Bessere Dämmung, weniger Schadstoffe und mehr Komfort für die Nutzer
Turnhalle in Berkum wird saniert
Nach dem Ende der Herbstferien kann dort wieder Sport getrieben werden – Gemeinde Wachtberg investiert etwa 2,8 Millionen Euro
Berkum. Gut möglich, dass einige Ausgaben lokaler Druckerzeugnisse heute dabei helfen, die Berkumer Turnhalle gegen zu viel Kälte oder Wärme von außen zu schützen. Denn dort hat Architekt Kay Künzel im Zuge der umfangreichen Sanierungsarbeiten eine Hightech-Dämmung aus alten Zeitungen einbauen lassen. „Das dämpft genauso gut wie Styropor und hält sogar die Sommerwärme noch besser ab“, erläuterte Künzel. Zudem würden deutlich weniger Schadstoffe ausgedünstet, denn es handele sich bei diesen den Elementen aus recycelter Zellulose um ein reines Naturprodukt.
Auch der Brandschutz sei gewährleistet, denn der mit Hochdruck eingearbeitete Dämmstoff brenne nicht, sondern verkohle im Ernstfall nur. „Eigentlich ein Plädoyer fürs Zeitunglesen, denn auch wenn sie ausgelesen ist, kann das Papier noch einen nachhaltigen Zweck erfüllen“, schmunzelte Künzel.
Elemente sind austauschbar
Im Moment wird die Außendämmung an den Fassaden angebracht, dafür werden vorgefertigte und mit Laser ausgemessene Dämmelemente in Form von Holzrahmen an die Außenfassade angeschraubt. Die Verkleidung aus Holzbrettern wurde mit einer Vorvergrauungslasur aus silikatischen Pigmenten vorbehandelt, diese Mineralfarbe vergraue nicht so stark und halte besonders lange die Farbe. Außerdem komme man gut an die Außenwand dran, die Unterhaltung werde künftig einfacher werden. So sei jedes einzelne Element problemlos austauschbar, wenn man etwa in Zukunft mal ein weiteres Fenster einbauen wolle.
Schon bei der jetzigen Sanierung wurden übrigens drei neue Fenster auf der Südseite eingebaut, damit es in der Halle künftig noch heller wird – ohne die Sportler dabei zu blenden.
Eine der größten Holzfassaden im Rheinland
Mit rund 2.000 Quadratmetern Fassadenfläche handele es sich künftig wohl um eine der größten Holzfassaden im ganzen Rheinland, denn die komplette Turnhalle werde einmal rundum damit eingepackt. Die Arbeiten seien hier übrigens voll im Plan, sodass die Turnhalle nach dem Ende der Herbstferien wieder genutzt werden könne – wenn auch die ersten ein, zwei Wochen nur mit Einschränkungen, weil bis dahin noch nicht alle Duschen installiert seien und der Prallschutz an den Innenwänden noch nicht überall angebracht werden könne, so Fachbereichsleiter Gerd Engel. Die Gemeinde rechne übrigens mit Gesamtkosten in Höhe von 2,8 Millionen Euro, und derzeit sehe es so aus, als würde der Kostenrahmen eingehalten.
Doch nicht nur die Außenfassade wird saniert, auch das 2.500 Quadratmeter große Dach muss komplett erneuert werden. Immerhin habe es 40 Jahre lang gehalten, so Künzel, doch jetzt sei es an der Zeit, das Dach den modernen Erfordernissen entsprechend umzurüsten. Über einer 30 Zentimeter dicken Dämmschicht werden moderne Dachbahnen aus Kunststoff aufgebracht, die deutlich weniger PVC enthalten, als es früher üblich war. Zudem habe man auch schon Vorbereitungen getroffen, um eventuell in der Zukunft eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren zu können.
Endlich nach Geschlechtern getrennte Duschen
Auf den neuesten Stand gebracht werden auch die Umkleideräume sowie die Lüftungstechnik der Dreifachturnhalle. Die alte Anlage hatte nur noch die Hälfte ihrer ursprünglichen Leistung erbracht, „nach der Wiedereröffnung wird ein völlig neues und viel angenehmeres Klima in der Halle herrschen“, ist Künzel überzeugt. Übrigens soll es künftig nach Geschlechtern getrennte Duschen geben, bislang gab es lediglich Gemeinschaftsduschen, „heutzutage ein absolutes No Go“.
Auch in der Turnhalle selbst wird fleißig gewerkelt, vor allem die betagte Holzverkleidung wird komplett entsorgt. Im oberen Bereich der Halle soll künftig der nackte Beton zu sehen sein, der Prallschutz wird bis zu einer Höhe von etwa 2,50 Metern erneuert. Der Hallenboden sei noch völlig in Ordnung und werde daher nicht erneuert, so Künzel. Auch die ausziehbaren Tribünen bleiben im Großen und Ganzen erhalten, nur die Holzverkleidung wird erneuert. Im Umkleidetrakt werden zudem die Türen, die noch in Ordnung sind, wiederverwertet und lediglich neu angestrichen.
Zum Gesamtpaket gehört auch ein zeitgemäßes Farbkonzept in grünen und blauen Farbschattierungen sowie eine komplette Überarbeitung der Außenanlage. Dabei sollen auch die bisherigen Nutzergewohnheiten berücksichtigt und etwa aus einem viel genutzten Trampelpfad ein richtiger Zugangsweg werden. JOST
Im Sanitärtrakt der Turnhalle Berkum soll es künftig nach Geschlechtern getrennte Duschen geben, so Architekt Kay Künzel. Foto: Photographer: Volker Jost Auf de
Im Inneren der Turnhalle Berkum ist noch einiges zu tun. Foto: Photographer: Volker Jost Auf de
