Allgemeine Berichte | 04.10.2017, 14:03 Uhr

Kulturlant präsentierte zweites „Rookie“-Festival

Rockige, aber auch ruhige Töne

„Indianageflüster“, „Perdu“ und „Lake Cisco“ boten abwechslungsreiches Konzert

Hatten durchaus Mitsingfaktor: „Perdu“.DU
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Lantershofen. Bereits zum zweiten Mal veranstaltete jüngst der rege Grafschafter Kulturverein „Kulturlant“ sein von der Kreissparkasse Ahrweiler unterstütztes Nachwuchsbandfestival „Rookie“. Im vergangenen Jahr setzte man dabei auf die musikalisch härtere Gangart des Genres „Melodical Hardcore“ und hatte mit „Betray your Idols“ einen lokalen Hochkaräter dabei. Entsprechend ordentlich war die Zuschauerzahl.

Frische Bands, frisches Programm

Diesmal spielten drei genremäßig praktisch gänzlich andere Bands auf der nagelneuen Bühne im frisch renovierten Lantershofener Winzerverein und konnten weder das avisierte junge Publikum noch die Musikfreunde in großer Zahl anlocken. Nur rund 100 Besucher verliefen sich Saal, eine doch etwas enttäuschende Resonanz. „Kulturlant“ wird sein musikalisches Angebot mit jungen Musikern zumindest in der laufenden Spielzeit bis Frühjahr 2018 dennoch aufrecht erhalten und Konzerte der Bands „Elastiq“ (4. November) und „Emma6“ (28. April) präsentieren.

Den Auftakt machte die fünfköpfige Combo „Indianageflüster“ aus Emmelshausen die Rap mit handgemachten Instrumentals kombiniert. Dabei präsentierten sie mit „Hi Bitch“, „Über Regen“, „Freakshow“, „Mariohbama“ und Impuls auch die komplette Songliste ihrer im Juli erschienenen EP „Stille Post“. Wirklich still kamen „Indianageflüster indes nicht daher, denn in ihren Stücken lassen sie gerne Elemente aus Indie-Rock und Crossover einfließen. Über allem wabert jedoch der Rap-Gesang von Frontmann Jojo Gauch, immer wieder hörbar flankiert von Luca Gilles am Cello. Zweite Band des Abends war die aus Saarbrücken stammende Band „Perdu“, die klassischen Deutsch-Pop im Stile von Clueso, Max Herre oder Bosse zelebrierte. Sänger Jan Grasmück versuchte, das Publikum in seine Songs zu integrieren, forderte immer wieder zum Mitsingen der sich wiederholenden Passagen auf, fand aber zu wenig Zuhörer, um eine Konzertstimmung zu erzeugen.

Enttäuschender Besucherzuspruch

An Perdu lag das aber mit Sicherheit nicht, ihre Musik über die Generationen, den ach so wichtigen Geldfluss („Money – Cash – Geld“) und die Verantwortung für die Zukunft („Auf der Straße - Wir haben protestiert“) haben Hand und Fuß und eigentlich auch Mitsingpotential. Aber der Chor fehlte und damit auch die Zugabe-Rufe am Ende der Vorstellung. So entging dem Publikum der Perdu-Hit „Lange nicht getanzt“, mit dem sich die Saarländer einst beim Bundesvision-Songcontest einem Millionenpublikum präsentierten.

„Lake Cisco“ mag es wuchtig

Als Headliner fungierten schließlich „Lake Cisco“ aus Koblenz. Mehr als eine Stunde lang präsentiere die Band schnörkellos und ohne lange Moderationen ihre zumeist überlangen Kompositionen. Dominant am Schlagzeug und mit wuchtigen Gitarren- und Bassklängen präsentierte die Formation Songs aus dem Debutalbum „Permanent Transient“, dazu gesellten sich einige neue Stücke der Band, die ihren Auftritt ausgerechnet mit den „Famous last words“ startete. Es ging den Musikern um Bandleader David Trapp darum, Progressive- und Alternative Rock bewegt und dabei äußerst abwechslungs- und variantenreich zu präsentieren, wobei ihnen die erstklassige, neue Ton- und Bühnentechnik des Winzervereins entgegenkam.

So wusste man sowohl ordentlich zu rocken, aber auch ruhige Töne anzuschlagen und dabei durchaus melancholische Seiten zu zeigen. Aber Lake Cisco liebten es in erster Linie monumental, nicht nur bei ihrem Abschlussstück „Independence“, mit dem die das Festival kurz vor Mitternacht beendeten.

„Lake Cisco“ verbanden Prog-Rock- und Alternative-Rock-Einflüsse.

„Lake Cisco“ verbanden Prog-Rock- und Alternative-Rock-Einflüsse.

Der charismatische „Lake-Cisco“-Frontmann David Trapp.

Der charismatische „Lake-Cisco“-Frontmann David Trapp.

Hatten durchaus Mitsingfaktor: „Perdu“.Fotos: DU

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