Birgit Formanski, Markus Pütz und Georg Schragen sind jetzt Träger des Ehrenringes der Stadt Rheinbach
Seltene Auszeichnung erhalten
Bürgermeister Stefan Raetz zeichnete die drei langjährigen Stadtratsmitglieder für ihre besonderen Verdienste um die Stadt Rheinbach aus
Rheinbach. Mit dem Ehrenring der Stadt Rheinbach zeichnete Bürgermeister Stefan Raetz (CDU) im Rahmen einer Feierstunde im Ratssaal des Himmeroder Hofes drei langjährige Stadtratsmitglieder für ihre besonderen Verdienste um die Stadt Rheinbach aus. Birgit Formanski, Markus Pütz und Georg Schragen sind seit 20 Jahren Mitglied im Stadtrat, „sie haben durch ihr persönliches, ehrenamtliches Engagement im Rat, in Ausschüssen und Gremien, in Vereinen und Organisationen die Entwicklung unserer Stadt maßgeblich mit beeinflusst und geprägt“, so Raetz in der Laudatio. „Und dabei 20 Jahre die Familie vernachlässigt“, konterte Schragen mit trockenem Humor und hatte damit die Lacher auf seiner Seite in einer ohnehin sehr humorvollen Veranstaltung.
In den vergangenen 46 Jahren wurde erst 44 Rheinbachern diese Ehrung zuteil, erklärte Raetz. Das beweise, welche große Bedeutung diese Auszeichnung habe. Auch die drei frisch gebackenen Ehrenringträger seien mit ihrem besonderen Einsatz Vorbild in einer erneut kritischen Phase deutscher Geschichte, in der es gelte, Farbe zu bekennen. „Das Engagement von Bürgern für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung und ein Leben in Frieden mit unseren europäischen Nachbarn kann nicht hoch genug geschätzt werden.“ Alle drei seien am 1. Oktober 1999 Stadtratsmitglied geworden - übrigens genau wie Raetz selbst, nur habe er damals auf sein Ratsmandat verzichtet, weil er zugleich als Bürgermeister gewählt worden war.
Birgit Formanski
Sozialdemokratin Birgit Formanski - sie bekam statt eines Ehrenrings eine Ehrenbrosche - sei 1986 von Friesland nach Rheinbach gezogen und habe als Mitglied des Stadtrats den Strukturwandel in der Kleinstadt erlebt und politisch mitgestaltet, so Raetz. Als engagierte Anwohnerin der Stauffenbergstraße habe sie der Nordstadt eine Stimme gegeben. Formanski habe sich besonders der Stadtentwicklung gewidmet, seit 2002 gehörte so ununterbrochen dem zuständigen Ausschuss an. In dieser Zeit habe sie insbesondere die Entwicklung des Hochschulviertels und des Wohnparks „Am Blümlingspark“ begleitet und mitgestaltet. Zudem sei sie Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses gewesen, zeitweise sogar dessen stellvertretende Vorsitzende.
Auch im Ausschuss der Standortforderung sei Birgit Formanski aktiv und setze sich ferner im Beirat des Glasmuseums und in der Gesellschafterversammlung der Jugendwohnheim Haus Rheinbach GmbH für die städtischen Belange in diesen Einrichtungen ein. Zudem habe sie sich von 1999 bis 2018 als Fraktionsgeschäftsführerin der SPD-Fraktion engagiert, und diese Arbeit gehe weit über das Ratsmandat hinaus. „Still, leise, aber inhaltlich mit besonderer Stärke haben sie denjenigen eine Stimme gegeben, die sonst immer im Hintergrund sind“.
Markus Pütz
Christdemokrat Markus Pütz zog im Oktober 1989 aus Hennef auf die „richtige“ Rheinseite und ist im „Land der Liebe“ heimisch geworden, hat sich seither immer auch für die Belange Wormersdorfs eingesetzt. Unter anderem als Sankt Martin beim alljährlichen Martinszug. Viele Jahre war er Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss, habe seinen politischen Schwerpunkt aber in einem anderen Aufgabenfeld gesetzt.
Seit 2006 moderiert Pütz als Vorsitzender im Ausschuss für Stadtentwicklung die Weiterentwicklung der Stadt und versuche dabei immer, ein gutes Ergebnis für die Stadt zu finden.
Von 2003 bis 2018 habe er sich als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Wirtschaftsförderung- und Entwicklungsgesellschaft (WFEG) für die Wirtschaftsförderung in Rheinbach eingesetzt und habe seit 2009 ununterbrochen die Interessen der Stadt im Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft für den Rhein-Sieg Kreis mbH vertreten. Doch damit nicht genug, sei er auch noch Vorsitzender der Rheinbacher CDU - „da hat man genügend an der Backe.“ Mit Blick auf die feixenden Sozialdemokraten im Zuschauerraum schickte er gleich augenzwinkernd hinterher: „Ich bitte die Kollegen der SPD, das Lächeln zu unterlassen“, was für anhaltende Heiterkeit sorgte.
Georg Schragen
Christdemokrat Georg Schragen sei ein Rheinbacher Urgestein, der in der zum damaligen Amt Rheinbach-Land gehörenden Gemeinde Neukirchen geboren wurde. „Sie haben aber nicht nur Neukirchen im Sinn, sondern immer auch die Interessen aller Höhenorte im Blick“, wusste Raetz. Das bringe Schragen auch in den Sitzungen immer ganz deutlich rüber, wenn er von den „Highlands“ spreche. Mehr als 18 Jahre lang war er stellvertretender Löschgruppenführer und sogar zwei Jahre lang Löschgruppenführer der Neukirchener Feuerwehr. Er habe, zusammen mit Albert Pütz, die dortige Jugendfeuerwehr geleitet.
Mit so viel Sachverstand ausgestattet, habe er sich zwangsläufig im Feuerwehrausschuss einbringen müssen, dem er von Beginn an angehöre und dessen Vorsitzender er fünf Jahre lang war. Seit 2014 ist er der stellvertretende Ausschussvorsitzende. Außerdem ist er seit mehr als 20 Jahren stellvertretender Vorsitzender im Betriebsausschuss für den Eigenbetrieb Wasserwerk der Stadt Rheinbach und vertrete seit 2008 ununterbrochen die Interessen der Stadt Rheinbach im Rat der Tageseinrichtung für Kinder in Neukirchen.
Raetz dankte allen Dreien, dass sie über diese lange Zeit der Rat aber treu geblieben sein, obwohl die finanziellen Handlungsspielräume deutlich kleiner geworden seien. „Waren es früher eher Wohltaten, die der Rat beschließen konnte, muss heute häufig ‚Nein‘ gesagt werden. Auch diese Aufgabe haben Sie angenommen und sich in unzähligen Stunden für das Gemeinwohl in Rheinbach eingebracht.“ Dafür gelte es, im Namen der Stadt und ihrer Bürger ausdrücklich zu danken - auch für das Verständnis der Ehepartner.
JOST
