Allgemeine Berichte | 21.01.2026

Kein Lebewesen polarisiert so stark wie die Taube

Tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement in Andernach?

Im Rahmen des Hausabrisses wurden geschätzt 200 Stadttauben obdachlos. Foto:Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied e.V.

Andernach. In den letzten Monaten erhielt die Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied e.V. einen Hinweis auf den geplanten Abriss des sogenannten „Nikoläuschen“ in Andernach, in dem nachweislich der Großteil der in Andernach-Stadt lebenden Stadttauben über die Jahre angesiedelt hatte.

Im Rahmen des Hausabrisses wurden geschätzt 200 Stadttauben obdachlos. Nicht nur das. Wenige Tage vor Silvester wurde das „Rheinschiff“ abgerissen, in dem auch viele Stadttauben Unterschlupf gefunden hatten. 200 und mehr Stadttauben hatten zu Silvester somit keine Rückzugsmöglichkeit mehr. Und das, wo den meisten Menschen klar sein dürfte, was die Silvesternach für draußen lebende Tiere bedeutet. Doch warum kommt es zu solch einem „Stadttaubenproblem“ überhaupt? Dazu ein paar Hintergrund-Informationen: Stadttauben sind keine Wildtiere, sondern verwahrloste Haustiere (ehem. Haus- und Brieftauben bzw. deren Nachkommen) – vergleichbar mit Streunerkatzen. Als Haustiere sind sie auf den Menschen angewiesen. Sie stammen ursprünglich von der Felsentaube ab, die sich der Mensch im Laufe der Zeit zunutze machte (z.B. Fleisch, Eier, etc.). Es war auch der Mensch, der ihnen das ganzjährige Brutverhalten anzüchtete. Und es ist auch der Mensch, der bis heute die Standorttreue (Bindung an ihr Zuhause) der Tiere für den Brieftaubensport nutzt. Sie sind Nischenbrüter und suchen sich „felsenartige“ Plätze zum Brüten. Als Körnerfresser ernähren sie sich nur aus der Not heraus von Pommes, Erbrochenem, etc. Ihr Kot schädigt keine Bausubstanzen, was durch ein Gutachten der TU Darmstadt nachgewiesen wurde. Stadttauben sind, wenn die Lebensbedingungen stimmen, reinliche Tiere, die nicht mehr Krankheiten übertragen als Hund, Amsel & Co. Der Verein bemüht sich um eine Lösung für die Andernacher Stadttauben, hat aber nicht die Kapazitäten und Helfer, um dort einen Taubenschlag zu betreuen. Hier sind die Anwohner gefragt.

Wer könnte sich ernsthaft vorstellen. einen Verein zu gründen bzw. die Verantwortung zu übernehmen und die Verpflichtung für einen solchen Schlag langfristig (!) einzugehen? Zur Betreuung eines Schlages bedarf es anfangs nicht vieler Helfer, aber langfristig sollten sich mindestens sieben Helfer finden, um jeden Tag der Woche abzudecken. Vorkenntnisse müssen nicht vorhanden sein. Der Verein berät, leitet an und steht auch zukünftig bei Fragen zur Seite. Damit so ein Projekt funktioniert, müssen nach Errichtung des Taubenschlages aber u.a. sogenannte wilde Brutplätze (also Brutplätze in Nischen, auf Dachböden, Balkonen, etc.) geschlossen werden oder dort zumindest im Rahmen der Möglichkeiten Eier getauscht werden.

Auch hierfür bedarf es ehrenamtlicher Hilfe. Es wäre großartig, wenn sich viele verantwortungsbewusste Andernacher zusammenfänden, um den Stadttauben in Andernach zu helfen und die Population gleichzeitig langfristig tierschutzkonform einzudämmen. Denn das hilft Mensch und Taube.

TierschutzgerechtesStadttaubenmanagement

Die Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied e.V. setzt sich für betreute Schläge nach dem „Augsburger Modell“ ein. Dies ist eine tierschutzkonforme Bestandskontrolle mit dem Ziel, die Population langfristig zu verringern. In Taubenschlägen/-behausungen, die immer dort errichtet werden sollten, wo viele Tiere ansässig sind, leben die Tiere frei, erhalten Futter, Wasser und ihre Eier werden gegen Plastikeier ausgetauscht. So müssen die Tiere nicht mehr auf der Straße nach Futter suchen und Menschen sich nicht mehr belästigt fühlen. Und da sich die Tiere den größten Teil des Tages dort aufhalten, fällt somit auch der Großteil ihres Kotes dort an. Das Konzept ist also auch ein Gewinn für Menschen, die sich an Tauben stören. Die Resonanz in der Bevölkerung ist in Koblenz und Neuwied sehr groß. Der Verein betreut mittlerweile drei solcher Taubenschläge in Koblenz sowie zwei in Neuwied. Der 2015 gegründete gemeinnützige Verein kümmert sich ehrenamtlich um hilfsbedürftige Stadttauben. Die Stadt Koblenz trägt lediglich die Futterkosten für die Taubenschläge. Alle übrigen Kosten für die Pflege, Unterhaltung der Handicap-Voliere, Tierarztkosten, das Futter für die Neuwieder Schläge, usw. finanziert der Verein über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Kontakt: www.stadttauben-koblenz-neuwied.de, info@stadttauben-koblenz-neuwied.de.

