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KG Narrenzunft stellte mit der großen Prunksitzung ein gelungenes Programm auf die Bühne

„Su wor et immer, su muss et sin – Fastelovend fiere in Remagen am Rhing“

Remagens Dreigestirn mit Prinz Werner II. Efferz, Jungfrau Wilma Schwarz und Bauer Wolfgang Reisdorff holte auch die Tollitäten aus Kripp und Wölle mit ins Boot auf die Bühne

22.01.2020 - 08:21

Remagen. Eine rundum gelungene Prunksitzung mit einer ausgewogenen und ansprechenden Mischung aus zündenden Büttreden, spitzenmäßigen Tänzen und mitreißender Musik stellte die KG Narrenzunft um Vorsitzenden Martin Dinkelbach und Sitzungspräsidenten Guido Selbach am Samstag auf die Rheinhallenbühne. Und die Jecken im Saal, eine gute Mischung aller Altersgruppen und natürlich viele bunt kostümiert, dankten es immer wieder mit spontanem Applaus und auch mehrmals mit Zugabe rufen.

Schon der Einzug der Akteure in die Narrhalle, wo sie von stehendem Publikum erwartet wurden, erwies sich als stimmungsgeladen. Ob die Magic Dancers der KG, die Gardepänz der Prinzengarde mit Kinderprinzessin Sara I. Muth und Hofdame Emily Kuhlen, der Kinder- und Jugendkarneval, der Elferrat mit Sitzungspräsident Guido Selbach, die Prinzengarde um Kommandanten Paul Alfter, sie alle waren die Vorbereiter für das strahlende Dreigestirn mit Prinz Werner II. Efferz, Jungfrau Wilma (Wilfried) Schwarz und Bauer Wolfgang Reisdorff, begleitet von den beiden Hofdamen Vera und Gabi. Ganz nach dem Motto „Su wor et immer, su muss et sin – Fastelovend fiere in Remagen am Rhing“ hieß Prinz Werner die Narren willkommen. Und das Dreigestirn sorgte dann auch für Stimmung auf der Bühne mit einem Tanz vom Stippeföttche bis zum Walzer. Da war die erste Rakete, die Sitzungspräsident Selbach, der seine Sache prima machte, animierte, fällig. Und weil gemeinsam feiern Spaß macht, holte das Dreigestirn auch die Tollitäten aus Oberwinter und Kripp auf die Bühne. Alle närrischen Herrscher aus der Gesamtstadt schunkelten und sangen „In unserm Veedel“ und die Jecken im Saal stimmten mit ein. Den Abschluss des närrische Auftaktspektakels auf der Bühne machte die Prinzengarde, die zu Ehren der Tollitäten ihren neuen Gardetanz präsentierten. Herzliche Grußworte zwischendrin gab es für die erste Beigeordnete Rita Höppner, die den Bürgermeister Björn Ingendahl vertrat, für den Ortsvorsteher Wilfried Humpert, für Pastor Frank Klupsch und für MdL Guido Ernst.

