Laienschauspielergruppe Theater „Stadt 1/4“ Pennenfeld
Überzeugende Darsteller begeisterten das Publikum
Bissige Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ im Gemeindesaal Oberwinter
Oberwinter. Zu einer bissig-humorigen Aufführung hatte die 20-köpfige Amateurschauspielergruppe „Stadt 1/4“ Pennenfeld unter der Leitung und Regie von Sibylle Drenker-Seredszus in das Gemeindehaus Oberwinter eingeladen. Zur Aufführung kam „Der Besuch der alten Dame“ des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt. Die Tragikomödie in drei Akten, die sicher vielen bekannt ist, begeisterte das Publikum. Immerhin kamen trotz vieler weiterer Veranstaltungen in Remagen rund 80 Gäste und ließen sich von der Spielfreude der Laiendarsteller regelrecht anstecken.
Gier und Unmenschlichkeit
Dem Ensemble gelang es eindrücklich, die Tragik mit Gier, Korrumpierbarkeit und der menschlichen Bereitschaft, sich an unmenschliches Verhalten zu gewöhnen, rüberzubringen. Gleichermaßen gab es aber dank der Komik, die das Ensemble köstlich in Szene setzte, so manches Lachen im Publikum. Ganz toll bei der Aufführung war auch die Nähe der Darsteller zum Publikum. Immer wieder wuselten die Darsteller durch das Publikum und nahmen es mit auf die Reise, den „Besuch der alten Dame“. Das Stück selbst erzählt von der Milliardärin Claire Zachanassian, die nach 45 Jahren die Stadt ihrer Jugend, Güllen, besucht. Die verarmte Kleinstadt erhofft sich natürlich Wohltaten von der reichen Frau. Da hätte jeder Einwohner gerne etwas von dem „großen Kuchen“. Doch die alte Dame denkt nicht daran. Sie fällt wie ein Racheengel über die Stadt her und nicht auf die übertriebenen Schmeicheleien der Güllener herein. Claire Zachanassian fordert Vergeltung für das Unrecht, das man ihr als 17-jähriges Mädchen angetan hat. Mit einer Milliarde Mark will sie sich Gerechtigkeit erkaufen. Es entbrennt eine psychologische Hetzjagd nach dem Schuldigen. Mit ihrem Rachefeldzug treibt die Milliardärin die Stadt zum Äußersten. Die Güllener lassen sich kaufen und begehen einen Mord.
Auch nach fast 60 Jahren noch aktuell
Die Tragikomödie, die Friedrich Dürrenmatt 1957 schrieb, hat auch heute nach fast 60 Jahren noch nichts an Aktualität verloren, bedenkt man die täglichen Tragödien an den Grenzen der EU. Das Theaterensemble jedenfalls machte den Besuchern mit dem Stück eine große Freude. Ihm gelang der Spagat, die Zuschauer gleichermaßen zum Nachdenken anzuregen und zum Lachen zu bringen, bestens.
Nächste Aufführungen am 20. November und 3. Dezember
Initiiert wurde dieses Projekt durch das Quartiersmanagement Pennenfeld, gefördert durch den Quartiersfonds der Stadt Bonn mit freundlicher Unterstützung von Nadine Schwarz-Kühle und Frank Wilbertz. Ein herzlicher Dank gilt auch der Begegnungsstätte Mehlem, Frau Esposito und dem Team, die die Schauspielergruppe bei den Proben hilfreich unterstützten.
Zu den Darstellern gehörten: Norbert Hartmann, Gabriele von Camen, Bruni Stroh, Alois Schäfer, Helmut Klein, Ursula Klein, Christine Crott, Petra van Groningen, Henry Steinberg, Klaus Wysiatyzki, Albert Brenig, Beate Fuhrmann, Irene Fleischer, Barbara Keppler, Hadewig Steffen, Sylvia Treder, Manuela Brenig, Kerstin Guske, Thomas Voggenreiter und Jenni Fuhrmann.
Für die Requisiten war Albert Brenig zuständig, für das Textbuch Christine Crott und für den Plakatentwurf Frauke Stärk.
Die Projektleitung und die Regie hatte Sibylle Drenker-Seredszus innen.
Die nächsten Aufführungen des Stücks sind am 20. November um 17 Uhr im Schulzentrum Pennenfeld und am 3. Dezember um 17 Uhr im Margarethe-Grundmann-Haus in der Lotharstraße in Kessenich.
AB
Dürrenmatts bissige Tragikomödie um Gier und Korrumpierbarkeit ist auch heute noch aktuell.
