Vortrag des Seniorenbeirates der Verbandsgemeinde Vallendar im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde
Sicherheit im Alltag: Betrugsmaschen erkennen
Vallendar. Der Seniorenbeirat der VG Vallendar hat zu einem sehr aktuellen Vortrag im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde im Rathaus eingeladen. Herr Dirk Knopp von der Verwaltung begrüßte alle Anwesenden und übergab danach an die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Ulrike Kray, die die 28 anwesenden Bürger und Referenten begrüßte und zum avisierten Thema noch einen aktuellen Kurztext von ihrem Handy vorlas.
Thema des Vortrages der PIBendorf war die Sicherheit im Alltag hinsichtlich aktueller Betrugsmaschen wie Enkeltrick, Schockanrufe, Callcenter-Betrug, angeblicher Polizeianrufe etc. Für diesen Vortrag konnte die Polizeiinspektion Bendorf in Person von Polizeihauptkommissarin Tanja Hoppen sowie mit Unterstützung des Kontaktbeamten Werner Schlag der PIBendorf in der Verbandsgemeine Vallendar gewonnen werden.
Tipps der Polizei
Immer wieder versuchen Betrüger, insbesondere Senioren mit miesen Tricks Geld abzunehmen. Die Polizei zeigte auf, welche Betrugsmethoden häufig anzutreffen sind und worauf jeder achten sollte, um nicht selbst Opfer eines Trickdiebstahls zu werden. Nach der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik werden über 60-jährige insgesamt verhältnismäßig selten als Opfer eines Verbrechens polizeilich erfasst. Dennoch gibt es zahlreiche Betrugsmethoden wie den Enkeltrick, die von Kriminellen insbesondere bei Senioren angewandt werden. Die Polizei gibt Tipps, welche Verhaltensregeln das Risiko minimieren, selbst Opfer von Trickdieben zu werden. Beim Enkeltrick rufen Betrüger ihr Opfer an, geben sich als Enkel oder sonstigen Bekannten oder Verwandten aus, der einen finanziellen Engpass oder eine Notlage wie einen Unfall im Ausland hat und bitten den Angerufenen kurzfristig um Bargeld. In manchen Fällen geben sich die Kriminellen auch als Anwalt, Polizist oder sonstige Person einer Behörde aus und erklären, dass ein Verwandter oder Bekannter des Opfers in einen Unfall oder eine Straftat verwickelt war und nun für die medizinische Behandlung oder Strafverteidigung Geld benötigt. Wenn sich der Angerufene bereit erklärt, den geforderten Betrag zu zahlen, dann wird zum Beispiel ein Bote oder eine angebliche Amtsperson in Zivilkleidung angekündigt, die sich zum Beispiel mit einem zuvor vereinbarten Kennwort ausweist und das Geld abholt. Die Polizei rät grundsätzlich, misstrauisch zu sein, wenn sich der Anrufende nicht selbst mit seinem Namen vorstellt. Prinzipiell sollte man nie Geld an unbekannte Personen übergeben. Kommt einem der Anruf verdächtig vor, ist es sinnvoll, umgehend die Polizei unter der Notrufnummer 110 zu informieren. Bei einigen Betrugsmethoden wird die Hilfsbereitschaft der Senioren ausgenutzt. Dazu klingeln die Kriminellen zum Beispiel direkt an der Haustüre ihres ausgewählten Opfers und versuchen durch einen Vorwand in die Wohnung zu kommen, um zu stehlen. Gauner täuschen beispielsweise vor, dass ihnen übel ist und sie ein Glas Wasser möchten oder dass sie etwas zum Schreiben benötigen, um dem Nachbarn eine Nachricht zu hinterlassen, oder dass sie sich verletzt haben und in der Wohnung einen Arzt anrufen wollen. Manche Gauner geben sich auch als Polizist, Gerichtsvollzieher, Handwerker etc. aus. Von amtlichen Personen sollte man sich den Dienstausweis zeigen lassen. Da auch angebliche Dienstausweise eine Fälschung sein können, ist es ratsam, im Zweifelsfall bei der betreffenden Behörde nachzufragen, ob die betreffende Person tatsächlich existiert und einen Besuchsauftrag hat. Wichtig ist dabei, dass man selbst die Telefonnummer heraussucht und sich nicht auf eine Telefonnummer auf einem vorgelegten Schreiben verlässt. Dieses gesamte Prozedere ist allerdings nicht so ganz einfach. Da wird das zwischenmenschliche Gedankengut u. U. stark strapaziert. Es gibt auch Webportale wie www.pfiffige-senioren.de und www.polizei-beratung.de wo sich Senioren informieren können. Hier werden weitere Betrugsmethoden, die nicht nur, aber auch ältere Menschen treffen können wie betrügerische Gewinnspiele, Kaffeefahrten und Rechnungen sowie der Finderlohntrick und Kostenfallen im Internet eingehend beschrieben und Präventionsmaßnahmen genannt.
„Social Engineering“
Ein wichtiger Bereich führt zum „Social Engineering“, was die perfiden und raffinierten Tricks der Online- und Telefonbetrüger beschreibt. Dieser Begriff rückt immer stärker in den Fokus bei betrügerischer Abzocke. Was steckt dahinter und wie kann man sich schützen? Da die technischen Sicherheitssysteme der Kreditinstitute zuverlässig funktionieren, werden Social-Engineering-Angriffe der Kriminellen immer ausgefeilter. Sie arbeiten mit Angst, Zeitdruck, Neugier oder Respekt und versuchen, ihre potenziellen Opfer zu manipulieren und dazu zu bringen, Geld zu senden oder sensible Daten wie PINs, TANs, Passwörter und Konto- oder Kreditkartennummern preiszugeben. Mit den ergaunerten Daten lassen sich dann die Sicherheitssysteme umgehen. Beim Phishing wird mittels gefälschter E-Mails versucht, persönliche Zugangsdaten zu Konten, Kennwörtern oder Kreditkartendaten „abzufischen“, um diese betrügerisch einzusetzen. Bei allen betrügerischen Verfahren ist es besonders wichtig, als besten Schutz Ruhe und gesunde Skepsis zur Anwendung zu bringen. Kontrollieren Sie regelmäßig die Umsätze ihres Bankkontos und sollten Sie persönliche Daten weitergegeben haben, so sperren Sie umgehend das Online-Banking bzw. die Karten. Dies kann entweder direkt bei Ihrem Kreditinstitut oder beim Sperr-Notruf 116 116 realisiert werden. Auch ein Blick auf die Website der Verbraucherzentrale (https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/phishingradar/phishingradar-aktuelle-warnungen-6059) ist hilfreich. Diese veröffentlicht regelmäßig neue Warnmeldungen.
Mit Überreichung eines Blumenstraußes an Frau Hoppen und einer Flasche Wein an Herrn Schlag als Dank für diese wichtige Maßnahme konnte Frau Kray die Veranstaltung beenden.
Pressemitteilung der
VG SB Vallendar
