Start in ein knisterndes Jubiläumsjahr
Rheinbach. Ein unvergesslicher Abend! Der Jahresempfang „aufgeschlagen!2026“ von Rheinbach liest e.V. vor rund 130 Gästen machte mit zahlreichen faszinierenden Bühnenaktionen aus Vorlesen, Gespräch und Musik Lust auf das neue Veranstaltungsjahr. Zum 15. Geburtstag wurden die Chancen einer vielfältigen Leseförderung aufgezeigt und die Faszination gefeiert, die von Büchern und Geschichten ausgehen kann. In 2026 werden die Buchseiten knistern!
„Kein Wunder, dass Rheinbach beim Vorlesen oft weit vorne ist, bei einem Bürgermeister, der so gut liest“, befand Moderator Julius Esser. Zuvor hatte Dr. Daniel Phiesel auf beeindruckende Weise eine Stelle aus Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ vorgetragen. Wie bei den späteren Text-Schnipseln des Abends war das Publikum eingeladen mitzuraten: Titel, Autor und Jahrestag, in diesem Fall der 25. Todestag des amerikanischen Kult-Autors.
Rheinbachs 1. Bürgermeister gratulierte nicht nur zum 15-jährigen Jubiläum des Vereins, sondern hielt auch ein schönes Plädoyer für das Leseerlebnis, das Bücher bieten können, und - am Beispiel des Durcharbeitens seines dicken Pilotenhandbuchs - die Möglichkeit, sich durch Lesekompetenz seine beruflichen Träume erfüllen zu können.
Die Rheinbachliest-Vorstandsvorsitzenden Monika Flieger und Nicole Denke verabschiedeten Daniel Phiesel von der Bühne, nicht ohne ihm eine Rheinbacher Bücherkiste aus dem Projekt „Lesen statt Warten“ für den Wartebereich des Rathauses mitzugeben.
Die diesjährigen Schulsieger im Vorlesen der drei weiterführenden Rheinbacher Schulen, Louisa Wolff, Henriette Schlenkhoff und Jonathan Fronhoffs, lasen anschließend szenisch eine Stelle aus James Krüss (100. Geburtstag) „Timm Thaler“ und zeigten, dass sie für den kommenden Kreisentscheid gut vorbereitet sind.
Raoul Migliosi und Ricarda Kowalewski vom Theater am Lohmarkt hatten Bechsteins „Des Märchens Geburt“ mitgebracht, einen programmatischen Text über den Segen von Fantasie und Geschichten für das Leben. In der kommenden Spielzeit kooperieren das Theater und der Verein zur Leseförderung wieder bei zahlreichen Themen und Veranstaltungen. Dass die Autorin der nächsten Produktion des Theaters am Lohmarkt, „Es war einmal ...anders“, Anne Kessel aus Merzbach, sogar Vereinsmitglied ist, war für viele im Publikum eine Überraschung.
Geschichten auch über das Figurenspiel lebendig werden zu lassen, war das nächste Thema auf der Bühne. Bernadette Spreer und Renate Neffgen aus der neuen Rheinbachliest-Projektgruppe „Figurentheater“ berichteten von der Wirkung der Aufführung des Stücks „Der kleine Weihnachtsmann“ im vergangenen Dezember und den besonderen Chancen eines analogen, ruhigen Erzählens auf die Entwicklung von Fantasie und Sprache. Das nächste Gastspiel – diesmal vom Aachener „Theater Rosenfisch“ - , das für alle Kita-Kinder und die jüngeren Grundschulkinder nach Rheinbach geholt wird, wurde von den Vorlesetalenten Friederike Spreer (12), Charlotte Hartmann (12) und Fiona Müdder (16) in einer hinreißenden Leseszene beworben: Janoschs „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“. Es passte prima in den Abend, dass auch Janosch in 2026 einen Jahrestag feiert, nämlich seinen 95. Geburtstag.
Fiona Müdder stand dann noch im Bühnengespräch beispielhaft für die vielfältige Unterstützung der Leseförderung durch Rheinbach liest e.V. an den Schulen, nicht zuletzt durch die „Bücherüberraschung“, die Unterstützung bei Medienanschaffungen, Finanzierung von Autorenlesungen oder die Durchführung von Lesewettbewerben. GGS-Lehrerin Christiane Bröckelmann und die ehemalige Gesamtschulleiterin Elke Dietrich-Rein beleuchteten die Wirkung von Unterstützungsmaßnahmen und Fionas erfolgreichen Weg trotz ihrer Lese-Rechtschreibschwäche. „Lesen war für mich in den ersten Jahren harte Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Ich lese sehr gerne und mittlerweile ist auch Rechtschreibung kein größeres Problem mehr für mich“, berichtet Fiona selbstbewusst. Als sie dann vor der Pause – begleitet von Maria Dörrscheidt an der Geige und Marcus Hartmanns am Klavier - noch Sarah Connors „Wie schön du bist“ sang, war das ein echter Gänsehautmoment.
