Allgemeine Berichte | 22.10.2025

Finkemeier spricht mit OB Einig und dem „Koblenzer Hejel“

Talk im Turm: Das hat Neuwied noch gefehlt

Eine Zuschauerin fasste es kurz zusammen: „Mega! Das hat Neuwied noch gefehlt!“ Foto: Victoria Schneider

Neuwied. Was viele auf den ersten Blick für eine „Schnapsidee“ hielten wurde zum großen Erfolg. Eine Talk-Show aus Neuwied.

Der als „Deichgesicht“ und Chef der Kleinkunstbühne bekannte Moderator Gerd Finkemeier hatte dazu zwei besondere Gäste ins rappelvolle Bistro Turm eingeladen: Oberbürgermeister Jan Einig und den Koblenzer Comedian Rainer Zufall.

Diese – auf den ersten Blick – seltsame Kombination, erwies sich als Glücksfall für den Abend, denn beide sprühten vor Erzähl-Freude und öffneten sich spontan für die Fragen und Einfälle des Moderators.

Da erzählte Jan Einig die unglaubliche Geschichte, wie er 2015 telefonisch vom CDU-Chef Martin Hahn gefragt wurde, ob er Bürgermeister der Deichstadt werden wolle, obwohl sich die beiden überhaupt nicht kannten. Oder dass er eigentlich nach Irlich ziehen wollte und - weil kein Grundstück dort zu bekommen war - in Heimbach landete. Einig hatte aber auch sichtlich Spaß, mit Finkemeier über seine Kindheit in Mendig zu plaudern oder über die Studienzeit in Koblenz, wo er auch schon mal über die Stränge schlug und anschließend zur Beichte musste.

Auch wenn Einiges an dem Abend an die aus dem TV bekannte „Inas Nacht“ erinnerte, gab es einen großen Unterschied: Singen wollte der OB nicht. Musste er aber auch nicht, denn mit Daniel Koch, dem Musicman aus Melsbach, hatte man einen Profi an der Seite, der immer wieder geschickt auf die Gespräche einging und kleine musikalische Happen einstreute. Und als Rainer Zufall sein Kommen zum Erstaunen des Publikums textsicher mit „Wenn das Wasser im Rhein goldner Wein wär...“ einläutete, traute der OB sich auch mit dem Lied zum Bier auf Hawaii nachzuziehen.

Rainer Zufall – eine gespaltene Persönlichkeit? Auf der Bühne als „Hejel“ unterwegs, der als Proll daherkommt und zotige Sprüche klopft. Und im normalen Leben ein liebenswürdiger, eher nachdenklicher Mensch? Als Rainer Kroth – so heißt er richtig – berichtete er über seine Tanzleidenschaft und sein abwechslungsreiches Eheleben. Und als Moderator Finkemeier ihn auf seine Gags ansprach, die oftmals doch unter die Gürtellinie zielten, gelobte Rainer Zufall (oder Kroth?) Besserung. Der Humor habe sich in den letzten Jahren gewandelt, weg von den manchmal doch geradezu sexistisch angehauchten Schenkelklopfern hin zu Sprüchen, bei denen man um die Ecke denken muss.

Passend dazu konnte er kleine Geschichten aus seinem Buch erzählen. Über seine Anfänge, manchmal vor drei Zuschauern. Oder seine Humor-Erfahrungen in Neuwied.

Zum Staunen brachte er das Publikum mit der Auskunft über sein Alter. Er ist vor Kurzem Siebzig geworden, was man ihm aber dank jahrelangem Fitness- und Hanteltraining nicht ansieht und den OB ein wenig neidisch werden ließ. Einig kämpft nämlich seit seiner Wahl zum Bürgermeister mit den Pfunden und hat noch kein Rezept dagegen gefunden.

Kläglich versagte Rainer Zufall dann aber als Einigs Joker beim Quiz. Er hätte falsche Antworten durch geschicktes Balancieren eines kleinen Balles ausgleichen können, erwies sich aber eher als Grobmotoriker. Da musste das Publikum helfen, wenn Einig nicht weiter wusste und klarstellen, dass Carmen Silva nicht nur ein Schiff, sondern früher auch die aus Neuwied stammende Königin von Rumänien war.

Ein kurzweiliger Abend, weil alle Beteiligten Einblicke in ihr persönliches Leben gaben, zu jedem Spaß bereit waren und manche Überraschung dabei herauskam. Zum Schluss sah man nur strahlende Gesichter. Eine Zuschauerin fasste es kurz zusammen: „Mega! Das hat Neuwied noch gefehlt!“ Stimmt. Man darf gespannt sein, wen Finkemeier zum nächsten Talk einladen wird.

Moderator Gerd Finkemeier hatte zwei besondere Gäste ins rappelvolle Bistro Turm eingeladen: Oberbürgermeister Jan Einig und den Koblenzer Comedian Rainer Zufall.

Moderator Gerd Finkemeier hatte zwei besondere Gäste ins rappelvolle Bistro Turm eingeladen: Oberbürgermeister Jan Einig und den Koblenzer Comedian Rainer Zufall.

Eine Zuschauerin fasste es kurz zusammen: „Mega! Das hat Neuwied noch gefehlt!“ Foto: Victoria Schneider

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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