St. Johannes Baptist Bruchhausen
Traditionelle Lichterprozession
Kardinal Rainer Maria Woelki hält die Festpredigt
Bruchhausen. Jedes Jahr feiert der Wallfahrtsort Bruchhausen das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel mit einer großen Lichterprozession. In diesem Jahr wird dieses Hochfest in der Oktav am Samstag, 20. August gefeiert. Dazu werden wieder etwa 1000 Pilger erwartet.
Nach dem Festhochamt (Beginn 20.15 Uhr) wird die spätgotische Wallfahrtsmadonna „Maria, Zuflucht der Sünder“ (um 1400) in einer Lichterprozession mit Gesang und Gebet durch die von Kerzen erhellten Dorfstraßen geleitet. Auf dem Vorplatz des Gemeindehauses sammeln sich dann die Pilger zum gemeinsamen Gebet. Die Festpredigt hält hier Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln. Dann zieht die Prozession weiter zur Kirche.
Seit über tausend Jahren wird in Bruchhausen die Muttergottes im Bild Mariens verehrt. Ein erstes Marienbild wurde nach der Legende unter einem Strauch neben einer Quelle gefunden und war Anlass zum Bau einer Kirche an dieser Stelle. Im Jahr 1230 wurde die heutige Kirche gebaut und ein Jahrhundert später ersetzte man das uns unbekannte erste Marienbild durch die gotische in Sandstein geschlagene Madonnenfigur „Maria, Trösterin der Betrübten“. Sie war etwa 450 Jahre lang die Wallfahrtsmadonna von Bruchhausen, bis dann der damalige Erzbischof von Köln, Kurfürst Klemens August I. gelegentlich einer Visitation in Bruchhausen im Dezember 1745 bestimmte, die noch um einige Jahrzehnte ältere gotische Madonna aus Eichenholz mit dem Titel „Maria, Zuflucht der Sünder“ als Wallfahrtsmadonna einzusetzen.
Der Kurfürst ließ in seinen Werkstätten am Hof in Bonn einen Marienschrein aus Marmor, Holz und Eisen anfertigen und in den rechten Chorpfeiler der Kirche einsetzen. Dazu stiftete er für die Muttergottesfigur ein kostbares dreiteiliges Seidenkleid, das in den berühmten Manufakturen von Lyon hergestellt und mit barockem Dekor aus echtem Gold geschmückt wurde.
Die Wallfahrt nach Bruchhausen wird von vielen Einzelpilgern und Gruppen auch noch nach über tausend Jahren lebendig gehalten. Zu allen Stunden des Tages findet man Beter in der Bruchhausener Kirche.
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