Allgemeine Berichte | 12.07.2025, 15:21 Uhr

Schwere Vorwürfe gegen Innenminister Ebling und ehemaligen Innenminister Lewentz

Landrat a. D. Dr. Jürgen Pföhler

Kreis Ahrweiler. Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling hat sich am vergangenen Freitag öffentlich zum Disziplinarverfahren gegen Landrat a.D. Dr. Jürgen Pföhler geäußert.

Laut Ebling gehe aus dem nunmehr vorliegenden Ermittlungsbericht hervor, dass Pföhler durch Unterlassungen und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit der Naturkatastrophe im Ahrtal gravierend gegen beamtenrechtliche Pflichten verstoßen habe. Daher seien die vorläufige Einbehaltung eines Drittels des Ruhegehalts von Pföhler, sowie die Erhebung einer Disziplinarklage mit dem Ziel der Aberkennung der Ruhegehaltsansprüche beabsichtigt.

Pföhlers Rechtsanwalt, der Mainzer Strafverteidiger Olaf Langhanki, erhebt schwere Vorwürfe gegen Innenminister Ebling und den ehemaligen Innenminister Lewentz:

„Im Zuge gezielter Täuschung der Öffentlichkeit soll die Verantwortung für den Umgang mit der Flutkatastrophe und ihren Folgen auf Herrn Dr. Pföhler als vermeintlich Schuldigen abgewälzt werden.

Der Innenminister wirft Herrn Dr. Pföhler in dem auf Aberkennung des Ruhegehalts gerichteten Verfahren als gravierende Pflichtverletzung vor, dass es im Juli 2021 im Kreis Ahrweiler keinen Alarm- und Einsatzplan Hochwasser gab. Dabei verschweigt er, dass im Kreis Ahrweiler auch nach der Flutkatastrophe über Jahre hinweg kein solcher Plan erstellt wurde und lässt im Dunkeln, ob dies auch heute noch so ist und kein Katastrophenschutzkonzept für den Kreis Ahrweiler vorliegt.

Der Innenminister äußert sich auch nicht dazu, wie die ADD als seinem Ministerium nachgeordnete Aufsichtsbehörde damit umgeht, obwohl die Existenz eines solchen Planes für den Katastrophenschutz angeblich derart bedeutsam ist.“

Das Vorgehen des Innenministers, der gerne vom Schutz der Bevölkerung spreche, sei somit heuchlerisch und ziele im Vorfeld des Jahrestages der Flutkatastrophe und der Landtagswahl darauf ab, vom Versagen der damaligen Landesregierung abzulenken.

Der Bericht des Innenministeriums unterschlage ferner, dass es aufgrund vielfältigen Versagens auf Landesebene unter anderem an der für die Bewältigung einer Flutkatastrophe elementaren Ausrüstung, beispielsweise Hubschraubern der Polizei mit Rettungswinden, fehlte, obwohl Pföhler dies bereits unmittelbar nach dem Ahrhochwasser des Jahres 2016, mithin fünf Jahre vor der Flutkatastrophe, gegenüber dem damaligen Innenminister Lewentz schriftlich reklamiert hatte.

„Als Konsequenz aus den während des Hochwassers im Juni 2016 gemachten Erfahrungen hat Herr Dr. Pföhler den damaligen Innenminister Lewentz bereits im Juli 2016 in einem Schreiben ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich im Rahmen des Hochwassers des Jahres 2016 gezeigt hat, dass in Rheinland-Pfalz keine Polizeihubschrauber mit Rettungswinden vorhanden sind.

Gleichwohl hat Herr Lewentz nichts bewirkt, so dass es auch bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 bei der rheinland-pfälzischen Polizei keinen einzigen Hubschrauber mit Rettungswinde gab und zahlreiche Menschen nicht gerettet werden konnten.

Dies ist umso gravierender, als die damaligen Hubschrauber der rheinland-pfälzischen Polizei ausweislich der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bereits werkseitig mit der Option zur Anbringung von Rettungswinden versehen waren. Dass der Ermittlungsbericht diese Tatsachen verschweigt, ist ein weiterer Beleg für seine fehlende Objektivität und unterstreicht die politische Instrumentalisierung des Disziplinarverfahrens.“

Schließlich seien der Ermittlungsbericht und die Forderung nach einer Aberkennung des Ruhegehalts auch deshalb substanzlos, weil nirgendwo dargelegt werde, durch welche konkreten von Herrn Dr.Pföhler durchzuführenden und tatsächlich durchführbaren Handlungen welcher konkrete im Rahmen der Flutkatastrophe nachweislich eingetreten wäre.

Pressemitteilung Rechtsanwalt Olaf Langhanki

Landrat a. D. Dr. Jürgen Pföhler Foto: Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
kostenfreie Anzeige aus 2+1
Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Imageanzeige Dauerauftrag 09/2025
Jobmesse Nürburgring
Kirmes Ettringen 2026
Kirmes Ettringen 2026
Empfohlene Artikel
Foto: :pixabay.com
25

Wer Andernach verstehen möchte, sollte nicht nur durch die Altstadt schlendern, sondern auch dem Stadtmuseum einen Besuch abstatten. Hinter den historischen Mauern des prachtvollen Hauses von der Leyen verbirgt sich eine Reise durch mehr als 2.000 Jahre Stadtgeschichte. Und die wird gier spannend erzählt und mit vielen Geschichten, die zeigen, wie aus einer römischen Siedlung eine der ältesten Städte Deutschlands wurde.

Weiterlesen

Bald geht es wieder los und Bad Neuenahr wird zum Rummelplatz.  Foto:DU
33

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Vom Freitag, 2., bis Dienstag, 6. Oktober, verwandelt sich Bad Neuenahr wieder in eine große Kirmes- und Flaniermeile. Mehr als 50 Schaustellerinnen und Schausteller bringen mit Fahrgeschäften, Spielbuden, Imbiss- und Süßwarenständen jede Menge Unterhaltung und Kirmesstimmung mitten in die Innenstadt. Auch in diesem Jahr wird das Veranstaltungsgelände erweitert, denn die Fläche am Alten Markt wird in die Kirmes einbezogen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
1184

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen

04.09.: Nickenich: Schwerer Verkehrsunfall: Motorradfahrer kollidiert mit Anhänger
991

Nickenich. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der L 118 zwischen Andernach und Kruft. Der Fahrer eines Wohnmobils, das mit einem Anhänger unterwegs war, befuhr die Strecke von Nickenich in Richtung Mendig. In der Nähe eines Schotterparkplatzes entschied er sich, das Gespann über die Gegenfahrbahn zu wenden. Genau in diesem Moment kam ein Motorradfahrer entgegen und kollidierte mit dem Anhänger.

Weiterlesen

Symbolbild.
771

Ulmen. Am Freitag, den 4. September 2026, ereignete sich gegen 00:10 Uhr im Einmündungsbereich der B259 und K2 in der Ortslage Ulmen ein schwerer Verkehrsunfall zwischen zwei Personenkraftwagen. Nach bisherigem Erkenntnisstand befuhr ein Autofahrer die B259 von Ulmen in Richtung Auderath. Ein anderer Fahrer befand sich auf der K2 und wollte nach links auf die B259 abbiegen. Im Einmündungsbereich kam es dann aufgrund einer Vorfahrtsmissachtung zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge.

Weiterlesen