Nach der Pause mit Buffet und guten Gesprächen sang Susanne Hartmanns eine von ihrem Mann vertonte Version des Kaléko-Gedichts „Weil du nicht da bist“ und trug anschließend Rilkes „Panther“ vor. Ein weiterer Höhepunkt war Brechts hintersinniges Kindergedicht „Fisch Fasch“, performativ vorgetragen von dem 11-jährigen Kilian Hällmayer. Man gewann den Eindruck, dass hier ein weiteres Bühnentalent heranwächst. Antonello Simone und Maria Dörrscheidt lasen auf Italienisch und Deutsch im Wechsel Carlo Collodis Klassiker „Pinocchio“ und machten zudem mit Akkordeon und Geige Lust auf ihren Abend im Delikatessengeschäft Via del Gusto am 18. April in der Reihe „Pasta, Poesia e Passione“.
Die englische Kriminalschriftstellerin Agatha Christie starb vor 50 Jahren und hinterließ u.a. die großartigen Romane über die Hobbydetektivin Miss Marple. Aus dem ersten Band- „Mord im Pfarrhaus“, las mit wunderbarer Stimme die WDR-Sprecherin Regina Münch, die am 17. April wieder bei den „Bücherstimmen“ gemeinsam mit Martin Groß dabei ist. Heinrich Heines Gedicht „Nur zwei Beine“ verwies anschließend auf ein neues Format, eine literarische Wanderung in Kooperation mit dem Eifelverein, die für den 27. September angesetzt ist, mit Regina Münch als „Wanderführerin“.
Nach einem erfrischenden Kurzauftritt des Literaturkabarettisten und Malers Lothar Tolksdorf, der 2011 das Gründungsfest des Vereins moderiert hatte, folgte der unvergleichliche Johannes Engel mit Gedichten von Eugen Roth, Günter Nehm und Günter Detro. Detros „Jahrestag“ bestand in der Einschulung in die Volksschule Aachen-Brand vor genau 70 Jahren. Er war sichtlich amüsiert darüber, sein Porträt am Bühnenvorhang inmitten der vielen literarischen Größen zu entdecken.
Auch Wolf Biermann, der in diesem Jahr 90 Jahre alt wird, kam zu seinem Recht. Marcus Hartmanns, der den Abend gemeinsam mit dem Klarinettisten Yves Gueit durch Intermezzi bereicherte, sang Biermanns Text „Komm lass dich nicht verhärten“ in einer eigenen Vertonung.
Was passierte noch alles an diesem Abend, der von Julius Esser so kurzweilig moderiert wurde? Die Zukunfts-AG der GGS Sürster Weg, vertreten durch Emma, Alexander und Maximilian, holten sich Sitzkissen für die neue Lesetreppe an ihrer Schule ab. Den Schulleiterinnen Uta Schöberl (KGS Flerzheim) und Sonja Paffenholz (KGS St. Martin) wurden Buchpakete zum Thema Demokratie überreicht. Monika Flieger und Nicole Denke gaben einen Termin preis, der es wegen des vorgezogenen Redaktionsschluss nicht auf das Programmblatt geschafft hatte: Am letzten Aprilwochenende des Jubiläumsjahres wird es ein „kleines SeitenKnistern“ im Himmeroder Hof geben. Blumen und Applaus für 10 Jahres Arbeit als 1. Vorsitzende erhielt Monika Flieger. Lob und Dank gingen auch an die „externen Ehrenamtlichen“ Dieter Peters (Ton) und Michael Sprick (Licht) sowie Gerd Engel für die Planung des Programms. Zur Freude von Schatzmeisterin Sabine Post ließen sich viele Besucherinnen und Besucher von der Arbeit des Vereins überzeugen und gaben einen Mitgliedsantrag ab oder spendeten für die Anschaffung neuer Erstleseliteratur der Öffentlichen Bücherei St. Martin. Der unvergessliche Abend endete erst zur beinah landsturmtypischen Zeit gegen 23:00 Uhr.
Weitere Informationen zu Rheinbach liest e.V. und den kommenden Terminen finden sich auf rheinbach-liest.de.
Charlotte Hartmann Friederike Spreer und Fiona Müdder lasen Janosch.
Das 11-jährige Bühnentalent Kilian trägt Bert Brechts Gedicht vom Fisch Fasch vor.
Das Publikum war begeistert.
Fiona Müdders Liedbeitrag begleitet von Maria Dörrscheidt an der Geige und Marcus Hartmanns am Klavier war einer der Höhepunkte des Abends.
Gute Laune beim Jahresempfang von Rheinbach liest e.V.
Julius Esser moderierte den Abend mit Witz und Würde.
Literaturkabarettist Lothar Tolksdorf war Ehrengast.
Marcus Hartmanns lässt sich im Sinne Wolf Biermanns nicht verhärten.
Monika Flieger und Nicole Denke aus dem Vorstand von Rheinbach Liest im Gespräch mit Julius Esser.
Regina Münch beim Vorlesen zu erleben ist ein Genuss.
Rheinbachs Bürgermeister hielt ein Plädoyer für das Lesen.
Rheinbachs Bürgermeister liest aus Per Anhalter durch die Galaxis.
Ricarda Kowalewski und Raoul Migliosi vom Theater am Lohmarkt lasen auf der Bühne von der Geburt eines Märchens.
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