Allgemeine Berichte | 19.05.2017

Partizipation als Ziel einer AG an der Realschule plus Nentershausen

Schüler bestimmen Themen

Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Schule hergestellt

Projektleiter Alexander Sittinger und vier AG-Teilnehmern zeigen Broschüren zum Thema „Kinderrechte“. privat

Nentershausen. Es gibt viele Bereiche, in denen die Schülerinnen und Schüler der Realschule plus Nentershausen mitbestimmen können. Während diese aktive Teilhabe, deren pädagogischer Fachbegriff „Partizipation“ lautet, im Vormittagsunterricht weniger Gewicht erhält, hält der Nachmittagsbereich mit seinem AG-Angebot mehr solcher Möglichkeiten bereit. Eigenständiges Einbringen und Auswählen von Theaterstücken, verantwortliches Gestalten von Inhalten in der Radio-AG oder die Arbeit bei den Redaktionssitzungen der Schuljournal-AG sind hier nur drei Beispiele.

Bereichert und auf den Punkt gebracht wurde das Angebot nun durch ein Projekt, das ein Studierender der Hochschule Koblenz in Kooperation mit der Schule durchgeführt hat. Unter dem Motto „Mitmischen – Kinderrechte in der Schule!“ setzte sich Alexander Sittinger, Studierender im 7. Semester, innerhalb des ersten Schulhalbjahres 13 mal mit vier Schülerinnen und Schülern zwischen elf und 15 Jahren zusammen. Aus dem Anliegen, den Lernenden mehr Teilhabe zu ermöglichen und so mehr Mitbestimmung in die Schule zu tragen, entwickelte sich eine lebhafte Arbeitsgemeinschaft.

Im Vordergrund stand für Alexander Sittinger dabei die Auseinandersetzung mit der UN-Kinderrechtskonvention. Und das Interesse der Kinder daran war sehr breitflächig. Aus der Gruppe wurde zum Beispiel der Vorschlag gebracht, sich einmal mit dem Thema „Adoption“ auseinanderzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler luden dazu ein adoptiertes Kind zu einem „Experteninterview“ ein und beschäftigten sich anschließend damit, was dies mit den Kinderrechten zu tun hat. Da ging es dann beispielsweise um das Recht auf einen Namen oder den Anspruch auf einen Umgang mit den Eltern.

Ein völlig anderes, zum Zeitpunkt der AG aktuelles Thema war das LKW-Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt. Da entfaltete sich eine Diskussion um die Rekrutierung von Jugendlichen durch den IS über soziale Netzwerke: Welches Recht haben Kinder in Bezug auf den Zugang zu Medien und Informationen? Wo berührt dieses Recht Grenzen, wenn Kinder zum Beispiel durch die Eltern vor solchen Einflüssen geschützt werden müssen.

Alexander Sittinger hat mit seinem Projekt einen wichtigen pädagogischen Aspekt in der Schule gestärkt, was sich nicht zuletzt daran gezeigt hat, dass die teilnehmenden Jugendlichen sehr gerne noch länger an ihrer großen Themenliste gearbeitet hätten.

Projektleiter Alexander Sittinger und vier AG-Teilnehmern zeigen Broschüren zum Thema „Kinderrechte“. Foto: privat

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