Allgemeine Berichte | 19.09.2016

„Sommer der Sinne“ im Johanniterhaus in Sinzig

Stabile Seitenlage und Sprachakrobatik

Kabarettist Konrad Beikircher bot einen kurzweiligen Ausflug in die rheinische Befindlichkeit

Stabile Seitenlage und Sprachakrobatik

Sinzig. „Gehen Sie alle mal in die stabile Seitenlage, und dann werden wir sehen, was der Abend bringt“, bei seinem Auftritt beim Sommer der Sinne im Sinziger Johanniterhaus stieg Konrad Beikircher mit einem eher ungewohnten Eröffnungsgag ein. Den hatte sich der Vorzeige-Rheinländer mit Südtiroler Wurzeln in bester „Stand-up-Manier“ ausgedacht. Denn beim Warten auf den Auftritt bekam er die Begrüßungsrede von Ester Zimmermann vom Organisationsteam des Johanniterhauses mit. Und die merkte an, dass der völlig ausverkaufte Mehrzweckraum für alle möglichen Zwecke diene, so unter anderem auch für die Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen.

Beikircher bot sein Programm „Bin ganz meiner Meinung“. Wobei er „Programm“ als eine sehr große Sache sieht und lieber selbst von Plaudereien spricht. „Gut, ich plaudere ein bisschen mehr, aber ihr habt eure Chance in der Pause“, hieß es in Richtung Publikum. Dem wurde auf sehr charmante Weise beigebracht, dass das Rheinische die geschmeidigste Sprache der Welt ist. Um Beispiele und Wortwitz war Beikircher in seinem Programm nie verlegen, und es gab ebenso das ganz feine Lächeln wie das laute Loslachen im Publikum. In dem befanden sich vor allem die Heimbewohner. Gerade die älteren Besucher bedienen sich ja meist noch heute der rheinischen Mundart und sind in dieser Hinsicht sozusagen ein Expertengremium. Nicht fehlen durfte natürlich ein Ausflug in die Religion. „Ich hab ja jetzt den normalen Glauben – normal katholisch eben –, das tut mir jetzt ein bisschen leid für die Johanniter. Wichtiges Element im katholischen Regelwerk: die Beichte, also bichte john.“ Beikircher übersetzte dieses als Akt der gründlichen Entsorgung jeglichen seelischen Sondermülls. Es sind die Alltagsgeschichten aus dem Rheinland, die Beikircher in den Mittelpunkt stellte. So auch das Verhalten seiner Mitpatienten bei einen für ihn durchaus sehr unangenehmen Zahnarzttermin. Beim Zahnarzt die vorwitzige Frage zu stellen „Wat han sie dann?“, sei ganz besondere rheinische Philosophie, so Beikircher, da ja keiner der Patienten offensichtlich über ein gebrochenes Bein verfügt.

Es war ein sehr kurzweiliger und vergnüglicher Abend im Johanniterhaus. Dort freute man sich über den Stargast Konrad Beikircher und seinen fulminanten Auftritt, war aber vor allen Dingen sehr damit zufrieden, dass das Konzept des „Sommers der Sinne“, eingebettet in den Kultursommer Rheinland-Pfalz, aufgegangen ist. Denn die Kulturarbeit war für die Johanniter in Sinzig absolutes Neuland. „Wir freuen uns darüber, dass die Stadt, der Kreis und auch das Land an unser Projekt geglaubt haben und uns auch finanziell unterstützt haben“, so Ester Zimmermann vom Orga-Team. Und auch Konrad Beikircher, der ja sonst die ganz großen Hallen im Rheinland füllt, machte die im Wortsinne Kleinkunst im Mehrzweckraum offensichtlich riesigen Spaß. BL

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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