Pressemitteilung

Stadttaubenhilfe

Koblenz/Neuwied e.V.

Im Rahmen des Hausabrisses wurden geschätzt 200 Stadttauben obdachlos. Foto:Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied e.V.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Wenn man sich so intensiv um verarmte Kinder oder alte Menschen kümmern würde....
  • Tanja Busch : Ich kaufe am liebsten nachhaltig und finde es mehr als schade, dass Inpetto schließen musste. Es war immer ein Erlebnis dort einzukaufen und ich würde mir wünschen, dass sich ein neuer Platz in Bendorf anbietet für Second Hand Ware.

Illegale Müllentsorgung sorgt erneut für Ärger

  • Heuschrecke: Das ist leider nicht nur in Kesselheim es sieht leider überall an den Container so aus
  • Boomerang : Schlimme Zustände. Allerdings wird da anscheinend auch nicht oft genug geleert. Und der Wertstoffhof war zwischen den Jahren komplett zu.
Dauerauftrag
Betriebselektriker
Aushilfe gesucht
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
Innovatives aus Weißenthurm
Handwerker für Hausmeistertätigkeiten
Seniorensitzung der Stadtsoldaten
Wir helfen im Trauerfall
Empfohlene Artikel

Andernach. In den letzten Monaten erhielt die Stadttaubenhilfe Koblenz/Neuwied e.V. einen Hinweis auf den geplanten Abriss des sogenannten „Nikoläuschen“ in Andernach, in dem nachweislich der Großteil der in Andernach-Stadt lebenden Stadttauben über die Jahre angesiedelt hatte.

Weiterlesen

Miesenheim. Am Freitag, 13.02.26 findet traditionsgemäß der Kinderkarneval des MKK statt. Getreu dem Motto „von und für Kinds“ steht hierbei alles im Zeichen der kleinen Jecken. Mit Tanzauftritten, Spiel und Spaß gelingt auch in diesem Jahr sicherlich wieder ein toller Nachtmittag! Hierzu sind alle herzlich eingeladen. Einlass ist um 13:30 Uhr, Beginn ist um 14:11 Uhr im Bürgerhaus Miesenheim, der Eintritt ist frei.

Weiterlesen

Rheinbach. Der Aufsichtsrat der WFEG Rheinbach hat Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel einstimmig zu seinem Vorsitzenden gewählt. Mit dem geschlossenen Votum setzt die WFEG ein klares Signal für eine zukunftsgerichtete Ausrichtung der Wirtschaftsförderung in Rheinbach. „Wirtschaft ist für mich das zentrale Thema“, erklärt Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel. „Entscheidend ist nicht, wo wir herkommen, sondern wo wir hinwollen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Jürgen B. Hausmann: Ersatztermin im Oktober

„Wie das Leben so spielt…“

Mendig. Die KulTour-Veranstaltung mit dem Kabarettisten Jürgen B. Hausmann, die eigentlich am 20. März 2026 in der Mendiger Laacher See Halle stattfinden sollte, muss aufgrund eines Unfalls des Künstlers auf den 16. Oktober 2026, 20 Uhr, verschoben werden.

Weiterlesen

Neujahrsempfang der Pfarrei St. Lukas Mayen

Neujahrsempfang der Pfarrei St. Lukas Mayen

Mayen. Der erst kurz neu gewählte Pfarrgemeinderat und der Verwaltungsrat der Pfarrei St. Lukas kamen kürzlich zu einem Neujahrsempfang zusammen, um gemeinsam Pläne für die Zukunft zu schmieden und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Weiterlesen

Schülerinnen und Schüler der BBS Andernach bei viertägigem Bewerbungstraining

Gemeinsam für die Zukunft

Andernach. In der vergangenen Woche nahmen die Schülerinnen und Schüler der Höheren Berufsfachschule (HBF) der BBS Andernach an einem viertägigen Bewerbungstraining teil.

Weiterlesen

Sonderseite Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Sonderseite Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Neueröffnung
Seniorensitzung der Stadtsoldaten
Wir helfen im Trauerfall
Nachruf Kurth
Schichtführer Dosenanlage
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Danksagung Familie Dietenhofer
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Dauerauftrag Imageanzeige
Sozialarbeiter/innen, Sozialpädagogen/innen