Tag der offenen Tür im Remagener Rathaus stieß am Sonntag auf großen Zuspruch
Viele Remagener und Gäste der Stadt erkundeten nach umfangreicher Kernsanierung das historische Gebäude - Die offizielle Einweihung mit Einsegnung durch die Geistlichkeit war dem Tag der offenen Tür vorgeschaltet
Remagen. Voller Stolz und Freude präsentierte am Sonntag der Remagener Bürgermeister Björn Ingendahl das komplett kernsanierte Remagener Rathaus der Öffentlichkeit.
Am frühen Mittag fand zunächst der offizielle Einweihungsakt mit Einsegnung des historischen Gebäudes aus dem Jahr 1835 statt.
Im Anschluss waren die Pforten des in völlig neuem Glanz erstrahlenden Rathaus auch für die Öffentlichkeit bei einem Tag der offenen Tür zugängig.
Nach der Begrüßung der offiziellen Gäste durch den Stadtchef Ingendahl von den Rathaustreppen aus, lag des an der Geistlichkeit, Pastor Heiko Marquardtsen von der katholischen Kirchengemeinde und Pastorin Johanna Karcher von der evangelischen Kirchengemeinde, das Haus und alle, die darin arbeiten oder Hilfe suchen, offiziell unter den Schutz Gottes zu stellen. Das Haus und alle Räumlichkeiten wurden von Pastor Marquardt und Pastorin Karcher dabei eingesegnet.
Im großen Sitzungssaal, der nun für alle erreichbar sich im Erdgeschoss befindet, hielt Bürgermeister Björn Ingendahl, der das Rathaus schon in der Einladung zum Tag der offenen Tür das Herz der Stadtverwaltung nannte, die offizielle Einweihungsrede. Dabei wurden die Gäste mit Getränken und kleinem Imbiss verwöhnt.
Rund dreieinhalb Jahre war das Rathaus, von Sommer 2021 bis Ende 2024, umfangreich für einen Kostenumfang von rund vier Millionen Euro kernsaniert worden „Heute ist ein Tag der Freude und des Stolzes. Wir weihen unser Rathaus nach einer umfassenden Kernsanierung wieder ein und lassen es segnen. Am 31. August 1835 sei der Grundstein für dieses prächtige Gebäude gelegt worden. Vier Jahre später, im Jahr 1839, sei das klassizistische Juwel, das der Stadt Remagen gleichzeitig Würde und Charme verliehen habe, fertiggestellt worden. In den Anfangsjahren seien in dem Gebäude Rathaus, Schule und Bürgermeisterwohnung untergebracht worden. Das sei heute undenkbar. Allerdings sei Remagen mit rund 3500 Einwohnern auch noch deutlich kleiner gewesen.
Der Zweite Weltkrieg habe auch am Rathaus tiefe Narben hinterlassen. Kriegsschäden hätten einen Wiederaufbau notwendig gemacht. Erst 1949 habe das Rathaus wiedereröffnet werden können. „Das Rathaus hat Kriege überstanden, Generationen gedient und ist nun bereit für die nächsten Jahrhunderte“, betonte Ingendahl. Nach der Renovierung strahle es heller denn je. „Wir haben aber nicht nur kosmetische Veränderungen vorgenommen, es war eine echte Kernoperation“, hob Ingendahl hervor.
Barrierefreiheit mit Sitzungssaal im Erdgeschoss und ein außenliegender Aufzug
Ein neues Dach isoliert das Gebäude von oben, neue Fenster, eine neue Heizungs- und Klimaanlage mit Wärmepumpe, die komplette Elektrik und IT auf dem neuesten Stand, neue Fußböden, eine frische Raumaufteilung und moderne Möbel bekam das Rathaus. „Besonders stolz bin ich auf zwei Meilensteine, die nicht ohne Kampf errungen wurden“, so Ingendahl. Zum einen die Barrierefreiheit mit Sitzungssaal im Erdgeschoss und ein außenliegender Aufzug bis ins Dachgeschoss würden das Rathaus endlich für alle zugänglich machen. Die Denkmalbehörde habe die Stadt ordentlich auf Trab gehalten. Eine Menge Überzeugungsarbeit habe geleistet werden müssen.
Ähnlich herausfordernd sei die PV-Anlage auf den Dach gewesen, betonte der Stadtchef. Wieder habe es endlose Diskussionen gegeben. „Aber jetzt produziert unser Rathaus nicht nur Beschlüsse, sondern auch grünen Strom! Wir sparen Energie und schützen die Umwelt, und dies in einem Gebäude, das älter ist, als wir alle“, zeigte sich Ingendahl stolz.
Großzügig sei nun das Bürgerbüro in der gegenüberliegenden Passage. „Das Rathaus ist mehr als Stein und Mörtel. Es ist das Herz unserer Stadt, ein Ort der Demokratie, der Begegnung und des Dienstes für unsere Bürgerinnen und Bürger“, so Ingendahl, der zum Schluss allen Beteiligten am Werk dankte: dem Bauamt mit Frank Nelles, den Handwerkern, den Planern und auch dem Denkmalpflegeamt. Es stießen alle auf das gelungene Werk an, bevor die Räumlichkeiten besichtigt wurden. Großen Anteil daran hatte natürlich der neue Aufzug, der ständig, ein ums andere Mal, bis zum Ende des Tages der offenen Tür die Menschen barrierefrei von unten nach oben und zurück brachte.
Zahlreiche Menschen ließen sich im Laufe des Tages die Rathausbesichtigung nicht entgehen. So manches Foto wurde vom Rathausplatz aus gemacht, wenn die Rathausgäste vom Balkon in der Nähe des Bürgermeisterbüros, umringt von den Fahnen, den Menschen auf dem Marktplatz zuwinkten. AB
Zahlreiche Menschen ließen sich im Laufe des Tages die Rathausbesichtigung nicht entgehen. Foto: AB
