Allgemeine Berichte | 08.12.2020

Corona-Infektionen in Sinzig

Senioreneinrichtungen: Hohe Ausgaben für Schnelltests

Sinzig. Seit Mitte Oktober sind die Fallzahlen von infizierten Menschen mit dem Coronavirus sprunghaft angestiegen. Alle Kommunen im Gebiet des Kreises Ahrweiler verzeichnen fast täglich neue Fälle. Auch in Schule, Kitas und weiteren Einrichtungen sind vermehrt Neuinfektion zu verzeichnen. Dazu gehören auch Senioreneinrichtungen. Im Gebiet Sinzigs sind zwei solcher Pflegeeinrichtungen betroffen. In den täglichen Berichten zum aktuellen Infektionsgeschehen, die durch die Kreisverwaltung Ahrweiler herausgegeben werden, lässt sich feststellen, dass gerade in Sinzig die Anzahl der Todesfälle in Relation zur Bevölkerungszahl und im Vergleich zu anderen Kommunen relativ hoch erscheint.

Dass diese Erhöhung nicht zwangsläufig durch eine vermehrte Zahl von Todesfällen in Senioreneinrichtungen zustande kommt, erklärt nun Harald Monschau, Geschäftsführer des Seniorenzentrums Maranatha in Bad Bodendorf. Auch dort kam es zu Todesfällen. Dass allein eine Infektion mit dem Coronavirus dafür verantwortlich sei, kann Monschau nicht bestätigen. „Bewohner, die in jüngerer Zeit verstarben, sind mitunter mit Corona gestorben, aber nicht an Corona“, sagt Monschau. Vielmehr herrsche eine starke Multimorbidität. Somit wäre auch es ohne Infektion zum Tode der betreffenden Personen gekommen. Von dem Virus bleibt auch der Mitarbeiterstab nicht verschont. „Zur Zeit befinden sich drei Mitarbeiter in Quarantäne“, sagt Monschau. Dies ist nicht unbedingt auf das Infektionsgeschehen im Senioreneinrichtung selbst zurückzuführen. Es handele sich in erster Linie um Fälle, in denen die Kinder von Angestellten in einer Kindertagesstätte Kontakt zu anderen Kindern mit einer Coronainfektion hatte. So mussten auch die betreffenden Eltern zu Hause in Quarantäne und bleiben.

Sicherheitsmaßnahmen wurden verschärft

Einen Vorteil zur Kontrolle des Infektionsgeschehen böte der dezentrale Aufbau der Einrichtung. Die Bewohner sind in acht verschiedenen Häuser untergebracht. Kommt es zu einem Infektionsfall, können die Gebäude individuell abgeriegelt werden. In die Häuser, die unter Quarantäne gestellt sind, dürfen neben dem Pflegepersonal und Ärzten, auch weiterhin Besucher. Dies jedoch unter strengen Auflagen. Das Tragen einer FFP2-Maske ist dabei Pflicht. Außerdem wird ein Corona-Schnelltest durchgeführt um zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten. Für den Leiter des Seniorenzentrums bedeuten die Tests hohe Zusatzausgaben. „Insgesamt haben wir eine vierstellige Summe in Tests investiert“, sagt Monschau. Man hoffe nun, dass man eine gewissen Anteil der Kosten zurückerstattet bekomme. Schließlich habe man einen Teil der Arbeit des Gesundheitsamtes übernommen. Neben den Schnelltests setzen man auf großflächige und regelmäßige Desinfektion und somit auf Maßnahmen, die in Senioreneinrichtungen ohnehin verpflichtend sind.

Gerade in der Weihnachtszeit sind die Regelungen für die Bewohner belastend. Auf eine kleine Weihnachtsfeier mit allen notwendigen Sicherheitsvorkehrungen möchte man dennoch nicht verzichten, erklärt Harald Monschau. Die Reaktion der Bewohner auf die jetzige Situation ist höchst unterschiedlich. „Manche Menschen reagieren mit Angst, andere mit Gleichgültigkeit,“ fasst Monschau das Stimmungsbild zusammen.

ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Rund ums Haus
Rund ums Haus
Image
Stellenanzeige Reinigungskraft
Innovatives aus Weißenthurm
Kirmes Moselweiß
Anzeige Fest der 1000 Lichter
Empfohlene Artikel
So eine Standard-Kapelle ist bei den herkömmlichen Sightseeingtouren nicht unbedingt in den Top 10 mit dabei, schon gar nicht im Westerwald.
458

So eine Standard-Kapelle ist bei den herkömmlichen Sightseeingtouren nicht unbedingt in den Top 10 mit dabei, schon gar nicht im Westerwald. Aber wie gut, dass es die Kapelle am Heilborn gibt. Hier hat sich die Natur ihren Weg gebahnt und ein solider Baum wächst schnurstracks durchs Vordach. Offenbar hat dem Baum niemand erklärt, dass man normalerweise erst baut und dann pflanzt. Egal: Das Ergebnis ist jedenfalls spektakulär.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Fritz Hampel vor dem Start am Nürburgring
512

Eifel. Ein Ritt auf dem Rennrad durch die grüne Hölle zählt zu den Highlights des Jahres. Bei der diesjährigen Auflage am letzten Juli-Wochenende hatte sich Fritz Hampel vom TuS Lonnig einmal mehr für die Jedermanns-Strecke über 3 Runden oder 75 km entschieden. Die Nordschleife des Nürburgrings mit dem Rennrad zu befahren gilt als besonders anspruchsvoll, wobei pro Runde 560 Höhenmeter zu überwinden sind.

Von Thea Watzling aus Lonnig

Weiterlesen