Pfarrerin Antje Müller herzlich in Frücht empfangen
„Sie drehte mir den Rücken zu - Er strahlte mich an!“
Theologin wird als neue Pfarrerin für Frücht, Friedrichssegen und Bad Ems ins Amt eingeführt
Frücht. Voll besetzt war die evangelische Thomaskirche in Frücht, als dort Antje Müller als neue Gemeindepfarrerin für die beiden Kirchengemeinden Frücht-Miellen-Nievern und Friedrichssegen von Dekan Martin Ufer ins Amt eingeführt wurde. Weil die Gemeinden zum Kirchspiel Bad Ems gehören, konnten Stephan Witt und Alexandra Christ-Hautz für die Kirchenvorstände auch viele Kurstädter zur Amtseinführung begrüßen. In Anspielung an die Kirche, die zurzeit von außen saniert wird, wünschte Ufer der neuen Amtskollegin im Dekanat Nassau, dass sie die vielen Baustellen einer Gemeinde gut begleiten möge, wohl wissend, dass Gott dabei der eigentliche Baumeister sei.
Den vielen Kräften, die sich in der gut 15-monatigen Vakanz um die Gemeindearbeit kümmerten, wie Pfarrer Armin Himmighofen aus Bad Ems und den beiden Kirchenvorständen, dankte Ufer für ihren großartigen Einsatz, allen voran Margot Gasteier, der er einen Blumenstrauß überreichte. „Sie drehte mir den Rücken zu! Er strahlte mich an!“, begann die neue Pfarrerin ihre Predigt, in der sie zum Ausdruck brachte, dass jeder Mensch seine eigene Stimmung mitbringt und es hilfreich für ein Miteinander ist, Menschen wert zu schätzen, auch wenn sie keine Ideale verkörpern. Die Gemeinde verglich sie mit vielen Fäden, die zu einem Netz aus unterschiedlichen Talenten wird. Mit dem christlichen Glauben sei es wie mit Seife: Er müsse angewandt werden zum Wirken und damit er seine Früchte bringt, „in Frücht wie in anderen Orten“. Assistiert wurde die Amtseinführung Müllers von Pfarrer Diethard Mertens (Herborn), dem katholischen Pater Peter Harr und Pfarrerin Renate Weigel aus Bad Ems. Für einen sehr schönen musikalischen Rahmen sorgte der Früchter Kirchenchor unter Leitung von Sigrun Köpper; dieser überreichte Armin Himmighofen später einen Blumenstrauß für ihr zehnjähriges Dirigat des Chores. Viele Glück- und Segenswünsche für ihre neue Wirkungsstätte nahm Antje Müller während eines Empfangs im Dorfgemeinschaftshaus von Frücht entgegen.
Der Vorsitzende der Dekanatssynode Nassau, Karl-Werner Köpper, freute sich über die ökumenische Verbundenheit der neuen Pfarrerin, die auch die letzte Vakanz im Dekanat beende. „Unser Schiff ist wieder voll besetzt. So können wir jetzt gut im Hafen Nassauer Land anlegen“, so Köpper. Ein Navigationsgerät überreichten im Namen der beiden Kirchenvorstände, Stephan Witt (Frücht, Miellen, Nievern) und Alexandra Christ-Hautz (Friedrichssegen). Glückwünsche, verbunden mit der Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit, kamen unter vielen anderen auch vom Beigeordneten Lutz Zaun im Namen der Verbandsgemeinde Bad Ems und der Gemeinde Nievern sowie vom Früchter Ortsbürgermeister Dieter Hahn. Der ehemalige Früchter Pfarrer Rolf. R. Stahl erinnerte daran, dass zeitgleich ein neuer Distriktpfarrer im afrikanischen Partnerbezirk in Mabira eingeführt wurde. Vertreter des Kindergartens, von Vereinen und langjährige Weggefährten schlossen sich an. Die 1966 geborene neue Pfarrerin hat sowohl ein Studium der katholischen als auch der evangelischen Religion absolviert. Nach ihrer Tätigkeit als Gemeindepfarrerin im Dekanat Wetterau war Müller in den vergangenen sechs Jahren als evangelische Krankenhausseelsorgerin an den Dill-Kliniken in Dillenburg tätig.
Die Kirche von Frücht war voll wie sonst nur an Weihnachten, so viele Menschen wollten die neue Gemeindepfarrerin kennenlernen.
