Urlaub für alle Fälle
Hach Kinder, Urlaub HABEN ist einfach großartig! Urlaub MACHEN dagegen … puh … extrem anstrengend! Gerade denke ich ernsthaft darüber nach, einfach drauf zu pfeifen und mit dem Hintern zuhause zu bleiben, weil die Vorbereitungen immer so aufwendig sind. Würde ich mir die sparen, wäre ich nämlich gar nicht erst so urlaubsreif.
Nehmen wir zum Beispiel mal meine Bude. Verreise ich, gießt meine Nachbarin Ilse die Blumen und kümmert sich um Post etc. Das macht sie wirklich ganz toll und sehr gewissenhaft. Aber Ilse ist auch ein Tratschweib vorm Herrn. Kein Staubkorn könnte bei mir liegen, ohne dass es die ganze Straße nicht brühwarm von Ilse geschildert bekäme. Fundort, Größe, Konsistenz … alles. Und weil ich natürlich nix auf mich kommen lassen will, schrubbe ich meine Hütte von oben nach unten und wieder zurück. Pro Zimmer plane ich eine Woche ein, soll ja ordentlich werden. Das bedeutet, dass ich inklusive Keller, Speicher und Garage locker sechs Wochen vor Urlaubsbeginn loslegen muss. Von Garten und Balkon will ich mal gar nicht sprechen. Die müssen selbstverständlich auch alle auf Stand sein, damit Ilse nix zu ratschen hat. Vor zwei Jahren hat mich der Teufel geritten und ich habe sogar auch noch die Küche renoviert. Das lasse ich aber dieses mal. Man muss es ja nicht übertreiben!?
Blitzt und blinkt die Bude, bin ich dran. Rundumerneuerung beim Friseur und im Kosmetikstudio, etwas Sonnenbank und Fitnessstudio. Und als krönender Abschluss dieses Dramas in sieben Akten sind dann meine Koffer dran. Und da liegt die Betonung auf DIE Koffer, Mehrzahl! Da habe ich nämlich Lehrgeld bezahlt! Vor drei Jahren wollte ich zu Silvester „Last Minute“ in den Schnee. Am Flughafen stellte sich dann aber leider heraus, dass mit Skifahren nix mehr war. Alles dicht. Also bin ich kurz entschlossen nach Ägypten. Auch schön, selbst wenn die anderen Hotelgäste immer blöd guckten, wenn ich in Skistiefeln zum Abendessen kam. Und es war mir auch trotz Klimaanlage in meiner High-Tech-Daunen-Jacke etwas zu warm.
Das passiert mir nie wieder! Seither packe ich nur noch „für alle Fälle“. Was so viel heißt wie: alles. Trekkingschuhe, Bikini, Aran-Pullover, Schnorchel-Ausrüstung, Schal und Mützchen, Schlauchboot, Ski-Jacke, T-Shirts, Thermohose, Segelschuhe, Reiseapotheke, Krimis, Après Sun, Après Ski und Après Was-weiß-ich-nicht-noch-alles …
Jetzt muss ich nur noch einen LKW bestellen und es kann losgehen – Hurra!
Hab es gut,
Eure Karla
