Allgemeine Berichte | 08.12.2020, 08:39 Uhr

Corona-Infektionen in Sinzig

Senioreneinrichtungen: Hohe Ausgaben für Schnelltests

Sinzig. Seit Mitte Oktober sind die Fallzahlen von infizierten Menschen mit dem Coronavirus sprunghaft angestiegen. Alle Kommunen im Gebiet des Kreises Ahrweiler verzeichnen fast täglich neue Fälle. Auch in Schule, Kitas und weiteren Einrichtungen sind vermehrt Neuinfektion zu verzeichnen. Dazu gehören auch Senioreneinrichtungen. Im Gebiet Sinzigs sind zwei solcher Pflegeeinrichtungen betroffen. In den täglichen Berichten zum aktuellen Infektionsgeschehen, die durch die Kreisverwaltung Ahrweiler herausgegeben werden, lässt sich feststellen, dass gerade in Sinzig die Anzahl der Todesfälle in Relation zur Bevölkerungszahl und im Vergleich zu anderen Kommunen relativ hoch erscheint.

Dass diese Erhöhung nicht zwangsläufig durch eine vermehrte Zahl von Todesfällen in Senioreneinrichtungen zustande kommt, erklärt nun Harald Monschau, Geschäftsführer des Seniorenzentrums Maranatha in Bad Bodendorf. Auch dort kam es zu Todesfällen. Dass allein eine Infektion mit dem Coronavirus dafür verantwortlich sei, kann Monschau nicht bestätigen. „Bewohner, die in jüngerer Zeit verstarben, sind mitunter mit Corona gestorben, aber nicht an Corona“, sagt Monschau. Vielmehr herrsche eine starke Multimorbidität. Somit wäre auch es ohne Infektion zum Tode der betreffenden Personen gekommen. Von dem Virus bleibt auch der Mitarbeiterstab nicht verschont. „Zur Zeit befinden sich drei Mitarbeiter in Quarantäne“, sagt Monschau. Dies ist nicht unbedingt auf das Infektionsgeschehen im Senioreneinrichtung selbst zurückzuführen. Es handele sich in erster Linie um Fälle, in denen die Kinder von Angestellten in einer Kindertagesstätte Kontakt zu anderen Kindern mit einer Coronainfektion hatte. So mussten auch die betreffenden Eltern zu Hause in Quarantäne und bleiben.

Sicherheitsmaßnahmen wurden verschärft

Einen Vorteil zur Kontrolle des Infektionsgeschehen böte der dezentrale Aufbau der Einrichtung. Die Bewohner sind in acht verschiedenen Häuser untergebracht. Kommt es zu einem Infektionsfall, können die Gebäude individuell abgeriegelt werden. In die Häuser, die unter Quarantäne gestellt sind, dürfen neben dem Pflegepersonal und Ärzten, auch weiterhin Besucher. Dies jedoch unter strengen Auflagen. Das Tragen einer FFP2-Maske ist dabei Pflicht. Außerdem wird ein Corona-Schnelltest durchgeführt um zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten. Für den Leiter des Seniorenzentrums bedeuten die Tests hohe Zusatzausgaben. „Insgesamt haben wir eine vierstellige Summe in Tests investiert“, sagt Monschau. Man hoffe nun, dass man eine gewissen Anteil der Kosten zurückerstattet bekomme. Schließlich habe man einen Teil der Arbeit des Gesundheitsamtes übernommen. Neben den Schnelltests setzen man auf großflächige und regelmäßige Desinfektion und somit auf Maßnahmen, die in Senioreneinrichtungen ohnehin verpflichtend sind.

Gerade in der Weihnachtszeit sind die Regelungen für die Bewohner belastend. Auf eine kleine Weihnachtsfeier mit allen notwendigen Sicherheitsvorkehrungen möchte man dennoch nicht verzichten, erklärt Harald Monschau. Die Reaktion der Bewohner auf die jetzige Situation ist höchst unterschiedlich. „Manche Menschen reagieren mit Angst, andere mit Gleichgültigkeit,“ fasst Monschau das Stimmungsbild zusammen.

ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Wir helfen im Trauerfall
Image
Jahreskampagne 6. Anzeige - Herbstvergnügen
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0605#
Heimat aktiv AW
Empfohlene Artikel
Die Kölner Straße in Sinzig fällt als Teil der L 82 in die Zuständigkeit des Landes. Foto: GS
33

Sinzig. Kommunalpolitik ist die Kunst des Machbaren. Sie hat Möglichkeiten, aber auch Grenzen, Haken, Ösen und Fallstricke. Ein Beispiel dafür spielte sich im jüngsten Sinziger Stadtrat beim Tagesordnungspunkt „Antrag der Fraktionen FWG, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, SPD zum Lärmaktionsplan Rheinland-Pfalz: Überprüfung der Lärmbelastung und Beantragung geeigneter Lärmschutzmaßnahmen auf innerörtlichen Landes- und Kreisstraßen“ ab.

Weiterlesen

Schlendern, shoppen, entdecken – auch das gehört zu „Herbstbunt“.  Fotos: DU
49

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das – wie immer passend zur Jahreszeit – unter dem Motto „Herbstbunt“ stehende, dritte Aktionswochenende von Handel, Gewerbe und Gastronomie in der Kreisstadt hatte eine gewisse Duplizität zu „Frühlingsbunt“ Ende März. Während das samstägliche Wetter zuweilen eher an typische April-Verhältnisse erinnerten, dominierte sonntags herbstlicher Sonnenschein. Etwas Positives lässt...

Weiterlesen

Wie die Hospizbewegung Sterbewünschen begegnet
24

Ein Satz, der aufhorchen lässt – und dessen Bedeutung sich erst im Zuhören erschließt: „Ich kann nicht mehr.“ Was braucht ein Mensch, der einen Sterbewunsch äußert? Wie hospizliche Begleitung unterstützen, Lebensperspektiven eröffnen und zugleich Selbstbestimmung achten kann, war Thema bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
In Bekond wurden die Siegerweine und -brände gekürt. Hier gratuliert Kammerpräsident Ökonomierat Michael Horper den erfolgreichen Brennerinnen und Brennern.
801

Bei der Landeswein- und Sektprämierung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz wurden in Bekond die erfolgreichsten Winzerinnen und Winzer sowie Brennerinnen und Brenner ausgezeichnet. Kammerpräsident Ökonomierat Michael Horper, Mittelrhein-Weinprinzessin Jill Rüttgen und Weinmajestät „Burgundia“ Jona Marie Esser aus Ahrweiler überreichten die Urkunden für die Siegerweine und Siegerbrände. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Jochen Tack / Polizei NRW
798

Montabaur/Frankfurt. Am Sonntag, den 25. Oktober 2026, kam es ab etwa 20:30 Uhr zu einer Verfolgungsfahrt von Frankfurt am Main über die A3 in Richtung Köln. Ein mit zwei Personen besetzter VW Polo mit Wiesbadener Kennzeichen sollte nach einem Verkehrsverstoß in Frankfurt einer Kontrolle unterzogen werden. Der Fahrer entzog sich der Kontrolle und flüchtete über die A 3 in Richtung Köln.

Weiterlesen