoch nicht zu erwarten: Zum einen fällt die Investitionsneigung trotz der guten Stimmung branchenübergreifend gering aus, sodass es an echten Wachstumsimpulsen fehlen dürfte. Zum anderen blicken die Unternehmen mit Sorge auf die Entwicklung der Inlandsnachfrage. „Noch ist zwar kein Wendepunkt in der Entwicklung der Binnennachfrage erkennbar“, kommentiert Peter Adrian, Präsident der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Der skeptische Blick in die Zukunft ist aber möglicherweise dem derzeit eher unsicheren Auslandsgeschäft geschuldet. Dadurch steigt die Abhängigkeit von einer kräftigen Inlandsnachfrage.“

Besonders in der Industrie fällt das Stimmungsbild uneinheitlich aus: Die Branche steht zwar insgesamt solide da (89 Prozent der Betriebe berichten aktuell von guten oder befriedigenden Geschäften), blickt aber verhaltener als zuvor auf die kommenden Monate. Maßgeblich hierfür dürften die nachlassende Dynamik der Auftragseingänge aus dem Ausland sowie die Sorge darum sein, obdie Inlandsnachfrage die Nachfrageschwäche auf den Auslandsmärkten kompensieren kann.

„Die uneinheitliche Beurteilung der konjunkturellen Situation durch die Unternehmen ist der sehr komplexen Gemengelage von teils widersprüchlichen Marktentwicklungen und schwer einschätzbaren Risikofaktoren geschuldet“, sagt Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. Hierauf würden die Betriebe entsprechend ihrer individuellen Betroffenheit reagieren.

Vor diesem Hintergrund wären nach Auskunft der IHK-Arbeitsgemeinschaft im Jahresverlauf stützende Effekte für die Branchenkonjunktur wünschenswert, etwa in Form einer Belebung der Weltwirtschaft oder einer anziehenden Investitionsnachfrage im Inland. „Angesichts der wahrnehmbaren Anspannung der Unternehmen braucht es auch klare Signale der Politik, die das Vertrauen der Wirtschaft in den Standort und in den politischen Willen zu unternehmensfreundlichen Rahmenbedingungen stärken“, sagt Adrian.

Pressemitteilung der

IHK-Arbeitsgemeinschaft

Rheinland-Pfalz

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