Wassermassen überfluteten neue Sportanlage am Buschhovener Ortsrand
„Schneeschaufeln“ im Sommer
2.000 Euro Schaden
Swisttal-Buschhoven. Eine Wagenladung voller Schneeschieber und Karren brachten Männer des Swisttaler Bauhofes zur neuen Gemeinschaftssportanlage am Buschhovener Ortsrand: Die Arbeitsgeräte wurden zur großen Aufräumaktion den Vereinen Hertha Buschhoven und SV Miel zur Verfügung gestellt. Was war passiert? Der Starkregen hatte zu einem Wasserstau ausgerechnet auf dem Gelände geführt, wo demnächst mit dem Bau des Vereinsheims begonnen werden soll. Dazu war bereits eine Baugrube für die Bodenplatte ausgehoben worden, die mit rund 80 Kubikmeter Glasschaumschotter ausgefüllt war. Das aufgestaute Wasser suchte sich einen Weg und floss bis zu 200 Meter weit zu dem Trainingsplatz und riss die leichten Schottersteine, sie sind im Gewicht und der Struktur etwa mit Bimsstein vergleichbar, mit. Als das Wasser dann versickerte, blieben die Steine großflächig auf dem Kunstrasen der Spielfläche und einigen Randbereichen liegen.
Rund 2.000 Euro wird die Gemeinde tragen müssen
Bei einem Ortstermin der Gemeinde Swisttal mit Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner sowie Vertretern des Ingenieurbüros Fischer Consult und den Vorsitzenden der beiden betroffenen Vereine Werner Neffgen (SV Hertha Buschhoven) und Luigi Belgiovine (SV Swisttal) wurde der Schaden begutachtet und das weitere Vorgehen besprochen. „Wir wollen Transparenz schaffen“, so die Bürgermeisterin, „damit erst gar keine Vermutungen oder falsche Schlussfolgerungen aufgestellt werden, dies ist auch für die Vereine wichtig.“ Markus Fischer vom Ingenieurbüro: „Eigentlich hat alles funktioniert, aber es war schon eine unglückliche Verkettung der Ereignisse.“ Es gäbe keine Mängel am Aufbau der Sportanlage, erläuterte der Ingenieur, die Drainage der Anlage, die das Wasser von den Spielfeldern zum angrenzenden Buschbach ableitet, sei sehr großzügig berechnet worden, auch die Rückstauklappen hätten funktioniert. Entgegen ersten Gerüchten war der Buschbach auch nicht über die Ufer getreten. Fischer: „Der Glasschaumschotter wird gerne als Isolierung und wegen seiner großen Stabilität gerade unter Bodenplatten eingesetzt, um auch die neuesten Bestimmungen zur Energieeinsparung zu erfüllen. Dass gerade jetzt der Starkregen kam, war nicht vorhersehbar. Zudem liegt der Trainingsplatz längs der B 56 rund zehn Zentimeter tiefer als das übrige Gelände, so dass das Wasser dorthin abfloss. Durch das dort kurzfristig aufgestaute Wasser haben sich einige kleinere Wülste im Spielbelag gebildet. Diese müssen durch die Verlegefirma beseitigt werden. Mit Spezialkrallen wird der Spielbelag so auseinander gezogen, dass ein einwandfreier Spielbetrieb wieder möglich ist. Die Kosten sollen sich auf etwa 2.000 Euro belaufen. „Die Kosten wird die Gemeinde tragen müssen, eine Elementarversicherung für unsere Freiflächen haben wir nicht“, so Gemeindesprecher Bernd Kreuer.
Aufräumaktion der Vereinsmitglieder
Die Vereine hatten sich spontan bereit erklärt, mit ihren Mitgliedern den Schotter wegzuräumen, was der Gemeinde schon mal eine größere Summe erspart. Und so begannen noch am Abend rund 50 Freiwillige mit dem Aufräumen, also mit den „Schneeschaufeln“ im – allerdings weiterhin stark verregneten - Sommer. Ortsvorsteherin Christel Eichmanns unterstützte die Aktion mit einem Imbiss und Getränken. RFW
Mit Schneeschaufeln und Schiebekarren wurde fleißig geräumt. Fotos: Weigert
