Allgemeine Berichte | 28.07.2022

Opstapje der Fachstelle Frühe Hilfen in Polch

Sensibilisierung von Eltern geflüchteter Familien

Kindern mit Traumafolgestörungen und Verhaltensauffälligkeiten helfen

Fluchterfahrungen auch von Erwachsenen kamen zur Sprache.  Foto: Caritas

Polch. „Meine Kinder waren zu klein und haben von der Flucht nichts mitbekommen.“ Wie falsch diese von Erwachsenen geäußerte Annahme ist, wird deutlich, wenn Kinder Traumafolgestörungen und Verhaltensauffälligkeiten zeigen, ihre Entwicklung sich verzögert oder zurückgeht. Für viele Kinder ist Flucht die absolute Entwurzelung aus vertrauten Familienstrukturen, Werte- und Normmustern. Selbst Babys kriegen mehr mit, als sich Erwachsene vorstellen.

Familien mit Fluchterfahrung aus Afghanistan, Syrien und Albanien waren beim Opstapje-Familienangebot der Fachstelle Frühe Hilfen in Polch angesprochen. Mit Fachkräften konnten sie über belastende Erfahrungen und Gefühle sprechen, denen auch ihre Kinder auf der Flucht möglicherweise ausgesetzt waren.

Bilderbuch „Wasims Weste“

Mitarbeiterinnen der Fachstelle psychosoziale Hilfen für geflüchtete Kinder, Jugendliche und Eltern des Caritasverbands Rhein-Mosel-Ahr e. V. leiteten die Gruppe. Anhand des Bilderbuches „Wasims Weste“ sprach Inga Machleit vom Migrationsdienst mit den Eltern und konnte erklären, was Kinder bei einer Flucht erleben. Das beginnt schon beim Verlassen der Heimatstadt, wenn Oma und Opa und andere Verwandte zurückbleiben. Das setzt sich fort mit traumatischen Fluchterlebnisse. Das Bilderbuch zeigt aber auch, dass Kinder nicht immer an den Umständen zerbrechen und Resilienz entwickeln. Auch die Mütter fanden Raum, in der Runde über ihre Erlebnisse und Ängste während der Flucht zu sprechen, und eine junge Mutter fand sich selbst in dem Bilderbuch wieder. Einige der Familien leben schon einige Jahre in Deutschland, andere erst ein paar Monate, weshalb niederschwellig Dolmetscherhilfen angeboten wurden. Doris Rauch übersetzte die Inhalte für syrische Frauen ins Arabische, während Teilnehmerinnen aus Afghanistan über eine Frau, die schon länger in Deutschland lebt, mit der Gruppe in Kontakt traten.

Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin Maria Zagaynova vom Caritasverband kam mit den Müttern ins Gespräch: „Achten Sie auch auf sich und versuchen Sie, sich jeden Tag etwas Gutes zu tun. Achten Sie auf ihre Kinder und schauen Sie ganz genau, ob Ihr Kind weitere Unterstützung braucht. Und scheuen Sie sich dann bitte nicht, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ Um ganz entspannt nach Hause gehen zu können, wurde zum Schluss noch gemeinsam für den Alltag eine kurze Atemübung eingeübt.

Kerstin Dörnen-Rötering und Christa Fröhlich, die regelmäßig die Opstapje-Gruppenangebote begleiten, dankten Ihren Kolleginnen Maria Zagaynova und Inga Machleit vom Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge im Fachdienst Migration der Caritas Mayen für die vielen, in einfachen Worten verständlichen Informationen.

Therapeutische Spielgruppen

Da Kinder und Jugendliche aus geflüchteten Familien oft besonders belastet sind, bieten Maria Zagaynova und Inga Machleit seit einigen Jahren in Mayen therapeutische Spielgruppen für Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren an, die auch von ukrainischen Flüchtlingen genutzt werden können. Kontakt zum Migrationsdienst bei der Caritas Mayen: 0 26 51 – 98 69 0.

Die „Fachstelle Frühe Hilfen“, eine Kooperation vom Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. und von der Evangelischen Kirchengemeinde Maifeld, wird maßgeblich vom Kreis Mayen-Koblenz gefördert, der mit einer zusätzlichen Förderung wöchentliche Opstapje-Gruppenangebote ermöglicht.

Weitere Infos: www.fruehehilfen-myk.de Pressemitteilung Caritas MY

Fluchterfahrungen auch von Erwachsenen kamen zur Sprache. Foto: Caritas

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