Allgemeine Berichte | 20.04.2016

Die Trinitatis-Gemeinde in Rheinbreitbach und Linz feierte Konfirmation

Sankt Marien konnte die Festgesellschaft kaum fassen

Auf dem Rasen neben dem Pfarrheim stellten sich die Konfirmanden zum Gruppenfoto auf. DL

Linz. Gleichzeitig mit Lukas Ahrends, Hanna Becker, Alexander Gardemann, Alba Götz, Caroline Hangen, Leonard Heinrich, Christopher Rehling, Niklas Richter, Leo Rössig, Celina Sandermann und Jonas Zagermann, der zweiten Gruppe aus dem nördlichen Bereich der Trinitiatis-Kirchengemeinde, die im Rheinbreitbacher Gemeindehaus an den Tisch des Herrn traten, wurde am Sonntag auch in Linz Konfirmation gefeiert. Zum Abendmahl waren die meisten Konfirmanden bereits am Vorabend in die evangelische Kirche gekommen, den Konfirmations-Festgottesdienst feierten die Gemeindeglieder aus dem Bereich Linz/Bad Hönningen zusammen mit Pfarrer Christoph Schwaegermann wie in den Vorjahren in Sankt Marien. Und selbst diese erheblich größere Kirche der katholischen Pfarrgemeinde konnte die Angehörigen und Bekannten von Luca und Nicolas Brockmann, Simon Bula, Jan Dauelsberg, Lukas Diehl, Jacqueline Ditscheid, Anno Habbich, Jana Heise, Kevin Henz, Lea Junghans, Lilia Kaiser, Henning Kolbow, Jannis Krentscher, Leon Krings, Natalie Laut, Malin Mainka, Charlotte Merchel, Lea Mönch, Melissa Mustroph, Luis Odinius, Katharina Reicke, Sebastian Ronken, Nathalie Schlich, Philipp Schnelle, Lukas Schröter, Mette Kristin, Hendrik Stech, Inga Wienzeck, Kristin Wilkening, Eric Winkel und Anika Zikeli kaum fassen.

„Heute ist Euer großer Tag, aber leider heißt es auch damit Abschied nehmen von der gemeinsamen Konfi-Zeit“, begrüßte Christoph Schwaegermann die 32 Jugendlichen im Pfarrheim, um mit ihnen und einer Delegation des Presbyteriums nach einem gemeinsamen Vater-Unser-Gebet in die Kirche einzuziehen. Musikalisch begrüßt wurden die Konfirmanden dort vom Posaunenchor unter Leitung von Erhard Schwartz. „Wir freuen uns über alle, die heute hier mit uns feiern“, begrüßte der Pfarrer nicht nur die Familien und Paten der Konfirmanden, nachdem diese in den erste drei Bänken Platz genommen hatte. Es sei ein ermutigendes Zeichen, dass die Gemeinde in Sankt Marien Konfirmation feiern dürfe, während die katholische Gemeinde in der evangelischen Kirche ihre Messe feiern würde, bedankte sich Christoph Schwaegernmann für den erneuten Kirchentausch, bevor die Gemeinde das Lied „Danke für diesen Festtag heute“ anstimmte und dann den bekannten Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte“ im Wechsel mit den Konfirmanden las.

Nach der biblischen Lesung von Presbyterin Anne Gerreser, dem Beginn der Bergpredigt, ging der Pfarrer auf die Frage der Konfirmanden ein, was ihrem Leben Sinne geben könne und wohin ihr Weg gehen solle, nachdem sie zwei Jahre lang gemeinsam versucht hatten, das Geheimnis des Glaubens zu lüften. „Es ist schon harte Kost, was Jesus seinen Zuhörern da vorsetzt“, so Christoph Schwaegermann. Es sei oft ein steiniger Weg Christus zu folgen. Viel hätten sich von ihm abgewandt, wie Johannes von seiner Rede in der Synagoge von Kafarnaum berichte. „Wollt auch ihr weggehen?“, habe Jesus seine Jünger gefragt. „Wohin sollen wir gehen? Wir haben geglaubt und wir haben erkannt: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“, habe Petrus ihm daraufhin geantwortet. „Jesus braucht Euch, den ohne uns alle kann die Frohe Botschaft nicht verbreitet werden“, mahnte der Pfarrer.

Fehler würden wohl niemandem auf seinem Weg erspart bleiben. Aber zumindest einige der Konfirmanden seien während der gemeinsamen Zeit dem Glauben näher gekommen, hätten nicht nur etwas über die Religion gelernt, sondern auch ein Gefühl dafür bekommen, dass der Glaube auch in schwierigen Zeiten tragen könne. Damit war Christoph Schwaegermann bei Dietrich Bonhoeffer angekommen, dem lutherischen Theologen, der sich auch während des Naziregimes zu Christus bekannt und sich ab 1938 sogar dem politischen Widerstand um Wilhelm Franz Canaris angeschlossen hatte. Nach Redeverbot 1940 und Schreibverbot 1941 wurde er im April 1943 verhaftet und zwei Jahre später auf ausdrücklichen Befehl Hitlers als einer der letzten NS-Gegner hingerichtet, die mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht wurden. „Dietrich Bonhoeffer ist ein Vorbild im Glauben, auch wenn sicher die wenigsten diesen von ihm gewählten Weg gehen würden“, so Christoph Schwaegermann, bevor er den Jugendlichen vor ihrer Bekräftigung des Glaubens als „Konfirmation“ die ersten Zeilen des Bonhoeffer-Gedichts mit auf den Weg gab: „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will. DL

Auf dem Rasen neben dem Pfarrheim stellten sich die Konfirmanden zum Gruppenfoto auf.

Auf dem Rasen neben dem Pfarrheim stellten sich die Konfirmanden zum Gruppenfoto auf.

Auf dem Rasen neben dem Pfarrheim stellten sich die Konfirmanden zum Gruppenfoto auf. Fotos: DL

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