Wirtschaftsdialog thematisiert Fachkräftemangel
Unternehmen besichtigen Bonner Werkstätten
IHK informiert über Möglichkeiten zur Fachkräftewerbung
Meckenheim. Die wertvollste Ressource eines Unternehmens sind die Mitarbeiter. Darüber waren sich Bürgermeister Bert Spilles, Dario Thomas vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung und der Leiter der Bonner Werkstätten in Meckenheim einig.
In einer Betriebsführung machten sich die Vertreter der Meckenheimer Unternehmen ein Bild von vielfältigen Möglichkeiten, auch körperlich oder geistig eingeschränkt leistungsfähige Menschen in Arbeit zu bringen.
„Wir sind mit 14 Jahren in die Lehre gegangen, das ging auch“, erinnerte Dario Thomas in einem Impulsvortrag an Zeiten, in denen nach der achten Klasse der Volksschule für die meisten Jugendlichen die Schullaufbahn zu Ende war. Dass dann andere persönliche Voraussetzungen bei den Azubis vorhanden waren, zweifelte niemand an. Auch heute müsse man viel früher als in den letzten Jahren Schüler über Berufe informieren. Vielfach wüssten Eltern und Kinder gar nicht, was Betriebe bieten und welche Berufe es dort gibt.
Deshalb informiere man altersgerecht bereits in Grundschulen. Beide Seiten, Schüler und Betriebe, sollten Berufsinformationstage und die Schulpraktika nutzen. Selbst wenn ein Betrieb wegen der zu geringen Größe keinen eigenen Nachwuchs ausbilden könne, sei es sinnvoll, beim Berufsinformationstag mitzumachen. So können sich Betrieb und Schüler in einem ersten Schritt kennenlernen, erklärte Dario Thomas.
Wie man Arbeit und gezielte Fortbildung mit Menschen verschiedener Voraussetzungen und Altersgruppen gestalten kann, hatten die Bonner Werkstätten an diesem Tag eindrucksvoll gezeigt. In der mit Bürodienstleistungen kombinierten Druckerei, der Verpackungsabteilung und der Schreinerei sind Mitarbeiter mit leichten und schwereren Behinderungen gemeinsam tätig. Sie stellen Visitenkarten eher, bearbeiten Druckaufträge von Verlagen, verpacken Kleinmaterialien oder arbeiten unter anderem in der Holzverarbeitung.
„Hier kann und soll jeder am Arbeitsleben teilnehmen“, sagte Andreas Schuhen. Der Abteilungsleiter der Druckerei, Ludwig Hommel, erklärte, dass die Arbeitsschritte entsprechend den Fähigkeiten der Mitarbeiter aufeinander aufbauen und so auch Entwicklungschancen für den Einzelnen bestehen. Mit den Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, die die Werkstätten bieten, käme es durchaus vor, dass Mitarbeiter aus der Werkstatt in den regulären Arbeitsmarkt wechseln.
In der Schreinerei werden Aufträge aus der Wirtschaft bearbeitet. Foto: Petra Reuter
Schaltschränke und Kleinverpackungen werden in der Werkstatt zusammengestellt. Foto: Petra Reuter
Dario Thomas vom IHK-Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung spricht von Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel entgegenzutreten. Foto: Petra Reuter
