Internationaler Frauentag in Cochem
Ruth Schiffer erklärte die Welt der Männer
Kabarettistisches Pointen-Festival erfreute 180 Besucherinnen
Cochem. Der internationale Frauentag umfasste heuer in Cochem nur einen Programmpunkt, der es aber in sich hatte. Denn mit dem Auftritt von Kabarettistin Ruth Schiffer, die ihre höchst amüsante Wortakrobatik mit einhergehender Revolverschnauze im Düsseldorfer „Kommödchen“ erlernte, war man sich vonseiten der Veranstalter eines kurzweiligen Nachmittags eigentlich sicher. So war es die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Cochem-Zell, Hedwig Brengmann, die vor dem Start ins Kabarettvergnügen rund 180 Frauen begrüßen konnte, unter die sich auch das ein oder andere tapfere Mannsbild gemischt hatte. Tapfer auch deshalb, weil Ruth Schiffer die Vertreter der Testosteron-Fraktion nebst deren Lebensgewohnheiten und Ansichten in brillanter Form kabarettistisch sezierte.
Argumente und Beispiele, die für eine Hilflosigkeit des Mannes, sich im normalen Leben zurechtzufinden und die absolute Unfähigkeit, es zu genießen, sprachen, konnte sie hier aus eigener Erfahrung darlegen. Ein Umstand, der ihr neben viel Beifall auch das Gelächter der begeisterten Damen einbrachte. Hatte die Kabarettgröße zunächst alle Frauen noch augenzwinkernd zu ihrem 100-jährigen Wahlrecht in Deutschland (seit 1919) beglückwünscht: „Kaum zu glauben, dass eine Frau zur Wahl gehen darf, die morgens noch nicht weiß was sie anziehen soll“, so begrüßte sie die wenigen Männer im Saal, als geduldete Minderheit, ganz besonders.
Mit ihrem eigenen vermeidet sie am liebsten den Einkauf. „Während ich ohne Probleme 30 Paar Schuhe anprobieren kann, ohne ein Paar davon aus den Augen zu verlieren, dreht mein Göttergatte bereits am Rad, wenn ihm im Kaufhaus die zweite Jacke noch nicht passt“, so Schiffer. „Dann bekommt er wegen fehlender Impulskontrolle einen Tunnelblick und schaltet im Gehirn auf Notbeleuchtung um, damit er vor Wut nicht platzt“, ergänzt sie. Weiterhin weiß sie mit spitzer Zunge zu berichten, dass Männer zwar Wasch- und Spülmaschinen erfinden und bauen können, an deren Bedienung würden sie allerdings hilflos scheitern. Wäre ein Mann zuhause Selbstversorger, ging definitiv alles in die Hose.
Dann hat sie noch eine deftige Message an die Herren der Schöpfung: „Auch eine Henne merkt, wenn am Morgen die Sonne aufgeht – dafür braucht sie aber nicht auf den Mist zu steigen und zu krähen!“ Anhaltendes Gelächter und ebensolcher Applaus sind ihr für diese Ansage vom weiblichen Publikum sicher. „Mein Mann braucht immer nix und ich brauche dauernd etwas – das macht mich völlig irre!“ „Er ist ein absolutes Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit, wenn es um Klamotten geht!“ „Er besitzt exakt zwei Ausstattungen, von denen man jeweils eine noch länger tragen kann, wenn die andere denn in der Wäsche ist!“
So fragt sich die Kabarettistin manchmal auch, ob Männer vielleicht doch lieber wie in der Urzeit in Höhlen leben möchten. Diesbezüglich hält sie die Tiefparterre oder den Keller für eine artgerechte Haltung von Männern als bestens geeignet. „Von dort aus braucht er ja auch keinen Müll runterzutragen - er ist ja schon unten“, so Schiffer wissend. „Ich habe meinem im Keller eine „Männerklappe“ eingebaut, dann kann er zur Paarungszeit ohne Probleme zu mir in den ersten Stock kommen“, erklärt sie noch.
Es ist Unterhaltung vom Allerfeinsten, was der bühnenerfahrene Ehrengast mit kölschem Dialekt mal in sanften aber auch lauten Tönen mit dazugehöriger Gestik von sich gibt. Das Ganze mit deftigen Seitenhieben gegen die Spezies Mann und mit spitzer Zunge formuliert. TE
Gleichstellungsbeauftragte Hedwig Brengmann hieß die Besucher im Kapuzinerkloster willkommen.
Kabarettistin Ruth Schiffer begeisterte mit ihren Jux-Beiträgen über die Welt der Männer.
