Festumzug des Wein- und Heimatfestes 2016
Unkel huldigt seiner Burgundia
Beim großen Festumzug geleiteten die Vereine der Region Lara I. prunkvoll in den Ort
Unkel. Sorgenfalten erschienen am Sonntagvormittag auf den Gesichtern der Weinfest-Organisatoren. War wenige Stunden zuvor noch bis nach Mitternacht bei sommerlichen Temperaturen und sternklarem Himmel mit Burgundia Lara I. und ihren Weinprinzessinnen Kyra und Nina im Weindorf gefeiert worden, so setzte am Morgen heftiger Regen ein. Und als man schon glaubte, der Wettergott habe doch noch ein Einsehen gehabt, belehrte krachender Donner alle Optimisten eines Besseren. „Uns fehlt eben dieses Jahr wieder einmal ein anständiger Bacchus, der gute Kontakte nach oben hat“, mutmaßte ein Musiker des Bläserkorps. Da lag die Rheinpromenade noch einsam und verlassen da. Nur die „Poseidon“ legte an und entließ etliche Passagiere, die sofort über die Rheingasse Richtung Weindorf eilten, während „Moby Dick“ unbeirrt an Unkel Richtung Süden vorbeirauschte. Da riss die Wolkendecke tatsächlich immer wieder auf, sodass sich ab und an die Sonne sehen ließ.
Sehr zur Freude der kleinen Weinberg- und Gartenhelfer vom städtischen Marienkindergarten, die als erste Gruppe dem Tambourcorps TV Eiche noch vor den Winzerinnen des Damenkomitees „Herzblättchen“ auf die Rheinpromenade gefolgt waren. Die herzigen Winzerinnen scherten aber aus der Zugaufstellung zunächst einmal aus, um ihr Jungmöhnen-Trio, die drei Unkeler Weingrazien, am Anlieger willkommen zu heißen. Den passierten dann die Goldmajestäten aus Scheuren und Unkel, Weinlesekönigin Anni Flohr und Burgundia Gisela Stahl, im Cabrio. Die wurden von den „Barhockern“ von einem mit dicken Sonnenblumen dekorierten Wagen aufgefordert, noch „e Flascherl“ Wein zu trinken, auch wenn das Wasser im Rhein nicht goldner Wein ist. Dieses Angebot der Musiker galt natürlich auch für die Jubiläums-Burgundia aus dem Jahr 1991, Silvia Schmitz, der Mutter von Weinprinzessin Nina.
Noch blaublütiger ging es beim Geschichtsverein zu, dessen Vorsitzender Piet Bovy in die blaue Uniform eines preußischen Polizisten samt Pickelhaube geschlüpft war.
Unculus, der gute Geist der Stadt, erzählte den Kindern Geschichten und Anekdoten aus Unkel. So etwa den Sankt Pantaleon-Kindern aus Scheuen, die vor den Junggesellen aus Unkel und Scheuren im Festzug aufmarschierten. Natürlich erwiesen auch die „New Diamonds“ mit den „New Pearls“ ihren drei Mit-Tänzerinnen ihre Reverenz, bevor die Majoretten auch die KG um das Bläserkorps ins Feld führten.
Da wartete Stadtbürgermeister Gerhard Hausen zusammen mit dem Beigeordneten Siegfried Brenke unten am Anleger auf die Ankunft der Burgundia im Weinschiff. Das aber ließ noch auf sich warten – im Gegensatz zu dem Verbandsbürgermeister Karsten Fehr, mit dessen Ankunft aber auch heftiger Regen einsetzte. Strahlend präsentierte sich auf der Rheinpromenade Lara I. mit ihren Weinprinzessinnen den Festgästen.
„Wir haben zwar nicht so herrliches Wetter wie am Eröffnungsabend und gestern, aber wenigstens wird uns der Wein nicht mehr verwässert wie vorhin“, konstatierte Gerhard Hausen zufrieden, während Lara I. mit ihren Weinprinzessinnen die Gäste im Weindorf nach einem Schluck aus ihrem Burgunderglas zum ausgelassenen Feiern animierte. DL