Das Eis in der Bütt brach „Et Klimpermännche“ Thomas Cüpper, der den Remagenern aus der „Kölschen Weihnacht“ im Foyer bestens bekannt ist. Mit kölscher Leedche, begleitet mit der Quetsch, und Krätzjer überzeugte Cüpper. Am Totensonntag komme immer die gesamte Familie zusammen. Da gebe es eine Tombola, für die Miete und die Schwiegermutter. Wer letztere ziehe, dürfe sie an Weihnachten bei sich haben. Und Weihnachten sei natürlich so ein Thema. Immer heiße es, wir schenken uns nix. „Die Männer halten sich dran. Die Frauen haben dann doch eine Kleinigkeit für die Männer. So kommt dann nach der Bescherung auch die Beschwerung“, so dat Klimpermännche. Und auch der Gutschein für die Bestattung sei bei der Schwiegermutter nicht gut angekommen. „Der galt nur für 14 Tage“, witzelte Cüpper. Er erinnerte an die alte Zinkbadebütt, in der erst Oma und Opa, dann Mama und Papa, und dann sämtliche Pänz nacheinander samstags zur Fichtennadelsprudeltablette steigen durften. Für die Oma habe es extra ein Bettlaken als Sichtschutz gegeben. Nach einigen kölsche Leedche gab es für Cüpper die verdiente zweite Rakete. Als laut geforderte Zugabe gab es das Lied von dem Mann, der in der Dachrinne lebt: „Ich kann nit treu sinn, lev in der Daach rinn“. Im Zwiegespräch kamen „Der Een on der Anne“, alias Udo Kohn und Thomas Berschbach, von Hönningen an der Ahr auf die Bühne. Mit ihren Gags machten sie auch vor dem Publikum nicht halt. „Du hast doch Spaß, du musst das nur noch deinem Gesicht sagen“, so der Anne. „Der hat doch seiner Frau wirklich 42 Snickers gekauft. Die wollte aber Sneakers in Größe 42“, unkte der Eene, „Wie du hast wirklich drei Jahre mit deiner Frau nicht gesprochen“, meinte der Eene. Der Anne dazu: „ich wollte sie ja nicht unterbrechen“. Auch beim Marmelade kochen zeigte sich der Eene sicher. „Wie machst du die denn“, fragte der Anne. „Ich hol mir in der Bäckerei zehn Berliner und schäle die“, so die Erklärung. Und immer wieder kam die Hose von dem Eene in Einsatz. Sie reichte von den Knien bis kurz unters Kinn. Spruch folgte auf Spruch, egal ob grammatisch oder mathematisch richtig. Das Publikum amüsierte sich bestens und es gab die nicht unerwartete dritte Rakete.

Doch auch spitzenmäßige Tänze folgten im weiteren Programm. Die Magic Dances präsentierten mit ihrem Indianertanz eine Superleistung bis hin zu mehrstöckigen Pyramiden. Eine tolle Choreographie, die die Narren im Saal restlos begeisterten. Auch die Grün-Weißen Funken vom Zippchen ließen nicht nur die Beine, sondern auch die Mariechen regelrecht fliegen. Da hielt das Publikum auch schon mal den Atem an. Ebenso wie beim Bonner Stadtsoldaten-Corps. Völlig aus dem Häuschen gerieten die Narren bei der kölsche Band Fiasko, die mit Kölsch-Rock das Publikum wirklich mitrissen. Da fehlte nicht der aktuelle Song „Immer wenn et Naach weed“. Das Publikum sang lautstark mit. Absolutes Heimspiel hatten natürlich die Paniker, die nach Karneval in den musikalischen Ruhestand treten, und bei der Prunksitzung unter ihrem total verrückten Stardirigenten Tommy Pieper noch mal so richtig Gas gaben. Der Saal stand und tanzte und wippte mit. Standing ovations gab es natürlich ebenso für „Et fussisch Julche“ Marita Kölner, die mit Charme, Temperament und Gesang die Remagener Jecken eroberte. Und nach einem tollen Programm, das noch mehr Publikum hätte vertragen können, ging es bei der After-Show-Party im Foyer weiter. Hier wurde die rundum gelungene Sitzung, die von der Kapelle Wahnsinn total bestens musikalisch begleitet wurde, noch ausgiebig gefeiert.

