Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Montabaur
Ulrich Richter-Hopprich gewinnt das Rennen um das Bürgermeisteramt
36-jähriger Verwaltungsjurist zieht mit 60 Prozent Ja-Stimmen an seinem Mitbewerber Harald Birr vorbei - Sieger lobt fairen und sachlichen Wahlkampf
Montabaur. „Ich bin noch so mittendrin im Wahlkampf, ich kann Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt keine Prognose sagen.“ Ulrich Richter-Hopprich, CDU-Kandidat für das Amt des Bürgermeisters in der Verbandsgemeinde Montabaur, konnte bis zur letzten Minute keine Einschätzung abgeben, wie das Rennen zwischen ihm und dem SPD-Kandidaten Harald Birr um den Bürgermeisterstuhl ausgehen würde. Wichtiger als Wahlvoraussagen war ihm am Sonntagabend das Lob für seinen Gegenspieler. Im Gespräch mit BLICK aktuell sagte er: „Hier ist ein ganz engagierter Wahlkampf geführt worden, von beiden Seiten. Wir haben alle alles gegeben und jede Möglichkeit genutzt. Das war spannend und trotzdem immer fair. Von daher: Ich bin wirklich gespannt auf die Ergebnisse. Ich kann mir alles vorstellen!“
Ob er sich auch vorstellen konnte, am Ende des Abends mit deutlichem Vorsprung von 60 Prozent Ja-Stimmen aus dem Duell mit dem SPD-Mitbewerber Harald Birr hervorzugehen, weiß man nicht. Auf jeden Fall war die Freude und die Erleichterung riesengroß, als die ersten Wahlergebnisse im Restaurant „Mauerwerk“ in Montabaur eintrudelten, wo Richter-Hopprich mit Familienangehörigen, Freunden, Wahlhelfern und Bekannten den Sonntagabend verbrachte. Harald Birr erreichte ein respektables Ergebnis von 36 Prozent, der AfD-Kandidat Hans Peter Schmoll, Dritter im Bunde der Bewerber um das Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde Montabaur, bekam knapp vier Prozent Wählerstimmen.
Gebeten, sich vorzustellen, er werde gewählt, sagte Ulrich Richter-Hopprich kurz nach Schließung der Wahllokale, als noch keine Ergebnisse vorlagen, zu BLICK aktuell: „Wenn das klappen sollte, wäre ich erst einmal froh, dass der Wahlkampf, so wie wir ihn hier betrieben haben, gefruchtet hat. Dass man den Mut haben kann, auch schwierige Sachthemen anzusprechen, dass man niemandem nach dem Mund reden muss, dass man ehrlich sagen kann, wer man ist und was man will - das wäre ein riesen Erfolg, wenn man so offen und ehrlich mit den Leuten umgehen kann und dann trotzdem Erfolg hat. Und genau so, wie wir Wahlkampf gemacht haben, ehrlich und die Leute zusammenbringen, genau so würde ich dann auch mein Amt ausüben wollen. Thematisch habe ich natürlich mein persönliches Steckenpferd, das ist die Jugend und die Sozialarbeit. Aber natürlich geht es hier jetzt darum, wie wir den Lebenswandel, wie wir die unterschiedlichen Lebensmodelle, die sich hier in der Verbandsgemeinde Montabaur abzeichnen, dass wir die abbilden können, dass wir da Angebote machen können und dass wir tief in die Regionalentwicklung gehen. Das ist ein wichtiges Ziel.“
Lokale Identität schützen
Zwar hätten die Menschen heute immer noch eine sehr starke lokale Identität, sagt Richter-Hopprich, das sei auch gut und das müsse geschützt werden. Aber in Wirklichkeit lebe man in einer ganzen Region. Dies sei schon zu erkennen an der hohen Zahl von 10.000 Berufspendlern unter den 15.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Der zukünftige Bürgermeister sagte: „Jetzt ist die Kunst, dass wir einerseits die Angebote an Mobilität schaffen, die man braucht, dass wir die Nahversorgung erhalten, dass wir die Dorfentwicklung vorantreiben und gleichzeitig, obwohl die Menschen immer mobiler werden, diese starke lokale Identität schützen. Das ist wichtig.“
Öffentlicher Personennahverkehr ist Ulrich Richter-Hopprich wichtig. Er findet, es solle jede Art von Mobilität gefördert werden. Dabei dürfe man auch kreativ sein: „Es gibt Modelle, wo Gemeinden Autos erwerben, die unter den Bürgern verliehen werden. Das wäre ein kreatives Modell. Oder Mitfahrbänke. Das muss man einfach mal probieren. Kann sein, dass es nicht klappt. Da muss man auch mal den Mut zum Scheitern haben. Aber es gibt schon Gemeinden, wo das funktioniert. Und das ist ein Grund, es auch hier zu versuchen.“
Rückblickend auf den Wahlkampf sagt Richter-Hopprich, er sehe überhaupt kein Problem darin, mit seinen Wahlkampfgegnern konstruktiv zusammen zu arbeiten: „Die SPD ist ja eine starke Fraktion im Verbandsgemeinderat. Und der Herr Birr ist mir immer sehr freundlich, höflich und sachlich begegnet. Immer wieder im Wahlkampf haben wir auch mal einen Moment zusammen gesessen und haben uns persönlich ausgetauscht. Da ist überhaupt keine Feindschaft im Raum. Dass wir uns über Sachen in Zukunft streiten müssen, für die wir uns jetzt gestritten haben, das ist ja ganz normal. Da sind wir aber auch dran, das jeweils in der Sache zu lösen.“
In der Gaststätte „Mauerwerk“ gegenüber der Montabaurer Stadthalle feierte Ulrich Richter-Hopprich mit Familie, Freunden, Wahlkampfhelfern und Bekannten den Ausgang der Wahl. Stadtbürgermeisterin Gaby Wieland (links) und Wahlkampfmanager Rolf Bayer (rechts) gehörten zu den ersten Gratulanten. Fotos: KER
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