Allgemeine Berichte | 30.07.2024

Caritas-Suchtberatungsstelle kam mit Realschulklasse der Ahrtalschule ins Gespräch

Suchtprävention am Nürburgring

Bevor es mit dem Go-Cart auf die Piste ging, tauschten sich die Jugendlichen über das Thema Sucht aus.  Foto: Meike Möller

Altenahr/Nürburg. Als die Ahrtalschule zum Abschluss des Schuljahres einen Ausflugstag veranstaltete, fand auf der Kartbahn am Nürburgring eine besondere Aktion statt. Die Realschulklasse 8R hatte sich eine reizvolle Wanderroute ausgesucht, in dessen Zentrum der Nürburgring mit seinen zahlreichen Attraktionen, vom Ring Werk über die Ring Kartbahn bis hin zur Grand-Prix-Strecke, stand.

Und da die Kombination aus Straßenverkehr und Rauschmittel lebensgefährlich sein kann, war es für Klassenlehrerin Meike Möller ein besonderes Anliegen, sich gerade an diesem Ort mit den Schülerinnen und Schülern präventiv mit den Themen Konsumverhalten und Suchtentwicklung zu beschäftigen. Diesen Part übernahm Tatjana Francesconi von der Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes Rhein-Mosel-Ahr e.V. aus Ahrweiler. Die Sozialarbeiterin ist Ansprechpartnerin in Fragen der Suchtprävention im Landkreis Ahrweiler und setzt mit ihrer Aufklärungsarbeit genau dort an, wo noch keine oder wenig Konsumerfahrung gemacht wurde. Ihre Aufgabe besteht darin, mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen präventiv zu arbeiten, sie zu sensibilisieren und zu stärken. So wurde an diesem Tag die leere Kartbahn am Nürburgring für eine Präventionseinheit genutzt.

Dort sprach Tatjana Francesconi in lockerer Atmosphäre zentrale Fragen an: „Was ist Sucht?“, „Wie entsteht Sucht?“, „Was sind meine Bedürfnisse?“, „Wie kann ich diese Bedürfnisse (ohne Rauschmittel) befriedigen?“ und „Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich sie brauche?“. So konnten sich die Jugendlichen über sensible Themen austauschen, Fragen stellen und erhielten Basiswissen an die Hand. „Ziel ist es, den Zugang zu den jungen Menschen zu finden und ihnen Denkanstöße zu geben, damit sie selbst gute Entscheidungen treffen können“, erklärt Tatjana Francesconi.

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitete sie den Unterschied zwischen stoffgebundenen Süchten – also die Abhängigkeit von bspw. Alkohol, Nikotin oder Cannabis – und stoffungebundenen Süchten – bspw. Essstörungen, Glücksspielsucht oder Kaufzwang. Auch wurde durch das Modell des Suchtdreiecks (nach Kielholz und Ladewig aus 1973) veranschaulicht, welche drei Faktoren in Wechselwirkung zueinanderstehen stehen und unser Konsumverhalten beeinflussen. Einer der Faktoren ist die „Substanz“, z.B. Verfügbarkeit des Rauschmittels, gesellschaftliche Akzeptanz und die Wirkung. Der zweite Faktor ist die „Person“, z.B. Problemlösungsstrategien, Selbstbewusstsein und die genetische Komponente. Der dritte Faktor ist die „Umwelt“, z.B. Familie, Freunde, Schule und Beruf. Hierzu fielen den Jugendlichen zahlreiche Beispiele ein. Es zeigte sich, dass es meist nicht die eine Ursache gibt, sondern vielfältige Gründe, die zu einer Drogenproblematik oder zu einem süchtigen Handeln führen.

Dieser Prozess der Suchtentwicklung wurde anschließend mit Hilfe der „Suchtstraße“ verdeutlicht. Diese teilt sich in mehreren Phasen mit fließenden, einander überlappenden Übergängen und beginnt mit dem Gebrauch, geht mit der Gewöhnung weiter, sodann mit dem Substanz-Missbrauch, der schließlich in der Anhängigkeit enden kann. Erstaunlich war, wie gut und genau die Schülerinnen und Schüler Fallbeispiele diesen Stationen zuordnen konnten. Es ist eben wichtig, den Weg der Suchtentstehung zu verstehen und so die Reflektionsfähigkeit von Jugendlichen zu schärfen. Den Abschluss des Präventions-Wortshops bildete das „Ideenkarussel“, bei dem Fragekarten wie „Was machst du, wenn du traurig bist?“ den Austausch in der Klasse ermöglichten. Bei Problemen konnten verschiedene Handlungsoptionen aufgezeigt und gesunde Ideen zur Bedürfnisbefriedigung gesammelt werden.

Alles in allem eine gelungene Aktion, die die jungen Menschen sensibilisierte. Denn das häufig tabuisierte Thema Abhängigkeit ist in der Gesellschaft weit verbreitet. Da lohnt es sich, darüber zu sprechen.

Die Arbeit der Caritas-Suchtprävention wird größtenteils durch das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung gefördert und unterstützt sowie durch die Kreisverwaltung Ahrweiler.

Bevor es mit dem Go-Cart auf die Piste ging, tauschten sich die Jugendlichen über das Thema Sucht aus. Foto: Meike Möller

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