AB

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Kommentare
juergen mueller:
Nein,alte Ratsbeschlüsse gelten nicht mehr wie man sieht.Und vergessen wurde nichts.Was 2008 mit großer Mehrheit abgesegnet wurde hat Grün-Rot-Rot mit knapper Mehrheit nun durchgesetzt.Was 2008 im Guten nicht funktionierte drückt man jetzt mit elektrischen Pollern durch.Die Folgen einer Sperrung hat man weder 2008 noch jetzt durchdacht.Kurios ist,dass ehemals politische Befürworter dieser Maßnahme nun plötzlich eine andere Haltung einnehmen u.hierfür offensichtlich Jahre gebraucht haben.Davon abgesehen,auch was bereits beschlossen wurde,schließt nachträgliche Einwände/Kritik nicht einfach aus.
Ansgar Hasselberg:
Pro Sperrung Clemensstraße: Gelten alte Ratsbeschlüsse nicht mehr? Es ist interessant, welche Halbwertszeit Ratsbeschlüsse zu haben scheinen. In der Stadtratssitzung vom 6. Februar haben drei Ratsfraktionen den Antrag gestellt, zur Aufwertung der City die Clemensstraße im Bereich zwischen Casinostraße und Görgenstraße in der Zeit von 9:00 Uhr bis 19: Uhr zu sperren. Der Antrag ist mit einer knappen Mehrheit positiv beschieden worden, was naturgemäß und legitimerweise die Kritiker dieser Maßnahme auf den Plan ruft. Völlig vergessen worden ist bei den teils vehementen Kritikern aber, dass es bereits einen gültigen Ratsbeschluss gibt, der genau dem Inhalt des jetzigen Antrages entspricht! Im Jahr 2008 nämlich hat der damalige Rat mit großer Mehrheit die Sperrung der Clemensstraße für den Autoverkehr abgesegnet. Somit stellt sich die Frage nach der Berechtigung der aktuellen Empörung für eine Maßnahme, die eigentlich bereits seit über elf Jahren beschlossene Sache ist. Sperrung der Cleme
juergen mueller:
Ausgerechnet Herr Biebricher/CDU redet von Scheuklappenpolitik, etwas,was er doch selbst praktiziert. Wofür immer ein Gutachten? Ohne externe Beratung/Hilfe geht`s wohl nicht? Wie wäre es,wenn man sich einmal selbst "intensiv" mit einem Problem,auch jetzt mit diesem,beschäftigen würde?Gesunder Menschenverstand ist offensichtlich in der Politik nicht gefragt u.überlässt das Denken lieber anderen.Aber,was nicht gefordert bzw. gefördert wird,führt unweigerlich zu einem Substanzverlust desselben,der bei einigen schon ein erschreckendes Ausmaß angenommen hat.
Siegfried Kowallek:
Helmut Gelhardt trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn Martin Hahn dereinst selbstkritisch die Bilanz seines politischen Lebens ziehen wird, wird er zähneknirschend einräumen, dass sein größter Makel gewesen ist, dass er und seine CDU sich von den Grünen in der Sache Seemann über den Tisch ziehen ließen. Siegfried Kowallek, Neuwied
Dietmar Rieth :
Der Einschätzung, dem Kommentar und der Schlußfolgerung von Herrn Gelhardt kann ich nur voll zustimnmen. Weitere öffentlich benannte Gründe sprechen ebenfalls für diese Einschätzung und die getätigte Aussage mit Aufforderung an den OB zur Aussetzung des Ratsbeschlusses. Dietmar Rieth, ehemaliger Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat Neuwied
Helmut Gelhardt:
Herr Seemann ist für die für IHN vorgesehene Position/haupt- amtliche Beigeordnetenstelle objektiv nicht angemessen geeignet.Sollte es den Tatsachen entsprechen, dass gerade Herr Seemann den Ausschreibungstext für diese Beigeordnetenstelle mitentworfen hat(und im Stadtrat "die recht offene Formulierung" rechtfertigte),so ist dies keine Kuriosität mehr,sondern entspricht dem Wesen einer Bananenrepublik und liegt in der politischen Verantwortung der Papaya-Koalition aus CDU / Bündnis 90/Die Grünen / FWG.Bündnis 90/Die Grünen, die VOR der Kommunalwahl mit tendenziell richtigen Zielen angetreten waren, haben sich durch DIESE Beigeordnetenwahl selbst politisch grob beschädigt!Dass die übergroße Mehrheit der CDU-Fraktion unter der Führung von Herrn Martin Hahn und die FWG dieses beschämende Spiel jedenfalls zugelassen haben, zeugt nicht von Seriosität.Es spricht gemeindeverfassungsrechtlich sehr Gewichtiges dafür, dass diese Beigeordnetenwahl rechtlich angreifbar ist.Der OB sollte aussetzen!
juergen mueller:
Das mit dem "genauen" Beobachten kommt/kam doch zu spät.Einsicht kommt immer dann,wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.Fakt ist,dass die Gesellschafterversammlung und der Aufsichtsrat,besetzt mit OB Langner u. Mitglieder des Stadtrates von CDU/Grüne offensichtlich "ver/geschlafen" hat (bis natürlich auf die Tandiemen,die man für seine "Nebenfunktion" erhält).3 Millionen als (Steuergeld-) Darlehen sind kein Peanuts,Geld was der Stadt erst einmal verloren geht u.das Risiko in sich birgt,dass diese komplett in den Sand gesetzt sind.Auf dieses immerwährend nach aussen hin gepredigte positiv Sehen u.um Vertrauen heischende Gerede gebe ich schon lange nichts mehr,dafür haben die Vergangenheit u.Vergangenes gesorgt.
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