Allgemeine Berichte | 17.10.2018

Fast vergessenes Eifeler Kartenspiel wieder belebt

„Schöppen Ass mett de Mädche“

Die siegreichen „SOLO“-Spieler. privat

Dorsel/Antweiler. Es gibt in der Eifel einige Kartenspiele, die vom „Aussterben“ bedroht sind. Eins davon ist „SOLO“, das unseres Wissens nach nur noch rudimentär in Dorsel und Antweiler gespielt wird. Willi Jung hat sich die Mühe gemacht, das Spielsystem aufzuschlüsseln und nieder zu schreiben. Er kann es inzwischen spielen. Das Besondere: Es wird total im Dialekt gespielt.

So haben sich vier Spieler (alles Senioren um die 70) gefreut, nochmals SOLO zu spielen. Zur Dokumentation dieser Eifeler Spezialität wurde auch gefilmt, um Bild, Ton und Spass am Dialekt zusammenfassen. Da saßen sie zu fünft, geballte 350 Jahre, kampferfahren und gespannt.

Und Ehre, wem Ehre gebührt: Der Sieger bekam eine Flasche Spätburger von der Ahr.

Das Foto zeigt den Sieger Paul Eich in der Mitte, ansonsten von links Willi I (Dorsel), Günther (Dorsel), Paul (Dorsel), Willi II, der Scheiber (Bad Neuenahr-Ahrweiler) und Arno (Aremberg).

Kurz zu den Regeln: Vier Mann, Skatblatt, Höchste Trumpf sind datt Mensch, de Spitz und de Bass (Kreuz-Dame, Sieben von gewählter Trumpffarbe und Pik-Dame).

Datt Mensch röft seinen Partner in dem er ein Ass etc. ruft. Der das Ass hat, spielt mit ihm und legt Trumpf fest. Billigstes Spiel sind fünf Stiche, alle acht sind der „Durch“.

Und und und viele Spezialdinge. Gerne einmal in einem großen Artikel mehr. Normales Spiel „koss fünnef Penning, verloren en Jrosche“. So wird das gespielt. Reich werden kann man nicht, aber viel Spass haben. In zwei Wochen wollen wir nochmals starten. Dann will ich auch mal „de Spitz zo viiert“ bekommen und den alten Hasen die Groschen abnehmen. Willi Jung

Die siegreichen „SOLO“-Spieler. Foto: privat

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