Alternative Bestattungsformen im Vormarsch
Urnenstele führt in Oberbachem zu kontroversen Diskussionen
Ortsbegehung mit Alternativvorschlag für passenden Standort
Wachtberg. Für kontroverse Diskussionen sorgte eine geplante Urnenstele für den Friedhof in Oberbachem. Eigentlich hatte die Politik bei der Ortsbegehung und der anschließenden Ortsvertretungssitzung nur noch den genauen Standort und die Farbe der Stele festlegen wollen. Ins Auge gefasst hatte man den großen Platz direkt vor der Kirche. Dagegen wehrten sich aber die ortsansässigen Bürger.
Dass kein Oberbachemer eine solche Stele überhaupt haben wolle, stellte sich in den Gesprächen als nicht ganz zutreffend heraus. Einige befürworteten die Erweiterung der vorhandenen Möglichkeiten, Urnen beizusetzen. Man müsse den Entwicklungen ins Auge schauen, vor allem, weil sich in den letzten Jahren bereits viele Bürger mangels ausreichender Möglichkeiten für eine auswärtige Bestattung entschieden hatten. Man wolle seine Angehörigen schließlich in der Nähe haben und die letzte Ruhestätte besuchen können, auch wenn man nicht mehr so mobil sei, so der Tenor.
Den Standort direkt neben dem denkmalgeschützten Gotteshaus empfanden trotzdem viele Bürger als Zumutung. Einen grünen Platz stellte man sich hier vor, an dem ältere Leute auch gemütlich sitzen könnten. Dies sei kein passender Platz für eine Urnenstele. Wenn schon solch eine Stele notwendig sei, dann sollte man einen anderen Platz dafür finden, so Altbürgermeister Paul Giersberg.
Er hatte sich mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt und festgestellt, dass die Installation an einem geschützten Platz an freien Grabstellen, unweit des ursprünglich geplanten Standorts, möglich sei. Für die Trauernden hätte das den für viele Menschen willkommenen Nebeneffekt, dass sie während der Trauerfeier und bei späteren Besuchen nicht das Gefühl hätten, mitten auf einem öffentlichen Platz zu stehen. Tatsächlich bietet der alternative Standplatz neben einer Mauer im Grünen eher die Möglichkeit, sich zur Trauer zurückzuziehen wie an einem normalen Grab.
Nach kontroverser Diskussion konnte der Beschluss gefasst werden, dass die Ortsvertretung an den Rat die Bitte weiterleitet, den alternativen Standort zu überprüfen und die Stele dort aufstellen zu lassen. Auf die Farbe, einen dunklen Steinton mit hellen Zwischenflächen, einigte man sich mit großer Mehrheit. Auch befürwortete die große Mehrheit das geplante Sternenfeld für ungeboren verstorbene Kinder.
