Allgemeine Berichte | 16.08.2017

Rheinbach pflegt Tradition und Denkmal

Tomburgritter erteilten Ritterschlag

Event für Groß und Klein mit ansprechendem Programm und regem Zulauf

Zur feierlichen Zerekonie des Ritterschlags zog man auf die Anhöhe der Tomburg.

Rheinbach-Wormersdorf. Am zweiten Augustwochenende erteilten die Tomburgritter am Fuße des Wahrzeichens des Ortes zum nunmehr 16. Male den Ritterschlag für ihre Mitstreiter. Der erste Vorsitzende der mittelalterlich orientierten Gruppe, Jörg Schnebele, erhob im Rahmen der Zeremonie zwei Knappen aus dem Orden der Tomburgritter in den Ritterstand. Von diesem Moment an sind die Knappen Lucas von Eben (Ebner) und Robert von Bärenbreitstein (Bauer) in den hohen Stand aufgestiegen und dürfen sich fortan Ritter nennen.

An diesem Wochenende gab es nicht nur den Ritterschlag zu feiern, sondern gleich noch eine Hochzeit dazu. Svenja und Christian Löhr hatten im Weltlichen bereits im Jahr zuvor amtlich „Ja“ zueinander gesagt. Dieses „Ja“ war aber nicht zu vergleichen mit der feierlichen, mittelalterlichen Zeremonie, die drei Stunden vor dem Ritterschlag am Fuße der Tomburg abgehalten wurde. Die besondere emotionale Stimmung, die dieses außergewöhnliche Ambiente mit sich brachte, wurde durch die Zeremonie der Schamanin Auruna (Sabine Reiner) unterstrichen.

Zu sehen und zu erwerben gab es an diesen Tagen mittelalterliche Accessoires wie Geldbeutel, Halsketten, Werkzeuge aus Handwerk und Haushalt ebenso wie hölzerne Koch- oder Schöpflöffel oder nach uralten Handarbeitstechniken hergestellte Wollwaren. Auch das eine oder andere unerwartete Kostüm von Edelmännern und Adeligen entdeckte man zwischen den überwiegend nach mittelalterlicher Lebensart gestalteten Gewandungen.

Besonders an dieser Veranstaltung ist, dass die befreundeten Mitstreiter mit insgesamt 80 Zelten vor Ort ihr Lager an der Tomburg aufschlugen. Dem neugierigen Besucher bot sich so ein Eindruck davon, wie vor mehreren Hundert Jahren betuchte Ritter mit ihren Knappen und mitfahrenden Händlern reisten. In diesem Jahr gewährten die Kaisergarde Barbarossa, die Freien Ritter zu Köln, Lupus Albus, Alcedo, Fang und Feder, Isarn Sifjar, der Ordo Teutonicus und Eric von Flamersfeld Einblicke in mittelalterliches Lagerleben.

Für die Kinder gab es viel zu entdecken und mitzumachen. In einem mittelalterlichen Programm konnten sich die Kleinen im Steckenpferdreiten, Armbrustschießen, Kämpfen auf dem Prügelbalken und in der Kräuterkunde messen. Die erfolgreichen jungen Besucher wurden im Anschluss durch einen Kinderritterschlag bzw. die Ernennung zum Burgfräulein per Urkunde geehrt. Ein Schauspiel, das voller Humor an mittelalterliche Gebräuche erinnerte, amüsierte die Gäste am Sonntag.

Ein weiteres Highlight stellten die „Irrlichter“ dar, die die gesamte Veranstaltung immer wieder mit ihrer Musik bereicherten. Instrumente, die man heutzutage nicht mehr oder nur noch selten sieht, kamen im Verein mit altertümlichen Texten und Überlieferungen bestens zur Geltung. Besonders Instrumente wie die Harfe, die Nyckelharpa oder ein Darabukka verliehen mit ihren einfachen, aber gut in Szene gesetzten Klängen der Gesamtatmosphäre ein besonderes Flair.

Der Verein der Tomburgritter entwickelte sich aus einer kleinen Gruppe, die in Feierlaune beschlossen hatte, sich mit dem Thema Mittelalter zu beschäftigen. Mit der Zeit gab es immer mehr Interessierte, die den Gründerkern bereicherten. Schließlich wurden die Tomburgritter als Verein eingetragen und erteilten im Jahre 2002 zum ersten Mal ihren Ritterschlag. Die mittlerweile zum überregional bekannten Event herangewachsene Veranstaltung heißt viele andere Rittervereine willkommen.

Aus Platzgründen können nicht alle befreundeten Zusammenschlüsse ihre Zelte am Lager aufbauen, obwohl das Areal schon für etliche Zelte und Baldachine Platz bietet. Wie bei anderen Veranstaltungen auch, kommen die Gäste aus den mittelalterlichen Lagern in diesen Fällen als Tagesgäste.

Die Tomburgritter sind seit ihrer Gründung vor rund 15 Jahren zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender Rheinbachs herangewachsen. Ihre Darstellungen und der Ritterschlag ziehen Gäste nicht nur aus den benachbarten Gemeinden, sondern auch aus ferneren Städten im Umkreis bis zu 150 Kilometern an. Auch mittelalterliche Märkte und die Ritterspiele auf der Burg Satzvey bereichern die Ritter und Burgfrauen aus dem Rheinbacher Vorort entweder mit eigenen Lagern oder durch Darstellungen, Schaukämpfe oder Mitmachangebote.

Zu den Zielen des Vereins gehört zudem, sich im Rahmen der Möglichkeiten für den Erhalt des Denkmals zu engagieren. So haben die Ritter vor einigen Jahren bereits einen Teil ihrer Einnahmen für den Denkmalschutz gespendet, sodass erhaltende Maßnahmen an der Tomburg finanziert werden konnten.

Der erste Vorsitzende der mittelalterlich orientierten Gruppe, Jörg Schnebele, erhob im Rahmen der Zeremonie zweiKnappen aus dem Orden der Tomburgritter in den Ritterstand.

Der erste Vorsitzende der mittelalterlich orientierten Gruppe, Jörg Schnebele, erhob im Rahmen der Zeremonie zwei Knappen aus dem Orden der Tomburgritter in den Ritterstand.

Mit Musik und Gefolge zogen die Ritter und ihre Knappen ein.

Mit Musik und Gefolge zogen die Ritter und ihre Knappen ein. Foto: Chris Weber

Von diesem Moment an sind die Knappen Lucas von Eben(Ebner) und Robert von Bärenbreitstein (Bauer) in den hohen Stand aufgestiegen und dürfen sich fortan Ritter nennen.

Von diesem Moment an sind die Knappen Lucas von Eben (Ebner) und Robert von Bärenbreitstein (Bauer) in den hohen Stand aufgestiegen und dürfen sich fortan Ritter nennen.

Das glückliche Hochzeitspaar Christian und Svenja Löhrvor dem Banner ihres Ordens. Fotos: CEW

Das glückliche Hochzeitspaar Christian und Svenja Löhr vor dem Banner ihres Ordens. Fotos: CEW Foto: Chris Weber

Zur feierlichen Zerekonie des Ritterschlags zog man auf die Anhöhe der Tomburg. Foto: Chris Weber

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