Allgemeine Berichte | 07.05.2018

Musical verabschiedete sich aus der Pellenz

„Sternenprinzessin“ plädiert für Toleranz

Schüleraufführung setzt sich auf höchst unterhaltsame Art mit dem Thema „Fremdenfeindlichkeit“ auseinander

Die Tänzerinnen und Tänzer präsentierten sich in farbenprächtigen Kostümen.  UBU

Plaidt. Mit gleich drei Vorstellungen verabschiedete sich das Musical „Sternenprinzessin“ kürzlich in der Plaidter Hummerichhalle von der Pellenz – am gleichen Ort, wo im November 2016 die außerirdische Prinzessin Paschira und ihre beiden pubertierenden Zöglinge in einem Raumschiff auf der Erde landeten und eine beispiellose Erfolgsgeschichte einläuteten. In 34 ausverkauften Aufführungen feierten 17.000 begeisterte Zuschauer die „Sternenprinzessin“. Damit hat das siebte Musical aus der Feder von Martin Becker und Hans Bretz die Erfolge der Vorgängerprojekte nicht nur fortgesetzt, sondern wieder einmal getoppt.

Ehe sich die Außerirdischen nun endgültig auf die Heimreise zu ihrem Planeten Arkor begeben, machen sie Ende Mai noch einmal mit zwei Schul- und einer Abendvorstellung in Simmern im Hunsrück halt.

Fremdenfeindlichkeit wird durch Ängste noch verstärkt

Im Mittelpunkt der Handlung des vom Förderverein On Stage e.V. finanzierten Musicals steht der Grundsatz „Fremdenfreundlichkeit statt Fremdenfeindlichkeit“. Das schon ein bisschen Angst schüren ausreicht, um jede Freundlichkeit zu kippen, erleben die Zuschauer am Beispiel der kleinen Gemeinde Brücktal, die einst zum fremdenfreundlichsten Ort Deutschlands gekürt wurde. Die Außerirdischen landen durch Zufall mitten in den Vorbereitungen zur „Multikulturellen Woche“, die Brücktal alle fünf Jahre mit internationalen Gästen feiert. Höhepunkt des Festes soll die Wahl der „Sternenkönigin“ sein. Neben der aus reichem Hause stammenden „Einheimischen“ Liv von der Heiden bewirbt sich auch die ärmere Emma Weiss um das Amt der „Sternenkönigin“. Doch Emma wird gemobbt, da sie nicht aus Brücktal stammt. Dass sich in dem Ort eine latente Fremdenfeindlichkeit breitmacht, die aufgrund von Ängsten immer stärker wird, erfahren schließlich auch die Außerirdischen Prinzessin Paschira und ihre Zöglinge Janis und Junis, als Letztere mit ihrem Psychostrahler für reichlich Verwirrung sorgten.

Verpackt ist die spannende Geschichte in mitreißende Songs und choreografische Tanzeinlagen in aufwendigen Kostümen, bei denen sich die jugendlichen Tänzerinnen und Tänzer immer wieder zu neuen Bildern formieren, wie beispielsweise beim farbenprächtigen Fächertanz. Auch Indianer, Cowboys, Chinesen und Bayern gaben sich beim Fest der Kulturen ein Stelldichein und präsentierten mit ihren akrobatischen Einlagen einen optischen Höhepunkt nach dem anderen.

Gelungene Gags und komische Parts, wie etwa die aus zwei Fenstern schauenden Hilde und Adele, die um die Gunst des Pastors buhlten, sowie die tollpatschigen, pubertierenden Außerirdischen amüsierten das Publikum und boten jede Menge Gelegenheit zum Lachen.

Das eindrucksvolle Niveau, auf dem die Mitwirkenden im Alter von elf bis 17 Jahren schauspielern, singen und tanzen, wurde von Jung und Alt gleichermaßen frenetisch gefeiert. So gab es nach jeder Szene tosenden Applaus, der am Ende der Vorstellung wieder einmal mehr in lang anhaltende stehende Ovationen mündete.

Projekt bewegt auch persönlich viel bei den Darstellern

Dass das Thema „Fremdenfeindlichkeit“ heute aktueller denn je ist, konnten Martin Becker und Hans Bretz nicht ahnen, als sie das Stück seinerzeit kreierten. „In der Welt werden wir mit unserem Musical wohl kaum etwas bewirken“, weiß Walter Mürtz, Vorsitzender des Fördervereins „On Stage“. „Bei unseren jungen Darstellern hingegen können wir sehr viel bewegen.“ Die Teilnahme an dem Projekt erfordere von jedem einzelnen Jugendlichen sehr viel Disziplin und soziale Kompetenz. „Wir nehmen jeden mit, der Interesse zeigt“, betont Martin Becker. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um ein unruhigeres Kind, oder um ein schüchternes handelt. Es sei faszinierend mit anzusehen, wie viel Selbstbewusstsein ein eher schüchternes Kind plötzlich entwickelt, wenn es auf der Bühne vor 500 Zuschauern stehe. Zum Ensemble des Musicals „Sternenprinzessin“, das in fünf verschiedenen Besetzungen aufgeführt wird, zählen insgesamt 300 Schülerinnen und Schülern der Integrierten Gesamtschule (IGS) Pellenz. Auch eine große Zahl von Lehrern und Eltern sind kontinuierlich ehrenamtlich im Einsatz. Seit August 2015 absolvieren die Aktiven nahezu alle Proben in ihrer Freizeit – auch in den Ferien. Unterstützung erhalten die Akteure durch die Tanzlehrerin Maria Köhler, die der Musical-Förderverein On Stage e.V. seit Jahren engagiert hat. Professionelle Ton- und Lichttechnik sowie ein beeindruckendes Bühnenbild garantieren allen Akteuren, die ausnahmslos live singen, einwandfreie Rahmenbedingungen und dem Publikum fast drei Stunden Musical-Fieber pur.

Während sich die „Sternenprinzessin“ Ende Mai in Simmern endgültig von der Erde verabschiedet, arbeiten Martin Becker und Hans Bretz schon längst an der nächsten Erfolgsgeschichte. Während den beiden Musical-Machern die Fantasie niemals auszugehen scheint, machen sie sich hingegen Sorgen um den Verlust

selbiger in der Gesellschaft. „Das kommende Musical hat mit dem Verlust der Fantasie zu tun“, sagt Martin Becker. Mehr verrät er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

Emma träumte von bunten Sternen.

Emma träumte von bunten Sternen.

Cowboys und Indianer wirbelten über die Bühne.

Cowboys und Indianer wirbelten über die Bühne.

Die Tänzerinnen und Tänzer präsentierten sich in farbenprächtigen Kostümen. Fotos: UBU

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