Allgemeine Berichte | 26.03.2016, 08:00 Uhr

Wanderausstellung im Rathaus Niederzissen

Starke Resonanz auf die Ausstellung „Kriegsende“

Dokumentation im Rathaus bis 22. April verlängert

Niederzissen. Die Wanderausstellung „Kriegsende und dann ...? Der Kreis Ahrweiler 1944 - 1946“ macht derzeit Station im Rathaus von Niederzissen. Wie die Verwaltung und Ausstellungsmacherin Agnes Menacher mitteilen, ist die Präsentation aufgrund der hervorragenden Resonanz und des großen Interesses bis zum 22. April verlängert worden. Die Ausstellung schlägt den Bogen vom Luftkrieg, der Bombardierung und den Trümmern bis zur Eroberung der Rheinbrücke in Remagen und zum Bau von Verteidigungsanlagen. Ebenso behandelt sie Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und das dem Rüstungsbetrieb dienende KZ-Außenlager Rebstock im Ahrtal sowie die Not der Zivilbevölkerung, die Schutz in Bunkern und Höhlen suchte. Darüber hinaus werden die Rheinwiesenlager für deutsche Kriegsgefangene in der Goldenen Meile, die Entnazifizierung und die Opfer des Krieges im Kreis angesprochen. Schließlich verwahrt sich die Ausstellung gegen den Missbrauch von Gedenkstätten durch Neonazis und gegen Geschichtsverfälschung sowie Propaganda von Rechtsextremen.

Menschen, die damals Kinder oder Jugendliche waren, erinnern sich 70 Jahre nach Kriegsende vor allem an die Luftangriffe der Jahre 1944/45, den Tod oder das Bangen um Angehörige und Freunde an der Front, in Lazaretten oder in Gefangenschaft. Dramatische Ereignisse, nicht zuletzt beim Einmarsch der Amerikaner im Kreisgebiet Anfang März 1945, die Einnahme der Remagener Rheinbrücke, die Kriegsgefangenenlager Remagen und Sinzig sowie die Not der Nachkriegszeit mit Hunger, Kälte und Entbehrungen haben sich bei vielen tief eingeprägt. Die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes werden dagegen oft ausgeblendet. Daher will die Ausstellung, zu der es einen Begleitband gibt, zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung mit Krieg, Gewalt und Not anregen. Geöffnet ist sie in der Kapellenstraße 12 montags bis mittwochs von 8.30 bis 16 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr und freitags von 8.30 bis 13 Uhr. Infos beim Kulturbüro, Tel. (0 26 36) 9 74 02 12.

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