Zahlreiche Besucher schauten den Steinmetzen beim Tuffsteinfest in Weibern über die Schulter
Spannende Reise in die Geschichte der Steinhauer
Weibern. Am 4. und 5. Juni feierte man in Weibern das achte Tuffsteinfest. Erstmals im Jahre 2000 gefeiert, veranstaltet die Ortsgemeinde Weibern alle zwei Jahre dieses schon beliebte Fest im Bereich des Schaufensters am Ortseingang sowie der angrenzenden Museumsinsel.
Bereits am Samstagabend kamen viele Gäste, um mit dem Steinhauerverein Weibern zu feiern. Zum Auftakt musizierte das Chaos-Orchester Weibern auf der Museumsinsel. Später schloss sich „Live auf der Rampe“ mit der Bad Terra Nova Music an. Die Band verwandelte bei der Open-Air-Veranstaltung das Vereinsgelände und die Laderampe der Werkstatt in eine Musikbühne der nicht alltäglichen Art. Mit Cover-Rock der 60er und 70er Jahre schraubte man die Stimmung unter den Gästen hoch.
Am Sonntagmorgen traf man sich dann im Weiberner Schaufenster zu einem von Pfarrer Erich Fuchs zelebrierten Festgottesdienst, der vom Musikverein Weibern unter der Leitung von Ralf Geppert und dem Kirchenchor Weibern unter der Leitung von Rudi Scharrenbach musikalisch mitgestaltet wurde. Im Anschluss an den Gottesdienst eröffneten die Böllerfreunde Weibern mit kräftigen Böllerschüssen das Tuffsteinfest und Ortsbürgermeister Peter Josef Schmitz begrüßte zur Eröffnung die Gäste, unter denen sich auch Bürgermeister Johannes Bell, die Ortsbeigeordneten Karl Gundert und Ralf Krayer sowie der Haustener Ortsbürgermeister Norbert KIapperich befanden. Landrat Dr. Jürgen Pföhler ließ sich wegen der Unwetterkatastrophe im Ahrtal und auf der Grafschaft entschuldigen.
Ortsbürgermeister Peter Josef Schmitz dankte den Weiberner Vereinen für ihr Engagement auch beim diesjährigen Tuffsteinfest, dass die Gemeinde wiederum zusammen mit dem Vereinsring veranstaltet. „Ein solches Fest kommt nur zustande, wenn sich viele einbringen und gemeinsam an einem Strang gezogen wird“, lobte der Ortsbürgermeister die Gemeinschaftsleistung. Besonderen Dank richtete er an den Steinhauerverein, der die Mariensäule aus der Ortsmitte derzeit restauriert. Vom intakten Vereinsleben in Weibern sprach auch Bürgermeister Johannes Bell. Man könne stolz sein auf das, was sich hier entwickelt habe. Das Schaufenster und die Museumsinsel sei eines der besten Projekte im Vulkanpark. Auch Bell dankte dem rührigen Steinhauerverein für sein Engagement. Gerade der Steinhauerverein zeige gelebte Tradition.
Das seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre statt findende Tuffsteinfest erfreute sich auch in diesem Jahr wieder zahlreicher Besucher. Der Festplatz befindet sich am Ortseingang von Weibern, wo der Ort seine Steinmetztradition und den historischen Tuffsteinabbau bis in die Römerzeit präsentiert. Vom Weiberner Schaufenster (Einfriedung aus fachgerechten und steinmetzmäßig bearbeiteten Referenzen aus Weiberner Tuffstein) bis zum alten Steinbruchkran und der Museumsinsel, wo sich die Werkstatt des Steinhauervereins befindet, erstreckte sich das Geschehen des Tuffsteinfestes.
Kinder durften ihr Talent unter Beweis stellen
Im Bereich des Schaufensters luden verschiedene Verkaufsstände zum Stöbern und Verweilen ein. Im Bereich des Steinsägehauses präsentierten erfahrene Steinmetze ihr Können. Hier konnten die Besucher Handwerkstechniken und Werkzeuge, Vorführungen an historischen Abbau- und Bearbeitungsmaschinen sowie an der Steinsäge begutachten.
Während Heinrich Müller-Betz interessierte Besucher durch den Tuffsteinort führte, konnten andere bei Manfred Dahm bei einer Steinbruchführung und Vorführungen alles um den Tuffstein und seine Verwertung erfahren. Mitglieder des Steinhauervereins zeigten ihre Kunst bei der Restaurierung der Mariensäule. Selbstverständlich durften auch die Kinder wieder fleißig mit Hammer und Meißel ihre jungen Talente unter Beweis stellen.
Natürlich war für das leibliche Wohl während des Festes bestens gesorgt. Selbst gebackener Kuchen und Waffeln am Nachmittag und herzhafte Flammkuchen am Mittag und Abend warteten auf die Gäste. Musikalisch gestalteten der Tambourverein Weibern und die Blaskapelle Weibern das Tuffsteinfest mit.
Angesichts der Wetterlage in der Region waren die Veranstalter mit dem Besuch und dem Verlauf des Festes überaus zufrieden. Für jeden hatte man etwas dabei, für Jung und Alt wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten. Viele nahmen die Gelegenheit wahr, bei herrlichem Wetter einen Familienausflug nach Weibern zu machen und in die Geschichte der Steinhauer einzutauchen.
WK
Besondere Aufmerksamkeit zog in diesem Jahr die Restaurierung der Weiberner Mariensäule auf sich.
Viele Besucher schauten den Steinmetzen bei ihrer Arbeit über die Schulter.
Ortsbürgermeister Peter-Josef Schmitz eröffnete gemeinsam mit Bürgermeister Johannes Bell das diesjährige Tuffsteinfest in Weibern.
