Forum Soziale Gerechtigkeit thematisiert Spaltung und Polarisierung in Deutschland
Ungleichheit zerstört die Gesellschaft
SZ-Redakteur Alexander Hagelüken las aus seinem Buch „Das gespaltene Land“
Montabaur. „Die Ungleichheit und die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer“, begrüßte der Vorsitzende des Forums Soziale Gerechtigkeit, Uli Schmidt, das Auditorium der Lesung von Alexander Hagelüken, eines Redakteurs bei der Süddeutschen Zeitung, in den Räumen des Gastgebers, der Sparkasse Westerwald-Sieg. Hagelüken zeichne in seinem Buch „Das gespaltene Land. Wie Ungleichheit unsere Gesellschaft zerstört – und was die Politik ändern muss“ eine „teilweise düstere Prognose“, nahm Schmidt in seiner Begrüßung den Tenor der sich anschließenden Diskussion vorweg. Denn Hagelüken habe bei seiner Recherche Menschen getroffen, die von der Ungleichheit betroffen seien.
„Die Deutschen wirken heute auf den ersten Blick wie die Kraftmeier eines verzagten Kontinents“, beginnt Hagelüken sein Buch. Doch die Fundamente bröckelten. Vor allem die Mittelschicht sei bedroht. Hagelüken kontrastiert vor allem zwei Gegenden: Deutschlands ehemalige Schuhmetropole Pirmasens und die „von Gewinnexplosion und Villenglück geprägte“ Stadt Starnberg. „Wer beim Immobilien-Monopoly rund um den Starnberger See mitspielt, kann es sich leisten, eine Million jahrelang herumliegen zu lassen. Im Rathaus von Pirmasens sitzt der Bürgermeister und hofft, dass wenigstens jedes vierte Kind aus einer sozial schwachen Familie eine Ausbildung schafft.“
Jedes dritte Kind unter 15 Jahre lebe heute von Hartz IV, und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs würden nur noch 50 Prozent der Arbeitnehmer nach dem Branchentarifvertrag bezahlt. In den 80-er Jahren seien sozialversicherte Vollzeitstellen an der Tagesordnung gewesen, heute dagegen oft befristete Teilzeit- oder Minijobs. In Pirmasens gebe es vorwiegend Arbeiter ohne Ausbildung, das Vermögen stamme vorwiegend aus „den goldenen Jahrzehnten.“ „Im Kapitalismus überdauert nur das Eigentum.“ Männer stürben in Pirmasens statistisch acht Jahre früher, bei Sozialleistungen-Bezieher liege das durchschnittliche Sterbedatum sogar bei Anfang 60.
Mittelschicht nimmt ab
Die Mittelschicht in Deutschland, der „Kitt der Gesellschaft“ mit dem Ideal eines Hauses im Grünen und mehrmaligem Urlaub im Jahr, lande bei längerer Arbeitslosigkeit bei Hartz IV, der Spitzensteuersatz beginne bereits bei 4.500 Euro, kritisiert Hagelüken. „Die Statik der Bundesrepublik Deutschland steht und fällt mit der Mittelschicht.“ Diese Bevölkerungsgruppe nehme aber nicht zu, obwohl der Arbeitsmarkt gut laufe. „Jeder Dritte unter 35 hat einen Niedriglohnjob.“ Die Immobilienpreise explodierten. Hagelüken wünscht sich mehr Chancen durch Bildung und eine Entlastung der Mittelschicht bei den Steuern und Sozialabgaben. Die Mittelklasse radikalisiere sich durch den „Charme des universellen Nein“ der konservativen, neoliberalen Gegenbewegung. „Überall im Westen sind Populisten im Aufwind.“ Hagelüken sieht eine Parallele zu den 30-er Jahren. Fremde würden zum Sündenbock für die Globalisierung. Der Zusammenbruch der DDR habe der dortigen Bevölkerung Wohlstand, aber keine Jobgarantie gebracht. Sein Appell: Werte der Offenheit statt Stimmungsmache, die Früchte der Globalisierung an die ganze Bevölkerung verteilen. Die Ausbildung solle unabhängig von der sozialen Herkunft ermöglicht werden.
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