Allgemeine Berichte | 27.04.2016

Vor der Walburgis-Kirmes ermittelten die Leubsdorfer Junggesellen ihren neuen König

Spannendes Königsschießen

Ergebnis wird erst am Kirmesfreitag bekannt gegeben

Als Mitglied der Sebastianer-Schützen zielte Dominik Krebs auf die Scheibe. DL

Leubsdorf. Reges Treiben herrschte in der Schießhalle der Leubsdorfer Sebastianer. Kurz vor der Walburgis-Kirmes, die traditionell am ersten Maiwochenende stattfindet, ermittelte der katholische Junggesellenverein unter Aufsicht erfahrener Schützen den Nachfolger ihres noch amtierenden Königs Michel Stümper. Während der Vorstand um Hauptmann Fabian Schneider, Leutnant Matthias Iserhardt, Schriftführer Kevin Hauschild und Kassierer Marius Hömig nacheinander, beim jüngsten Mitglied beginnend, die Aspiranten in die Schießhalle rief, um sie dort auf Scheiben schießen zu lassen, ließen es sich die Leubsdorfer bei Kaffee und Kuchen im Schützenhaus gut gehen. „Wir können in diesem Jahr schon auf eine 283-jährige Tradition zurückblicken. Ein Ereignis, das in einer sich wandelnden Zeit nicht mehr ganz so alltäglich ist. Daher sind wir besonders stolz, dieses einmalige Ereignis mit der traditionsreichen Walburgis-Kirmes in unserem schönen Heimatort mit Mitgliedern, Freunden und der Dorfbevölkerung feiern zu können“, so Fabian Schneider. Start ist bereits am Freitag, 29. April, mit dem Kirmeszug ab 18.30 Uhr zu Bürgermeister Achim Pohlen, vor dessen Haus die Fahnen geschwenkt werden, bevor dann um 20 Uhr im Bürgerhaus der gemütliche Dorfabend beginnt. „Am Samstag treffen wir uns dann um 14 Uhr am neuen Friedhof zum Präsentierzug mit Vertretern der Ratsfraktionen durch den ganzen Ort, um dann am Abend die Kirmesparty zu feiern“, berichtet der Hauptmann. Viel Schlaf bekommen die Junggesellen in dieser Nacht bekanntlich nicht, steht doch am Sonntag bereits um 5 Uhr das Reveille ab der „Jaaße Brück“ an, um neben Bürgermeister Achim Pohlen auch den Wirt des Vereinslokals „Calabria“ zu wecken, bevor sie nach der Messe in der 1905 errichteten dreischiffigen Basilika, die aufgrund ihrer weißen Fassade auch die „Weiße Kirche vom Rhein“ genannt wird, den Himmel während der sakramentalen Prozession tragen.

Schützen versuchten ihr Glück

„Die Scheibe ist das mit dem schwarzen Kreis zwischen der Zwei und der Acht“, instruierte ein Sebastianer ironisch einen Junggesellen, nachdem dieser den Vorstand mit Handschlag begrüßt und mit „Pfläumchen“ angestoßen hatte. „Drei Treffer“ wurde ihm wie seinen Mitstreitern sein Schießergebnis mitgeteilt. „Bei so einem Ergebnis wird den meisten schon Angst und Bange, weil sie dann, ohne zu wissen, wie oft sie nur den Karton getroffen haben, von einer hohen Ringzahl ausgehen“, erklärte Fabian Schneider. Sollte die Karte gar nicht getroffen worden sein, muss der „Verweigerer“ 30 Euro in die Königs-Kasse zahlen, 50 Euro kostet es, wenn sich die treffsichersten Schützen von der Königswürde freikaufen. „Das Geld kommt dann den Ehrendamen für die Kleider und dem König zugute“, erklärte der Hauptmann, während gerade die noch amtierende Majestät in den Wettkampf eingriff. Damit waren endgültig die „Altgedienten“ des Vereins an der Reihe. „Nach unseren 33 Aktiven, den bis 28-Jährigen, schießen dann auch noch die Inaktiven und die Ehrendamen auf die Scheibe“, so Fabian Schneider. Bekannt gegeben, wer denn am Sonntag nach dem Festzug ab 15 Uhr mit Fähndelschwenken vor dem Pfarrheim zwei Stunden später im Königszug zum Haus seiner Königin geführt werde, mit der er dann um 20 Uhr den traditionellen Königsball im Bürgerhaus eröffnen wird, werde erst am Freitagabend verkündet, erklärte der Vorsitzende das Prozedere. Dass Leubsdorf aber einen neuen Junggesellenkönig habe, würden die Dorfbewohner am frühen Abend erfahren, wenn der Verein mit Trömmelchen durch den Ort zum „Calabria“ ziehen werde, war der Hauptmann mehr als zuversichtlich, bevor er nur so viel verriet, dass die neue Majestät das Königsschießen ganz klar für sich entschieden habe.

DL

Um nicht allein Zielwasser trinken zu müssen, schenkten etliche Schützen auch dem Vorstand ein.

Um nicht allein Zielwasser trinken zu müssen, schenkten etliche Schützen auch dem Vorstand ein.

Als Mitglied der Sebastianer-Schützen zielte Dominik Krebs auf die Scheibe. Fotos: DL

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