Gimmersdorf – ein Dorf mit historischen Wurzeln
Schon im „Heiligen Römischen Reich“ eine bekannte Siedlung
Gimmersdorf Aktiv e.V. taucht in die Geschichte des Wachtberger Ortsteils ein
Wachtberg. Wenn eine Ortschaft über 1050 Jahre besteht, lohnt es sich, einen historischen Blick auf diese lange Zeitgeschichte zu werfen. Dieses hat nun der Heimat- und Bürgerverein Gimmersdorf Aktiv e.V. in seiner neusten Broschüre „Gimmersdorf – ein Dorf mit historischen Wurzeln“ getan. Bereits im Jahr 2007 hatte der Gimmersdorfer Heiner Pilger einen Blick in die Geschichte Gimmersdorfs gewagt und in seiner Broschüre „Von Ingermarestorp nach Gimmersdorf“ interessante Aspekte aus der Historie des Wachtberger Ortsteils beleuchtet (ebenfalls herausgegeben vom Bürgerverein Gimmersdorf Aktiv e.V.).
Erste urkundliche Erwähnung schon im Jahr 970
Noch weiter zurück, nämlich bis in das Jahr 970, geht jetzt die vom Verein vorgestellte neue Broschüre. Auf 55 Seiten wird im handlichen DIN A5 Format die Dorfentwicklung seit der Ersterwähnung zum 2. Januar des Jahres 970 chronologisch aufgeführt. In der Broschüre befindet sich auch die Originalurkunde der Ersterwähnung, in welcher der damalige Erzbischof Gero von Köln die Kirche des erneuerten Klosters zu Gerresheim einweihte. Dabei schenkte er der Frauengemeinschaft Ländereien, sowie den Landkomplex „Ingermarestorp“ – das heutige Gimmersdorf.
Weiter geht es durch die Zeitgeschichte, indem die Gepflogenheiten der Herrschaft der Grafen von Drachenburg beschrieben werden, die noch heute in der Namensgebung des „Drachenfelder Ländchens“ präsent sind. Auch hier beschreibt eine Originalurkunde aus dem Landesarchiv mit lateinischer Transkription und deutscher Übersetzung die herrschaftliche Zeit des frühen Mittelalters.
Geschichtliche Ereignisse prägten schon das damalige „Ingermarestorp“
Ein ehr unrühmliches Kapitel beschreibt die im Mittelalter um das Jahr 1630 allgegenwärtigen Hexenprozesse, denen der Überlieferung nach zwei Männer und 17 Frauen in der Umgebung Gimmersdorfs zum Opfer fielen. Auch wenn aus Gimmersdorf selbst keine Fälle überliefert sind, so diente die im Ort gelegene Hinrichtungsstätte nicht selten als Austragungsort des schaurigen Geschehens.
Einige Kapitel (besser Geschichtsepochen) weiter wurde Gimmersdorf zum echten „Tatort“: Dem Schöffenmord von Gimmersdorf am Abend des 6. Januar 1797, als ein französischer Infanterist den örtlichen Wirt bedrohte. Dieser verweigerte dem offensichtlich angetrunkenen Franzosen weitere Trinkgelage. Der zur Streitschlichtung herbeigerufene Gerichtsschöffe wurde dabei von dem Infanteristen durch einen Gewehrschuss tödlich verletzt.
Zusammengefasst ist es dem Bürgerverein gelungen, die vielfältigen historischen Informationen zusammenzutragen, sie geschichtlich einzuordnen, aber auch mit nachdenklichen Worten abzuschließen, was die Zukunft im Zuge des Klimawandels und der aktuell ernsten weltpolitischen Lage angeht.
Die Broschüre ist, ohne es zu übertrieben sehen zu wollen, zweifelsohne ein geschichtlicher Meilenstein in der Historischen Gesamtbetrachtung als Teil des Drachenfelser Ländchens geworden.
Das Projekt wurde durch das Land NRW im Zuge des Förderprogramms „Heimat-Scheck“ unterstützt.
Pressemitteilung
Gimmersdorf Aktiv e.V.
Der Vorsitzende des Bürgervereins „Gimmersdorf Aktiv“ , Frans Bollebakker, übergibt dem Bürgermeister der Gemeinde Wachtberg, Jörg Schmidt, die Erstausgabe der neuen Broschüre über Gimmersdorf’s Historie. Die Aufnahme entstand vor dem Gimmerdorfer Dorfsaal. Hier finden gerade umfangreiche Umbauten für die zukünftige Nutzung im Zuge des „Dorfinnenentwicklungskonzepts“ statt. Foto: Gimmersdorf Aktiv e.V.
