Allgemeine Berichte | 22.01.2018

Überraschung im Eifelarchiv

Über 300 Jahre altes Amtsbuch konnte gerettet werden

Buch zur Zunftgeschichte von Mayen und Mendig wurde erworben

Neu im Eifelarchiv wurde nun ein verschollen geglaubtes Amtsbuch der Steinhauerzunft von Mayen und Mendig aufgenommen, das über einen selten langen Zeitraum, nämlich von 1677 bis 1936 kontinuierlich geführt wurde. Dr. Wolfgang Zäck und Bernd Schäfer, beide ehrenamtliche Helfer des Geschichts- & Altertumsvereines im Archiv, begutachten das „neue“ Stück.privat

Mayen/Mendig. Überraschungen gibt es auch am Eifelarchiv immer wieder: So konnte der Geschichts- & Altertumsverein ein einzigartiges Dokument zur Wirtschafts- und Handwerkgeschichte von Mayen und Mendig auf einem Trödelmarkt erwerben. Es handelt sich um das verschollen geglaubte Bruderschaftsbuch der Steinhauerzunft von Mayen, Ober- und Niedermendig, das bei der Gründung gegen Ende des 17. Jahrhunderts angelegt wurde.

Nach der Fachsprache des Archivwesens handelt es sich um ein sogenanntes Amtsbuch. Es wurde im Schmalfolio-Format angelegt. Als Einband diente ein spätmittelalterliches Pergamentblatt mit auf den Kopf gestellten Texten aus dem Evangelium nach Johannes. Hierbei handelt es sich um die oft anzutreffende Wiederverwendung eines nicht mehr benötigten, älteren Pergamentblattes, mit dem man den Inhalt des Amtsbuches schützen wollte. Für das Buch selbst wurde Papier verwendet.

Das von wechselnden Händen geschriebene Amtsbuch wurde gemäß Angabe auf dem Titelblatt für die Lebenden und Verstorbenen der Bruderschaft 1677 angelegt und bis zum Jahr 1936 nahezu kontinuierlich geführt. 1677 ist das Jahr, in dem die Steinhauer zusammen mit den Maurern und Schreinern aus der Hämmerzunft ausschieden, um eine eigene Organisation zu bilden. In ihr waren nicht nur die Bauhandwerker Mayens, sondern auch die von Ober- und Niedermendig, vor allem Steinhauer, vertreten. Eingetragen wurden die Daten und Namen der neu aufgenommenen Meister, zum Teil mit ergänzenden Angaben. Für das Jahr 1890 hat man eine komplette Liste der Meister angelegt, die 110 Namen enthält.

Über das Schicksal des Buches ist nicht sehr viel bekannt. Es wurde in den Reihen der Zunft von Amtsträger zu Amtsträger weitergeben und befand sich bis zu seinem letzten Eintrag in den Händen eines Zunftangehörigen. Wie so oft im Betrieb von Vereinen und Organisationen ging das Stück dann in privaten Haushalten unter, wurde dort vererbt und landete schließlich beim Trödler. Mit nicht unerheblichem Aufwand konnte der Geschichts- & Altertumsverein nun das Amtsbuch zurück erwerben.

Bei dem vorliegenden Zunftbuch handelt es sich um eine einmalige Quelle von hohem Wert für die Personen-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte von Mayen und Mendig. Es ist selten, dass Amtsbücher über einen so langen Zeitraum wie im vorliegenden Falle geführt werden. Das Eifelarchiv verfügt bereits über eine beachtliche schriftliche Überlieferung zur Zunftgeschichte. Dort ist das Bruderschaftsbuch nun eine willkommene Ergänzung der Bestände.

Das Amtsbuch ist in einem Schmalfolioformat angelegt worden. Die ersten Eintragungen beginnen mit der Gründung der Steinhauerzunft im Jahre 1677.

Das Amtsbuch ist in einem Schmalfolioformat angelegt worden. Die ersten Eintragungen beginnen mit der Gründung der Steinhauerzunft im Jahre 1677.

Über 300 Jahre altes Amtsbuch konnte gerettet werden

Neu im Eifelarchiv wurde nun ein verschollen geglaubtes Amtsbuch der Steinhauerzunft von Mayen und Mendig aufgenommen, das über einen selten langen Zeitraum, nämlich von 1677 bis 1936 kontinuierlich geführt wurde. Dr. Wolfgang Zäck und Bernd Schäfer, beide ehrenamtliche Helfer des Geschichts- & Altertumsvereines im Archiv, begutachten das „neue“ Stück.Fotos: privat

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