Gelungene Konferenz des Rheinischen Vereins in Cochem
Stimmen und Stimmungen entlang der Mosel
Cochem/Köln. Mehr als 100 Gäste waren der Einladung des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz und des Vereins Weltkulturerbe Moseltal gefolgt, sich mit „Stimmen und Stimmungen entlang der Mosel“ zu beschäftigen und aktives Netzwerken für die Weinkulturlandschaft zu betreiben.
Im gut gefüllten Kulturzentrum Kapuzinerkloster Cochem fand ein facettenreiches Programm aus Fachvorträgen, Publikumsdiskussion und Abschlusspodium statt, bei dem die Weinkulturlandschaft und die Winzer im Mittelpunkt standen.
Im Ergebnis bestand Einigkeit über die herausragenden kulturlandschaftlichen Werte der Moselregion, die in einzigartiger Weise von historischen Ortschaften, Burgen und Weinbau, insbesondere in Steillagen, geprägt ist. Einigkeit herrschte jedoch auch über die zahlreichen Herausforderungen, darunter für die Winzer, den Tourismus und die Infrastruktur. Der regelmäßige Austausch von best-practice - Beispielen, eine dauerhafte Arbeitsgruppe und ein Masterplan könnten dazu beitragen, die Kulturlandschaft Moseltal landschafts- und denkmalverträglich zu erhalten und zu gestalten, Weinwirtschaft und Tourismus zu stärken und letztlich den Prozess der Anerkennung als Welterbe zu unterstützen. Dafür sind handfeste Probleme wie Infrastruktur und Betriebsnachfolge ebenso zu lösen wie es gilt, eine breite Wertschätzung und gemeinsame Moselidentität, auch grenzübergreifend, zu festigen. Der Vorsitzende des Rheinischen Vereins, Prof. Dr. Christoph Zöpel, die Staatssekretärin Heike Raab und der Zweite Vorsitzende des Vereins Weltkulturerbe Moseltal, Rolf Haxel, begrüßten ein gut gemischtes Publikum. Viele Akteure waren vertreten, die in unterschiedlicher Weise mit dem Moseltal zu tun haben. So waren zahlreiche politische Repräsentanten der Verbands- und Ortsgemeinden entlang der Mosel ebenso zu Gast wie Mitarbeitende aus der Verwaltung, Winzerinnen und Winzer, verschiedene Verbände wie der Weinbauverband, die Industrie- und Handelskammer, Heimat- und Geschichtsvereine und zahlreiche denkmal- und landschaftsfachlich interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger.
Die Kulturanthropologin Christin Theisen aus Sankt Aldegund stellte ihre Studie „Stimmen und Stimmungen entlang der Mosel“ vor, die sie im Auftrag des Rheinischen Vereins erarbeitet und dafür zahlreiche Interviews, vor allem mit Winzern, geführt hat. Sie sieht die Winzer im Spannungsfeld verschiedener Rollen als Landschaftsgestalter und -erhalter, zudem unter wirtschaftlichem und bürokratischem Druck.
Die Bedeutung regionaler und lokaler Identifizierung für das Engagement der Menschen hob der Vorsitzende des Regionalverbands Cochem-Zell im Rheinischen Verein, Gerhard Schommers, in seinem Beitrag hervor. Mundart als Heimat und Mehrsprachigkeit als Chance waren seine zentralen Themen.
Rheinischer Verein
Denkmalpflege und der Schutz von Kulturlandschaften sind die beiden Hauptthemen des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Er wurde 1906 gegründet und war in der Provinzialverwaltung der damaligen Preußischen Rheinprovinz verortet. Bis heute ist er in diesem Gebiet zwischen Niederrhein und Saarland tätig, vernetzt und fördert bürgergesellschaftliches Engagement und arbeitet mit den kommunalen und staatlichen Stellen zusammen. Rund 3.500 Mitglieder, darunter zahlreiche institutionelle Mitglieder, bilden die Grundlage für die Vereinsarbeit.
Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) fördert den Rheinischen Verein und stellt insbesondere die Geschäftsstelle zur Verfügung. Die 15 Regionalverbände und fünf Arbeitsgruppen des Vereins veranstalten Führungen, Vorträge und Tagungen und geben Stellungnahmen sowie Kommentare zu aktuellen Themen ab.
Die Publikationsreihe „Rheinische Kunststätten“ und die Vereinszeitschrift „Rheinische Heimatpflege“ erreichen eine breite Öffentlichkeit. Den Prozess der Einschreibung des Oberen Mittelrheintals in die Welterbeliste hat der Rheinische Verein mit seiner Mittelrheinkonferenz und der Rheintal-Charta - www.rheinischer-verein.de - aktiv unterstützt.
Verein Weltkulturerbe Moseltal
Der Verein Weltkulturerbe Moseltal wurde 2014 gegründet. Unter seinen rund 60 Mitgliedern sind u.a. Landkreise, Verbandsgemeinden, Ortsgemeinden und Einzelpersonen entlang der Mosel. Der Verein hat sich die Anerkennung der Moselregion als Weltkulturerbe zum Ziel gesetzt, will die regionale historische und kulturelle Identität im Moseltal stärken und betreibt Bildungs-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.
Pressemitteilung
Rheinischer Verein
für Denkmalpflege und
Landschaftsschutz
Staatssekretärin Heike Raab bei ihrer Eröffnungsansprache.
Das Abschlusspodium unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Zöpel (3. v.l.) mit Winzerin Angelina Franzen, Kulturanthropologin Christin Theisen, Winzer Theo Haart, Carsten Neß vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Jörn Schultheiß von der Hochschule Geisenheim und Architekt Dr. Karl August Heise vom RVDL-Regionalverband Trier. Fotos: Karl Peter Wiemer / RVDL
