Missio-Truck machte in Meckenheim auf dem Campus Station
Ursachen und Folgen von Krieg und Flucht nahegebracht
Zwei Tage lang sahen und erlebten Schülerinnen und Schüler, wie sich Leben in Kriegsgebieten ändert
Meckenheim. Für zwei Tage hielt der Missio-Truck auf dem Campus in Meckenheim. In der Zeit von 16 bis 17 Uhr konnten sich auch Besucher außerhalb der Schule ein Bild von der Arbeit der von der Caritas unterstützten Aktion machen. Schüler des Schulzentrums und weitere Besucher erfuhren Näheres zu Ursachen von Krieg und Flucht im Kongo. Der Missio-Truck informierte nicht nur über Gründe von Flüchtlingen, ihre Heimat zu verlassen, sondern auch über die Schwierigkeiten und Gefahren, denen die Menschen dort begegnen. Viele geografische, politische und wirtschaftliche Informationen brachten ins Bewusstsein, welche eigene Verantwortung Europäer und damit jeder selbst durch den Kauf und die Nutzung von Handys tragen. Konkret geht es um die Region Kongo auf dem schwarzen Kontinent. Dort werden zwischen 80 und 85 % der seltenen Erden geschürft, die für die Produktion unserer Hightechinstrumente, vor allem Handys, verwendet werden. In dem politisch instabilen Land gibt es verschiedene Milizen und Rebellengruppierungen, die diese seltenen Erden bzw. deren Abbaugebiete unter ihre eigene Kontrolle bekommen möchten. Geld, Macht und Gier sind die Beweggründe, aus denen dort Gewalt, Terror, Mord und Krieg entstehen.
Was aber kann ein deutscher Durchschnittsschüler oder -bürger dazutun, um die im Kongo herrschenden Zustände zu verändern oder den Betroffenen zu helfen? Auch das erfahren die Jugendlichen der achten bis zwölften Klasse im 18 Tonnen schweren Missio-Truck. Für die fünf Aktionstage, die insgesamt veranschlagt sind, hatten sich fünfzehn Gruppen mit durchschnittlich je 20 Interessierten angemeldet. Die Initiative setzt an dem Punkt an, an dem Flüchtenden geholfen werden kann, wieder in ein normales Leben zurückzukehren und bestenfalls die erlittenen Traumata zu verarbeiten. Um das zu bewerkstelligen, sind viele Engagierte in Afrika vor Ort und es wird selbstverständlich Geld benötigt. Durch eine Handysammelaktion kann man Spendengelder für diese Mission bereitstellen. In Zusammenarbeit mit zwei Tüftlern werden die wertvollen Teile aus den Handys ausgebaut und der Wiederverwertung zugeführt. Von dem so gewonnenen Erlös erhält die Aktion je Handy 60 Cent, die der Unterstützung von Flüchtlingen zukommen.
Selbstverständlich sollen die Kinder und Jugendlichen nicht ihre Smartphones abgeben. In alten Handys sind ebenfalls wertvolle Rohstoffe enthalten, die zu großen Teilen weiterverarbeitet werden können. In deutschen Schubladen schlummern Abertausende Handys, die im Herkunftsland ihrer Bestandteile der notleidenden Bevölkerung helfen können. Um die Zusammenhänge zu erklären und die Situation der Flüchtlinge deutlich zu machen, enthält der Missio-Truck mehrere kleine Räume. Multimedial aufgearbeitet erfährt man dort an fiktiven Beispielschicksalen, welche Gefahren und Schwierigkeiten, welche zum Teil über Leben und Tod maßgeblichen Entscheidungen selbst Kinder und junge Erwachsene auf ihrem Fluchtweg ins Nachbarland treffen müssen.
Die Aufklärungs- und Sammelaktion der Caritas wird in Zusammenarbeit mit den Deutschen Jugendmigrationsdiensten, der katholischen Jugendagentur, dem Diakonischen Werk, dem Kommunalen Integrationszentrum und dem Rhein-Sieg-Kreis durchgeführt. Sie trägt dazu bei, besonders jungen Menschen nicht nur ihre globale Verantwortung nahe zu bringen, sondern gleichzeitig ein auch im Sinne der Nachhaltigkeit und der Unterstützung von Flüchtlingen sinnvolles Verhalten aufzuzeigen. Denn wer die alten Handys aus der Schublade holt und beim Missio-Truck abgibt, der tut gleich mehrfach Gutes: Die Umwelt wird geschont, weil nicht unnötig neue, wertvolle Rohstoffe gebraucht werden. Gleichzeitig wird mit einem Teil des Erlöses den Menschen geholfen, die durch die politischen Unruhen in ihrem Land, das über die wertvollen Rohstoffe verfügt, in Not geraten sind.
Alte Handys wie diese schlummern zu Abertausenden in deutschen Schubladen. Foto: Chris Weber
Das Geschehen wird anhand einer großen Karte geografisch nachvollziehbar eingeordnet. Foto: Chris Weber
Reich bebildert und mit Original-Materialien wird Alltag im Kongo für die Besucher im wahrsten Sinne des Wortes fassbar. Foto: Chris Weber
