Spannende Open-Air-Krimis mit Erfolgsautor Ralf Kramp
Schwarzhumorige Highlights begeisterten
Ernst. Es ist die für ihn berühmte Mischung eines süffisanten wie diabolischen Lächelns, mit der Erfolgsautor Ralf Kramp auch diesmal seine Gesichtszüge ausstattet, als er nach mehrmonatiger Pause kriminell Neues aus eigener Feder präsentiert. Dies im Rahmen einer Open-Air-Lesung im weitläufigen Garten des Weingutes Göbel-Schleyer-Erben, wo sich eine ansehnliche Fanggemeinde von gut 70 erwartungsfreudigen Zuhörern eingefunden hat und sich umständehalber natürlich mit dem vorgeschriebenem Sicherheitsabstand platziert.
In der Folge präsentiert der beliebte Eifeler Krimischreiber einmal mehr schwarzhumorige „Mordsgeschichten“ aus überwiegend heimatlichen Gefilden, wo sich nicht nur Fuchs und Hase eine gute Nacht wünschen, sondern auch mordlustige Einheimische offensichtlich bösartig und meist ungeschickt zu Werke gehen. Da kann sich der angestrebte Erfolg des Eifeltäters auch schon einmal gegen ihn selbst wenden, was beim begeisterten Publikum meist erkennbare und erleichternde Schadenfreude auslöst. So versteht der exzellent vortragende Krimiautor auch keinen Spaß, wenn er verbal wie schauspielerisch gekonnt in die Rollen seiner Protagonisten schlüpft und diese abschließend als unerwartete Gewinner oder verdiente Verlierer der mörderischen Ereignisse dastehen lässt.
Dabei ist es nicht immer eine von überraschenden Wendungen geprägte Kurzgeschichte, mit denen Kramp die Zuhörerschaft in seinen Bann zieht. Hin und wieder erfreut er auch mit einem Gedicht, dessen Inhalt sich aber stets auf eine schlimme oder heitere Moritat bezieht.
So erklärt der Autor im Rahmen eines Kurzbeitrags den landläufigen Begriff „entfernte Verwandte“ in der Eifel mit der sprichwörtlichen Entfernung eines Verwandten und auf einem Campingplatz in besagtem deutschen Mittelgebirge meucheln Jäger, Metzger und sogar betagte Ladies ihre naturliebenden Mitmenschen. Die Reinkarnation von Sonja und Klaus beim Urlaub am Strand einer Nordseeinsel entführt das Publikum bis ins dunkle Mittelalter, wobei Kramp erst in den beiden letzten Sätzen seine Kurzgeschichte den Grund des bösen Handelns aufklärt. Spannung und Erleichterung pur. Der trampenden Teenagerin Melli wird ihre Gier nach Geld, ihr loses Mundwerk, sowie ihre Respektlosigkeit gegenüber der Witwe des für ewig verliebten Senioren Bertram zum Verhängnis, während der ungeliebte Enkeltrick fieser Zeitgenossen, zur Verwunderung der lauschenden Krimifreunde, offensichtlich auch andersrum funktionieren kann. Jedenfalls triumphiert abschließend das vermeintliche Opfer. So jedenfalls weiß darüber Ralf Kramp in seiner letzten Geschichte eindrucksvoll zu berichten. TE
