Rheinbacher Glaskünstler stellte in seiner Geburtsstadt Landsberg a.d. Warthe aus
„Udo Edelmann“
Am 12. Juni wird die Ausstellung in Rheinbach eröffnet
Gorzów Wielkopolski. Eine bemerkenswerte Ausstellung in Gorzów Wielkopolski geht zu Ende, die das Lebenswerk des Rheinbacher Glaskünstlers Udo Edelmann präsentiert. Als Udo Edelmann 1938 dort geboren wurde, hieß seine Geburtsstadt Landsberg a.d. Warthe. Der Künstler versteht sich als Brückenbauer in die seit Ende des Krieges polnische Stadt Gorzów Wielkopolski. Dieses Bemühen, Künstler und interessierte Menschen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs, der Europa jahrzehntelang geteilt hat und nun der Vergangenheit angehört, mit den Mitteln der Kunst zusammenzubringen, durchzieht sein gesamtes Leben wie ein roter Faden: Noch zu Zeiten des Kalten Krieges lud er in seiner häufig wahrgenommenen Funktion als Organisator Glasschaffende aus Osteuropa zu hochkarätigen Ausstellungen ein. Dass der Dialog über die Grenzen von Ländern und politischen Blöcken hinweg niemals abgebrochen ist, ist auch sein Verdienst. Staatliche Institutionen der Bunderepublik Deutschland würdigen dieses Engagement durch erhebliche finanzielle Zuwendungen für dieses Ausstellungs- und Katalogprojekt: Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien trägt die Kosten der Ausstellung in Gorzów Wielkopolski und in Rheinbach, der Landschaftsverband Rheinland finanziert das deutsch-polnische Begleitbuch. Sein Lebenslauf ist typisch für viele Angehörige seines Jahrgangs: Der Vater fiel noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, die Mutter flüchtete mit zwei kleinen Kindern aus der zerstörten Heimatstadt Landsberg und fand schließlich im schleswig-holsteinischen Trappenkamp eine Bleibe. Hier kam Udo Edelmann zum ersten Mal mit dem Werkstoff Glas in Berührung, dessen Faszination ihn ein Leben lang begleiten sollte. Die Ausstellung „Udo Edelmann – Glasgestalter – Bildhauer – Designer“ wurde am 22. April im Beisein des Künstlers, seiner Ehefrau Chris, der Familie und Freunde sowie zahlreicher Vertreter des politischen und kulturellen Lebens aus Gorzów Wielkopolski eröffnet und war ein fulminanter Erfolg. Helmut Nikolaus, Vorsitzender des Museumsbeirates, ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, diese außergewöhnliche Ausstellung im heute museal genutzten historischen Speicher der Stadt Goorzów Wielkopolski in Augenschein zu nehmen. Über die Ausstellung berichtete das polnische Fernsehen schon im Vorfeld wie auch von der Eröffnung selber, die renommierte polnische Tageszeitung Gazeta Wyborcza brachte einen fast ganzseitigen Artikel zur Vita des Künstlers. Museumsleiterin Dr. Ruth Fabritius führte bei der Eröffnung in die Ausstellung ein. Die Arbeiten kommen zurück nach Rheinbach, wo die zweite Station dieser umfassenden Werkschau am Sonntag, 12. Juni, um 11.30 Uhr im Glasmuseum Rheinbach durch Bürgermeister Stefan Raetz eröffnet wird.
