Allgemeine Berichte | 20.03.2019

Weisser Ring hat Sicherheit von Senioren im Blick

Tag der Kriminalitätsopfer - Ohne Furcht im Alter

Übergabe von Präventionsmaterial für Senioren an das Rheinbacher Altenzentrum „Haus am Römerkanal“, von l. nach r. Katharina Wilhelm, Dr. Alexander Poretschkin, Sabine Jacobs.Foto: privat

Rheinbach. „Ohne Furcht im Alter“ – unter diesem Motto begeht der Weiße Ring seinen diesjährigen Tag der Kriminalitätsopfer. An dem bundesweiten Aktionstag, der alljährlich am 22. März stattfindet, steht dieses Jahr die Sicherheit der älteren Generation im Mittelpunkt. „Prinzipiell kann jeder jederzeit und überall Opfer von Täuschung und Betrug werden“, sagt Dr. Alexander Poretschkin, Landespräventionbeauftragter und Bonner Außenstellenleiter des Weißen Rings. „Gerade im Bereich der Vermögensdelikte gibt es besonders hohe Gefährdungspotenziale. Dabei wählen Kriminelle gezielt ältere Menschen als potenzielle Opfer aus, weil sie dort aus ihrer Perspektive besonders günstige Tatbedingungen vermuten“.

Studien belegen: Senioren in Deutschland verfügen nach der Erwerbsphase nicht selten über beträchtliche Vermögenswerte, das lockt Täter an. Zudem bauen Kriminelle auf die Scheu älterer Menschen zuzugeben, auf einen Betrüger hereingefallen zu sein.

Diese Faktoren haben dazu geführt, dass Kriminelle beispielsweise mittels auf Telefonbetrug spezialisierten Callcentern im Ausland hochgradig professionelle Strukturen aufgebaut haben. Die Masken sind vielfältig: Verwandte in Not, Polizisten, Gerichtsvollzieher, Mitarbeiter von Stadtwerken …. Die hoch kriminellen Täter offenbaren dabei einen verblüffenden Ideenreichtum. Sie lassen sich regelmäßig neue Maschen einfallen, die sie später variieren. Gemeinsam ist den Betrugs- oder Trickdiebstahlmustern, dass sie die Hilfsbereitschaft in fingierten Notlagen oder das Vertrauen betagter Bürger in staatliche Institutionen ausnutzen.

Allein mit dem Enkeltrick, den es bereits seit zwei Jahrzehnten gibt, ergaunern Betrüger jährlich mehrere Millionen Euro. Ende vergangenen Jahres und im ersten Quartal diesen Jahres ist es wiederum zu einer regelrechten Welle von Anrufen falscher Polizisten gekommen. Auch die Bonner Polizei berichtete und warnte bereits mehrfach in jüngster Vergangenheit über entsprechende Betrugsmaschen. Bundesweit, so besagen es Schätzungen, könnten falsche Polizisten im vergangenen Jahr einen Gesamtschaden von gut 100 Millionen Euro verursacht haben.

„Gegen diese unsäglichen Maschen hilft nur ein hohes Maß an Aufklärung und effektiver Präventionsarbeit“, betont Poretschkin. „Und, wenn doch etwas passiert, so sind Selbstvorwürfe und Vorwürfe der Verwandtschaft nicht angebracht. Betrüger sind eben überzeugend und machen einen besonders guten Eindruck, das ist ihr Betriebskapital. Auch ein gutes Herz zu haben, ist keine Schande. Statt Vorwürfen benötigen Opfer also Hilfe und Unterstützung“. Polizei und Hilfsorganisationen sind da aktiv.

Pünktlich zum Tag der Kriminalitätsopfer hat der Weiße Ring eine neue Broschüre aufgelegt, die das Motto des Aktionstags im Titel trägt und eine Vielzahl an Präventionstipps vermittelt. Diese kostenlose Broschüre kann z.B. bei der Bonner Außenstelle, Postfach 11 87 in Rheinbach oder unter weisser.ring.bonn@gmail.com bestellt werden. Ein informativer Kurzfilm „Falscher Polizist“ ist auf der Internetseite des Vereins unter www.weisser-ring.de zu finden; darin wird diese besonders aktuelle Betrugsmasche anschaulich dargestellt.Pressemitteilung

Weißer Ring e.V.

Übergabe von Präventionsmaterial für Senioren an das Rheinbacher Altenzentrum „Haus am Römerkanal“, von l. nach r. Katharina Wilhelm, Dr. Alexander Poretschkin, Sabine Jacobs.Foto: privat

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