Gemeinde Bell plant überregionales Angebot für Waldbestattungen
„Ruheforst Bell am Laacher See“
Bell. Die Bestattungskultur befindet sich genauso wie die Gesellschaft im Wandel. Familienbande sind nicht mehr so eng wie noch vor einigen Jahren. Alternative, pflegelose Bestattungsformen gewinnen an Zuspruch. Die Waldbestattung liegt hier im Trend. Verbraucherumfragen zeigen, dass sich immer weniger Menschen eine Beisetzung auf einem herkömmlichen Friedhof vorstellen können.
Auch der Beller Gemeinderat beschäftigt sich unter der Leitung des 2019 gewählten Ortsbürgermeisters Stefan Zepp seit 2020 mit der Schaffung eines Waldfriedhofs oberhalb des Schützenplatzes. Ebenso wie alle anderen Kommunen steht auch Bell vor der Aufgabe, neue Strategien für eine künftige Waldnutzung zu entwickeln. Probleme wie Klimawandel, die Globalisierung der Holzmärkte, die energetische Nutzung von Holz sowie den demografischen und gesellschaftlichen Wandel gilt es zu bewältigen.
Nachdem die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz im August 2021 hierfür die von der Verwaltung der VG-Mendig beantragte Genehmigung erteilt hatte, wurde das Projekt ausgeschrieben. Dabei erhielt die Firma „RuheForst“ GmbH aus Darmstadt den Zuschlag und somit wird der erste überregionale Waldfriedhof des Kreises Mayen-Koblenz den Namen „Ruheforst Bell am Laacher See“ tragen.
In Deutschland dürfen aufgrund der rechtlichen Bestimmungen keine privatwirtschaftlichen Friedhöfe betrieben werden. Die Realisierung von Ruhe-Forsten erfolgt daher immer in Kooperation mit einem kommunalen oder kirchlichen Träger. Die RuheForst GmbH ist in der Regel weder Eigentümer noch Betreiber des Standortes. Die öffentlich-rechtliche Trägerschaft garantiert höchstmögliche Sicherheit für den Kunden. Der Betrieb des RuheForstes erfolgt in partnerschaftlicher Kooperation durch die Kommune und den Forstbetrieb. U.a. werden folgende Dienstleistungen erbracht: RuheForst stellt ein ausgereiftes und erprobtes Konzept zur Verfügung, übernimmt das überregionale Marketing, betreibt den Markenschutz sowie die Rechtsberatung und vieles mehr.
Im Gespräch mit „Blick aktuell“ wies Stefan Zepp darauf hin, dass die Gemeinde Bell plant, zwei Mitarbeiter/-innen auf 450,-- Euro-Basis einzustellen, die sich ausschließlich um die Kommunikation mit den Angehörigen (z.B. in Form einer allgemeinen Beratung oder bei der Auswahl des Bestattungsortes (Baumes) und mit dem jeweiligen Bestattungsinstitut kümmern sollen. Die Grabvorbereitungen und –Nachbereitungen werden vom Bauhof der Gemeinde übernommen. Während nach den Worten des Ortsbürgermeisters im Gemeinderat über dieses Thema ein gutes Einvernehmen herrscht, wird im Rahmen des Gesamtkonzepts die Ausschreibung für die neuen Mitarbeiter/-innen in den kommenden Wochen erfolgen. Übrigens findet jeden ersten Donnerstag im Monat ein Treffen mit den Beigeordneten und Fraktionsvorsitzenden statt, bei dem aktuelle Themen, bzw. Vorschläge diskutiert werden. „Dazu zählen derzeit die nicht mehr zu stoppenden Preiserhöhungen in der Baubranche, wodurch mitunter schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen“, so Bürgermeister Zepp, der jedoch seine Hoffnung darauf setzt, das überregionale Angebot einer Waldbestattung in Bell, bei dem es sich um eine nicht unerhebliche Einnahmequelle für die Gemeinde handelt, bereits im Herbst dieses Jahres realisieren zu können.
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