Allgemeine Berichte | 12.09.2018, 10:55 Uhr

Alternative Bestattungsformen im Vormarsch

Urnenstele führt in Oberbachem zu kontroversen Diskussionen

Ortsbegehung mit Alternativvorschlag für passenden Standort

Vor allem gegen den geplanten Standort regte sich der Widerstand der Bürgerschaft bei der Ortsbegehung. CEW
33

Wachtberg. Für kontroverse Diskussionen sorgte eine geplante Urnenstele für den Friedhof in Oberbachem. Eigentlich hatte die Politik bei der Ortsbegehung und der anschließenden Ortsvertretungssitzung nur noch den genauen Standort und die Farbe der Stele festlegen wollen. Ins Auge gefasst hatte man den großen Platz direkt vor der Kirche. Dagegen wehrten sich aber die ortsansässigen Bürger.

Dass kein Oberbachemer eine solche Stele überhaupt haben wolle, stellte sich in den Gesprächen als nicht ganz zutreffend heraus. Einige befürworteten die Erweiterung der vorhandenen Möglichkeiten, Urnen beizusetzen. Man müsse den Entwicklungen ins Auge schauen, vor allem, weil sich in den letzten Jahren bereits viele Bürger mangels ausreichender Möglichkeiten für eine auswärtige Bestattung entschieden hatten. Man wolle seine Angehörigen schließlich in der Nähe haben und die letzte Ruhestätte besuchen können, auch wenn man nicht mehr so mobil sei, so der Tenor.

Den Standort direkt neben dem denkmalgeschützten Gotteshaus empfanden trotzdem viele Bürger als Zumutung. Einen grünen Platz stellte man sich hier vor, an dem ältere Leute auch gemütlich sitzen könnten. Dies sei kein passender Platz für eine Urnenstele. Wenn schon solch eine Stele notwendig sei, dann sollte man einen anderen Platz dafür finden, so Altbürgermeister Paul Giersberg.

Er hatte sich mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt und festgestellt, dass die Installation an einem geschützten Platz an freien Grabstellen, unweit des ursprünglich geplanten Standorts, möglich sei. Für die Trauernden hätte das den für viele Menschen willkommenen Nebeneffekt, dass sie während der Trauerfeier und bei späteren Besuchen nicht das Gefühl hätten, mitten auf einem öffentlichen Platz zu stehen. Tatsächlich bietet der alternative Standplatz neben einer Mauer im Grünen eher die Möglichkeit, sich zur Trauer zurückzuziehen wie an einem normalen Grab.

Nach kontroverser Diskussion konnte der Beschluss gefasst werden, dass die Ortsvertretung an den Rat die Bitte weiterleitet, den alternativen Standort zu überprüfen und die Stele dort aufstellen zu lassen. Auf die Farbe, einen dunklen Steinton mit hellen Zwischenflächen, einigte man sich mit großer Mehrheit. Auch befürwortete die große Mehrheit das geplante Sternenfeld für ungeboren verstorbene Kinder.

Vor allem gegen den geplanten Standort regte sich der Widerstand der Bürgerschaft bei der Ortsbegehung. Foto: CEW

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Wir helfen im Trauerfall Vorsorge
Wir helfen im Trauerfall
Speditions/Industrie/Bürokaufmann-frau // Disponent-in, Wir bieten eine Teilzeitstelle in Bad Breis
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Heimat aktiv erleben AW
Heimat aktiv AW
Empfohlene Artikel
Symbolbild A1. Foto: Pixabay.com
134

Region. Wie soll die A1 künftig durch die Eifel verlaufen? Welche Bereiche sind von der Planung betroffen und welche Maßnahmen sind zum Schutz von Natur und Umwelt vorgesehen? Antworten auf diese und weitere Fragen bietet der neue digitale Projektatlas zum A1-Lückenschluss. Die Niederlassung Rheinland der Autobahn GmbH hat die interaktive Anwendung für den geplanten Südabschnitt zwischen Adenau und Kelberg veröffentlicht.

Weiterlesen

Hier entsteht das neue Twin. Foto: ROB
701

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Neubau des nach der Flut abgerissenen Hallen- und Freizeitbades Twin in Bad Neuenahr nimmt zumindest so langsam Fahrt auf. Der Stadtrat hat im September ein auf solche Vorhaben spezialisiertes Projektsteuerungsbüro beauftragt. Die Antragstellung für die zugesagte Landes- und Bundesförderung ist weit vorangeschritten. Der Sportstättenausschuss und der Sportstättenbeirat...

Weiterlesen

Die Verantwortlichen des Andernacher Karnevals trafen sich zum Pressegespräch.Fotos: WAMFO.DE
223

Andernach. Zu einer Pressekonferenz hatte der Andernacher Festausschuss eingeladen, um das geplante Programm für die Karnevalssession 2026/2027 vorzustellen. Zum ersten Mal begrüßte Andreas Karbach die Anwesenden als Festausschusspräsident. Dabei dankte er insbesondere für die gute Zusammenarbeit in der vergangenen Kampagne.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Seit dem 3. Juni 2026 ist die Bonner Nordbrücke gesperrt.
127

Die städtische Taskforce prüft weitere Maßnahmen, um die Auswirkungen der Sperrung der Nordbrücke auf den Verkehr zu verringern. Dazu zählt auch die Idee, Teile der Strombrücke vorübergehend als Park-and-Ride-Standort (P+R) zu nutzen.

Weiterlesen