Katholische Frauen vom KKF und Kontaktkreis Flüchtlinge
Schultüten als Integrationshelfer
Raum zum Dialog für Geflüchtete und Einheimische
Rheinbreitbach. Kreativarbeit ist ein fester Bestandteil der Aktivitäten des Kontaktkreises Flüchtlinge in der Verbandgemeinde Unkel, sei es in eigenen Kreativ-Veranstaltungen oder den monatlich stattfindenden Willkommenscafés. Sie ermöglichen Kontakt und Dialog jenseits von Sprachgrenzen. Dies geschieht auch bei Kooperationsveranstaltungen, wie der folgende Bericht zeigt. Quirlig geht es an einem Mittwoch kurz vor Schulbeginn im Pfarrsaal beim Frauencafé der katholischen Kirchengemeinde Sankt Maria Magdalena in Rheinbreitbach zu: Denn die katholischen Frauen in Wirtschaft und Verwaltung (KKF) haben erneut zum Frauencafé eingeladen, welches seit Mai einmal im Monat stattfindet. Die Initiatorinnen wollten einen Ort der Begegnung für Geflüchtete, Frauen des KKF und andere Interessierte Frauen schaffen. Der Kontaktkreis Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Unkel war aus diesem Grund von Beginn an mit dabei.
Frauencafé wird gut angenommen
„Schön, dass es von den Rheinbreitbacher Neubürgerinnen und ihren Kindern so gut angenommen wird“, freut sich KKF-Vorsitzende Felicitas Felinger an diesem Tag über die Kinder und Mütter, die zum Basteln von Schultüten gekommen sind. Die vier I-Dötzchen aus Syrien und Afghanistan sind vor Aufregung und Freude schon ganz aus dem Häuschen und können es kaum erwarten, die Schmuckelemente selbst aufzukleben, während ihre Mütter in großen farbigen Buchstaben ihre Vornamen ausschneiden. Ganz unvorbereitet geht keines von ihnen zur Schule, obwohl die drei Kinder aus Syrien erst einige Wochen in Rheinbreitbach leben. Engagierte Helfer, wie Student Hendrik Esser, der „etwas Sinnvolles tun“ will, geben ihnen Deutschunterricht. Das freut Sibylle Meyer: „Für uns vom Kontaktkreis Flüchtlinge ist es ein Glücksfall, dass sich viele Menschen, oft Nachbarn der Geflüchteten, hier engagieren.
Viele warten auf ihre Aufenthaltsgenehmigung
“ Die anderen Gäste – Frauen aus Somalia, Eritrea und Armenien - unterhalten sich derweil mit den deutschen Frauen des KKF bei Tee, Kaffee und Kuchen über ihren Alltag, aber auch ihre aktuelle Situation. Einige warten schon seit vielen Monaten auf ihre Anhörung, das „Interview“ beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF, welches der Entscheidung über ihren weiteren Verbleib in Deutschland vorausgeht. Bis dahin leben sie in der lähmenden Ungewissheit, ob sie bleiben können oder nicht. „Aber wenn sie dann einen „Aufenthaltstitel“ haben, der ihren Verbleib in Deutschland für einen bestimmten Zeitraum sichert, können wir aktiv bei der Berufs- und Zukunftsplanung helfen“, macht Felicitas Felinger Mut. Die Zusammenarbeit zwischen dem Kontaktkreis Flüchtlinge und den lokalen Organisationen, wie dem KKF, funktioniert gut. Begegnungen beim Sport oder kreativen Aktivitäten ermöglichen den Kontakt und den Dialog zwischen Einheimischen und Geflüchteten und öffnen den Neuankömmlingen manche Tür, um in Deutschland anzukommen und heimisch zu werden. Das Koordinationsteam des Kontaktkreises Flüchtlinge freut sich über jede neue Idee und Initiative zu helfen oder Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Interessierte wenden sich bitte an Detlev Cosler, Telefon (0 22 24) 98 67 22 oder Sibylle Meyer, Telefon (0 22 24) 75 36 7.
