Allgemeine Berichte | 10.01.2018

Sternsinger verkündete als Nachfolger der heilige drei Könige die frohe Botschaft in der VG

Sammeln für das Kinderheim in Jérémi auf Haiti von Pater Garry

Die Unkeler Sternsinger stellten sich zum Gruppenbild vor dem Altar von Sankt Pantaleon auf. DL

Unkel. Um die frohe Botschaft von der Geburt Jesu zu verkünden sowie als Zeichen der Solidarität mit Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika, wurden in Deutschland erstmals 1954 von der „Katholischen Jungschar“ Sternsinger von Haus zu Haus geschickt. Sie sind die „Nachfahren“ der Heiligen Drei Könige, die nach den Hirten, geführt von dem großen Kometen, zum Stall in Bethlehem gepilgert waren, um an Epiphanias den neugeborenen König anzubeten.

Am letzten Donnerstag des alten Jahres hatte Kardinal Rainer Woelki im Kölner Dom mehrere Tausend Sternsinger im Erzbistum „unmittelbar in der Nähe der Heiligen Drei Könige, die hier vorne in dem großen goldenen Schrein ruhen“ auf den Weg geschickt, darunter auch einige Kinder aus dem Seelsorgebereich der VG Unkel. „Die Aussendungsfeier am 28. Dezember im Kölner Dom war für sie ein beeindruckendes Erlebnis, da der Dom mit Sternsingern aus dem ganzen Erzbistum voll besetzt war“, berichtete Gemeindereferentin Rita Cosler. Nur in Rheinbreitbach waren die Sternsinger seit Ende Dezember nach der Kindersegnung in Sankt Maria Magdalena von Haus zu Haus unterwegs, um nach altem katholischen Brauch den Segenswunsch „20*C+M+B+18“, Christus Mansionem Benedicat, Christus segne dieses Haus mit Kreide an die Türrahmen zu schreiben und um gleichzeitig für soziale Projekte zu sammeln, um dieses Mal unter dem Motto bringen, Segen sein“ schwerpunktmäßig „Gemeinsam gegen Kinderarbeiten – in Indien und weltweit!“ vorzugehen. In Bruchhausen waren die kleinen Könige nur am Samstag, dem Drei-Königstag unterwegs, in Erpel von Freitag bis Samstag, während die 16 Unkeler Sternsinger und vier jugendliche Begleiter von sieben bis 18 Jahren sich schon am Donnerstagmorgen von Sankt Pantaleon aus auf den Weg gemacht hatten. „Ein jugendlicher Begleiter war bereits das zehnte Mal im Einsatz, andere sind schon vier, sechs, sieben oder neun Jahre dabei. Weitere 15 Helfer haben die Aktion mit Mahlzeiten unterstützt, bei der Begleitung, Organisation und vielem mehr geholfen“, so Rita Cosler vor der von Pfarrer Andreas Arend zelebrierten Abschlussmesse am Sonntagvormittag.

Als Nachfahren der heiligen drei Könige hatten sie zwar gesungen: „Wir kommen aus dem Morgenland“, im Gegensatz zu ihren Vorgänger hatte sie am Sonntag aber keine materiellen Geschenke in den Altar der Kirche gebracht, sondern Körbe voller Süßigkeiten, die sie geschenkt bekommen hatten und die sie nun an die Linzer Tafel spendeten. Trotz des nicht gerade freundlichen Wetters im neuen Jahr waren sie so hochmotiviert und voller Energie unterwegs gewesen, „dass wir schon jetzt gut 5.400 Euro als Spenden verbuchen können, wobei ein Straßenzug noch besucht werden muss und auch beim Neujahrs-Frühschoppen der Feuerwehr noch einiges zusammenkommen wird“, war sich die Gemeindereferentin sicher. In welche Projekte die Spenden fließen sollen, können die Gemeinden zu 50 Prozent selber bestimmen. „Seit uns während des Weltjugendtages 2005 in Köln Pater Garry besucht hat, der das Kinderheim Orphélinat Notre-Dame du Perpétuel Secours de Jérémie auf Haiti begleitet, hat der Pfarrverband beschlossen, dass von uns dieses Projekt dauerhaft begleitet werden soll“, so Rita Cosler. Drei- bis siebenjährige Waisenkinder werden dort von verwitweten Tagesmüttern betreut, die ihnen die Möglichkeit geben, zur Schule zu gehen, erklärte sie während die Sternsinger das Lied „Seht ihr unsren Stern dort stehen, helles Licht in dunkler Nacht?“ anstimmten.

Auch in Haiti gebe es Kinderarbeit. Viele Kinder, geschätzt 300.000 bis 500.000 im Alter von sechs bis 17 Jahren, würden dort als so genannte „Haussklaven“ missbraucht. „Oft haben diese Familien nicht viel zum Leben. Ihre Kinder müssen in der Frühe als Erste aufstehen, Wasser holen, das Essen zubereiten, die Kinder der Familie hüten, waschen, putzen und alle anfallenden Arbeiten erledigen, anstatt eine Schule zu besuchen“, schilderte die Gemeindereferentin die Zustände in dem Inselstaat in der Karibik. Zu essen bekämen sie nur das, was übrig bleibe, schlafen müssten sie oft einfach auf dem Boden. Lohn für ihre Arbeit würden sie keinen erhalten. Wenn sie ihre Arbeit nicht zufriedenstellend machen würden, würden sie misshandelt. Oft würden sie zudem auch sexuell missbraucht. Viele Kinder würden auch ins Nachbarland, die Dominikanische Republik zur Feldarbeit oder Prostitution verkauft. „Häufig flüchten diese Kindern dann als Jugendliche und leben von da an auf der Straße entweder von Prostitution oder als Mitglieder von Banden im Drogenhandel. „Das Kinderheim in Jérémie ermöglicht dagegen zur Zeit 73 Kindern einen geregelten, kindgerechten Tagesablauf, ein eigenes Bett, warme Mahlzeiten und den Besuch einer Schule sowie später einen Ausbildungsplatz, alles Dinge, die für uns selbstverständlich sind“, erklärte Rita Cosler. So würde den Kinderheimkindern zumindest die Möglichkeit eröffnet, später nicht in der gleichen Armut leben zu müssen, wie ihre Eltern. DL

Die Unkeler Sternsinger stellten sich zum Gruppenbild vor dem Altar von Sankt Pantaleon auf. Foto: DL

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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