Rüber rockt für Flüchtlingshilfe
Rocken gegen Rechts
Maifelder Benefizkonzert setzt Zeichen gegen Rechts – Firmlinge Spenden für Flüchtlingshilfe
Rüber. Zu einem Benefizkonzert hatte der Förderverein Flüchtlingshilfe Maifeld am vergangenen Samstag ins Gemeindehaus von Rüber eingeladen. Um ihre ehrenamtliche Tätigkeit zu unterstützen und ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus sowie für ein weltoffenes Maifeld zu setzen, hatten die Organisatoren drei in der Region bekannte Bands für den Abend gewinnen können. Klaus Meurer, der Vorsitzende des Fördervereins, eröffnete die Veranstaltung und freute sich, unter den Saalgästen auch Verbandsbürgermeister Maximilian Mumm begrüßen zu können.
Besonderen Applaus gab es vom Publikum für die anschließende Spendenübergabe durch die Rüberer Firmlinge des Jahres 2015. Die Jugendlichen hatten ihr Projekt unter das Thema „Zivilcourage“ gestellt und den selbst produzierten Kalender beim Weihnachtsmarkt verkauft. Gemeinsam mit ihrer Katechetin und Rüberer Ortsbürgermeisterin Karin Butter überreichten drei der insgesamt vier jungen Leute ihren Erlös in Höhe von 500 Euro an Klaus Meurer.
Die Gruppe „Vicky unplugged“, ein Trio aus Koblenz, startete das Konzert mit Klassikern von Adele, Amie Winehouse und anderen, aber auch selbst getexteten Beiträgen.
„Blueside“ aus Koblenz überzeugten das Publikum mit ehrlichem, kraftvollen Blues und ihrem abwechslungsreichen Repertoire.
Einen Mix aus Deutschrock und Sprechgesang präsentierte die Maifelder Band „Ezetera“. In ihren Eigenkompositionen thematisierten sie auch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und sorgten mit Energie und Spielfreude für beste Stimmung im Haus der Gemeinde.
Flüchtlingshilfe im Maifeld
Der Förderverein Flüchtlingshilfe Maifeld wurde im September 2015 von 36 Personen gegründet. Mittlerweile wird der Verein von über 60 Mitgliedern unterstützt. In den ersten Monaten lag das Hauptaugenmerk auf der Bewältigung von organisatorischen Aufgaben und der Versorgung der in großer Anzahl in der Verbandsgemeinde Maifeld angekommenen Flüchtlinge. Besonders Lücken bei den Grundbedürfnissen, beispielsweise Wohnungseinrichtungen, gab es zu füllen.
In diesem Jahr wurde eine große Anzahl von Begleitmaßnahmen organisiert. Dazu gehörten zwei Sprachwochenenden für Grundschüler sowie für 15- bis 16-jährige Jugendliche und eine Fahrradverkehrsschule in den Osterferien. Die Kindergartenkinder besuchten gemeinsam mit ihren Eltern das Theaterstück „Pinocchio“ bei den Burgfestspielen in Mayen.
Jeden Samstag trifft sich in Polch eine Mädchengruppe zu einem Tanzkurs, der in Zusammenarbeit mit dem Tanzverein „Mosella“ aus Kobern-Gondorf angeboten wird. Besonders gut besucht war der Kaffeenachmittag „international“, zu dem der Förderverein anlässlich der Kirmes in Münstermaifeld geladen hatte. Im Festzelt vor der Touristik-Info wurde eine Kaffeetafel mit zahlreichen selbstgebackenen Kuchen angeboten. Die Veranstaltung ermöglichte nicht nur den Kontakt der Flüchtlinge untereinander, sondern auch die Begegnung mit den Einheimischen.
Derzeit leben in der Verbandsgemeinde Maifeld etwa 70 Flüchtlingsfamilien mit insgesamt 300 Personen. Sie wohnen in den Gemeinden Gering, Keldung, Küttig, Lonnig, Mertloch, Metternich, Münstermaifeld, Naunheim, Ochtendung, Pillig, Polch, Ruitsch, Trimbs und Wierschem.
Etwa 150 ehrenamtliche Helfer kümmern sich um die Betreuung, Fahrdienste, Sprachkurse, und so fort. Mittlerweile wurde neben der Kleiderkammer in der Caritas Sozialstation in Polch eine weitere in Naunheim eingerichtet, die von Ute Hub und Susanne Weis begleitet wird. In Ochtendung (alle 14 Tage), und in Münstermaifeld, (alle drei Monate), finden Begegnungscafés statt. „Die Koordinationsarbeit des Dekanates Maifeld-Untermosel, die Unterstützung durch die Caritas und die evangelische Kirchengemeinde sowie die hervorragende Zusammenarbeit mit der Flüchtlingskoordinatorin der Verbandsgemeinde Maifeld funktioniert bestens“, lobt Karin Fust, die zweite Vorsitzende des Fördervereins. Dies gelte ebenso für den „Runden Tisch“, zu dem alle sechs Wochen in die Räumlichkeiten der Verbandsgemeinde eingeladen wird.
Als neuestes „Projekt“ ist im Oktober im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Fördervereins im Bürgerhaus Küttig eine Filmvorführung über die Flüchtlingskatastrophe von Lampedusa vorgesehen. Die Vorstellung wird von der gebürtigen Gappenacherin und jetzigen Hauptstadtredakteurin des Bayrischen Rundfunks Ellen Trapp begleitet.
Mitglied des Fördervereins Flüchtlingshilfe Maifeld können Privatpersonen, aber auch Vereine und Organisationen sowie Ortsgemeinden werden.
Interessierte können sich auch im Internet unter www.flüchtlingshilfemaifeld.de an den Vorstand wenden. LP
