Vielfältige Angebote lockten Besucher an den neuen Markt
Soziale Einrichtungen stellten ihre Arbeit vor
Tag der sozialen Dienste und Einrichtungen in der Stadt Meckenheim wurde ein voller Erfolg
Meckenheim. Für das letzte Juniwochenende hatten die Stadt Meckenheim, der Caritasverband Rhein-Sieg und die evangelische Kirchengemeinde der Stadt Meckenheim die Bürger eingeladen, die facettenreichen Angebote der sozialen Dienste und Einrichtungen besser kennenzulernen. Bei bestem Wetter wurde es auf dem Platz neben dem Glockenspiel voll, während Mathias Mölleken von der evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim die Besucher begrüßte und das Programm vorstellte. „Damit unsere Welt ein wenig heller, wärmer, freundlicher und hilfsbereiter wird, dafür sind wir da – alle miteinander“, schloss Mölleken seine Begrüßung.
Die deutsch-russische Folkloregruppe Souvenir lockerte zwischen den einzelnen Beiträgen, Interviews und Vorstellungen die Stimmung mit Volksweisen auf, die man in dieser Darbietung nur noch selten zu Hören bekommt. Besonders die Stücke, in denen russische und deutsche Weisen miteinander kombiniert wurden, zeigten die Verbundenheit der Menschen über Grenzen hinaus.
Über Grenzen hinaus gehen oft genug auch die Mitarbeiter der sozialen Einrichtungen, wenn ihre Hilfe gefragt ist. Beratung für Schwangere, Sozialberatung und Hilfen für behinderte oder alte und kranke Menschen sind so vielschichtig, dass die Mitarbeiter mehr als einmal den eigentlichen Rahmen ihrer Tätigkeit zugunsten des Hilfesuchenden verlassen. Am Tag der sozialen Dienste konnten sich die Bürger an den Ständen über die Angebote der Einrichtungen informieren.
Meckenheimer helfen Meckenheimern
Im Interview mit Dr. Uwe Petersen von der Tafel Rheinbach-Meckenheim erfuhr man, dass die Unterstützung der Bedürftigen immer von vielen Faktoren abhängt. So erhalte die Tafel nicht nur von Discountern Essensspenden, sondern es fänden auch viele Waren aus privaten Händen den Weg zur Tafel und damit zu den Bedürftigen. Im Gegensatz zu manch anderen Tafeln könne die Rheinbach-Meckenheimer Einrichtung ihre Unterstützung noch jede Woche anbieten, während andere Tafeln bereits auf einen zweiwöchentlichen Rhythmus umstellen mussten oder gar nur noch alle drei Wochen Nahrungsmittel verteilen können. Dr. Petersen räumte mit dem immer noch weitverbreiteten Irrglauben auf, dass Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr genießbar seien. Besonders wenn es sich um solche Lebensmittel handele, die normalerweise deutlich über dieses Datum hinaus gegessen werden können, freue man sich auch über solche Spenden, deren MHD abgelaufen sei.
In Buden, Pavillons oder einfach unter freiem Himmel fanden die Besucher die AWO, die Rheinbach-Meckenheimer Tafeln e. V., die ökumenische Hospizgruppe, den Lions Club, die Rheinbacher Pflege, die kurdische Frauengruppe Meckenheim, den Caritasverband Rhein-Sieg, die katholische Jugendagentur, das Kulturhaus „Mosaik“ Meckenheim, die Johanniter, die MS-Gruppe Meckenheim-Rheinbach, die Diakonie, den Heimatverein Meckenheim, die Stiftung integrative Behindertenarbeit, KoKoBe, hephata-wohnen und die evangelische öffentliche Bücherei Arche.
Ohne Tabus: Hilfe in jeder Lebenslage
Die Angebote reichen von einfacher Beratung von hilfsbedürftigen Menschen oder ihren Angehörigen, über Kontaktherstellung zu ambulanten oder stationären Hilfsmaßnahmen, bis zur Begleitung kranker oder behinderter Menschen. Dabei werden keine Themen tabuisiert. Folgen von Drogenmissbrauch, Armut, Essstörungen, körperliche oder seelische Krankheiten und auch Tod sind Bereiche, in denen Suchende an diesem Tag Unterstützung oder zumindest einen Kontakt mit einer passenden Anlaufstelle finden konnten. Trotz der teilweise sehr ernsten Themen blieb die Lebensfreude nicht auf der Strecke, denn nette und Mut machende Gespräche, Musik, Tanz, Kulinarisches und Getränke gab es an diesem Tag ebenfalls.
Die kurdische Frauengruppe bot Kostproben kurdischer Küche.
Mitarbeiterinnen der evangelischen öffentlichen Bücherei zeigten Ausschnitte aus ihrem Programm.
An den Ständen herrschte großes Interesse an den Angeboten.
Dr. Uwe Petersen skizzierte im Gespräch mit Mathias Mölleken die Arbeit und Situation der Tafeln.
